Nationalmannschaft

Freitag, 7. September 2007

Deutschland, Wales, Beckenbauer, Häßler

Kann sich eigentlich noch jemand erinnern? Mit Sicherheit, wenn man nur alt genug ist. Das nervenzerfetzendste Spiel auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 1990 fand nicht während der Weltmeisterschaft statt. Sonder einige Monate zuvor.

Für Deutschland hätte dieses Turnier, das heute gerne zur Heldenverehrung verklärt wird, fast gar nicht statt gefunden. Denn erst im letzten Qualifikationsspiel gegen Wales wurde das WM-Ticket gelöst.

Deutschland (BRD wohlgemerkt, die DDR spielte eine eigene Quali) war in einer Vierer-Gruppe gelandet, zusammen mit Holland, Wales und Finnland. In Europa qualifizierten sich alle Gruppenersten, die Zweitplatzierten in Fünfer-Gruppen und die beiden besten Zweitplatzierten in Vierer-Gruppen.

Und Deutschland spielte unter Beckenbauer eine - wohlgemeint formuliert - mittelmäßige Runde. Zwei Remis gegen Holland, ein Remis gegen Wales, zwei Siege gegen Finnland. Nicht mal Pflichtprogramm also und ich weiß noch genau, dass Beckenbauer unter den 14-jährigen auf dem Bolzplatz heftigst in der Kritik stand. Als Bundestrainer kaum länger haltbar.

Dann kam der Auftritt gegen Wales. Ein eher glückliches 1:1 zur Halbzeit. Kurz nach Wiederanpfiff schlenzt Häßler einen Freistoß in den Winkel. Danach Zittern. Wales hatte beste Chancen auf den Ausgleich.

Hätte Dänemark an diesem Abend in Rumänien gewonnen, der Siegeszug hätte niemals einen Anfang gefunden.

Was anschließend in Italien passierte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Es war ein Rausch, dessen Ende ich - wie konnten meine Eltern mir das antun - im Urlaub in Österreich erlebte.

Wenn man allerdings heute einen O2-Werbespot sieht, sollte man immer daran denken, dass der Kaiser einstmals ein extrem fragwürdiger Coach war, der zwar zur rechten Zeit aus seiner Mannschaft das Optimum rausgeholt hat, dessen Bilanz zuvor aber mehr als fragwürdig war.

Mittwoch, 22. August 2007

Typenberatung

Vielleicht hätte ihr Typenberater unserer Bundeskanzlerin verklickern sollen, dass man möglichst nicht mit einem orangen Sakko zu einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gehen sollte. Aber das nur am Rande.

Viel irritierende ist die Tatsache, dass Deutschland die Mannschaft in rot-weiß ist und England in schwarz-weiß dunkelblau-weiß aufläuft. Wie soll ich das meiner Frau erklären? Die hatte sich gerade in die Grundkonstellationen des Fußballs reingefunden.

Dienstag, 9. Januar 2007

Ein Fall für Hamann

Will da jemand eine offene Rechnung begleichen? England hat Deutschland zum Eröffnungsspiel des neuen Wembley-Stadions eingeladen. Hamann, übernehmen Sie!

Donnerstag, 12. Oktober 2006

Believe the Hype

Langsam wächst in mir ein Verdacht: War Jürgen Klinsmann gar kein Heilsbringer sondern ein Hemmschuh? Wäre die Nationalmannschaft unter Chefcoach Löw souverän Weltmeister geworden? Gibt es auf Jahre keine Mannschaft die Deutschland schlagen kann? Sommermärchen continues.

Freitag, 29. September 2006

Meldungen, wie Stiche ins Herz

Ich fühle Schmerzen, ganz tief in mir drin:

"Für die beiden nächsten Länderspiele gegen Georgien und in der Slowakei hat Bundestrainer Joachim Löw drei Neulinge nominiert. Besonders überraschend ist, dass der Aachener Stürmer Jan Schlaudraff erstmals im DFB-Kader steht. Schlaudraff, der Borussia Mönchengladbach nicht gut genug war und deshalb zur Alemannia abgegeben wurde, überzeugte zuletzt auch in der Bundesliga mit guten Leistungen."

Via SpOn

Samstag, 2. September 2006

Deutsche Innenverteidigung feierte den Sieg

Freitag, 24. März 2006

WM-Nominierung - So schnell kanns gehen

Gute fünf Minuten, schon ist Olli Neuville schwer im WM-Rennen. Die Leistungen im Verein können nicht der Grund sein. Die sind, nett ausgedrückt, mittelmäßig.

Eine Vorstellung, wie sie Asamoah gegen Palermo geboten hat, war von Neuville in der ganzen Saison noch nicht zu sehen. Für einige Beobachter scheint der Fokus jedoch nur auf den Länderspielen zu liegen. Ich hoffe, dass Klinsmann das ganze ein wenig nüchterner betrachtet und nach konstanter Leistung nominiert.

Dummerweise würde dann auch ein Podolski zuhause bleiben. Aber der hat wohl aus Gründen der Perspektive ein Freilos. Und das geht von mir aus auch klar.

Mittwoch, 22. März 2006

High Noon für Klinsi

Gegen Italien hatte mich mein Gefühl nicht im Stich gelassen, deswegen wage ich auch heute eine Prognose: Deutschland siegt in recht überzeigender Manier und es kehrt wieder etwas Ruhe ein.

Unser Team ist heiß, es will den Schwarzmalern die vorhandene Qualität beweisen. Einzige Gefahr: Wenn das Team aufgrund zu hoher Motivation verkrampft und direkt zu Beginn einige Fehler macht, könnte wenig zusammen laufen. Ist aber eher unwahrscheinlich. Das Dortmunder Publikum hat einen Ruf zu verlieren, ich hoffe auf ungebremste Unterstützung den Befürchtungen zum trotz.

Für die Amis ist es ein eher unwichtiges Spiel, vor allem angesichts der desolaten Personalsituation. Arena wird viel ausprobieren, den Leuten aus der zweiten Bank eine Chance geben und nicht unbedingt auf Sieg spielen, sondern eher taktische Möglichkeiten ausprobieren.

Dienstag, 21. März 2006

Das Erbe Vogts

Seltsamerweise ist die Amtszeit Berti Vogts als Bundestrainer den allermeisten Leuten nicht als Hoch-Zeit der Nationalmannschaft im Gedächtnis geblieben. Dabei kann den Punkteschnitt des kleinen Korschenbroichers weder ein Vorgänger noch ein Nachfolger überbieten und durch den Europameistertitel hat er sogar einen hübschen Pokal mit nach Hause gebracht. Nun ja - hierzulande zählt eben nur die Weltmeisterschaft und da sah es bei ihm nicht ganz so gut aus (wobei die weitere Entwicklung das damalige Entsetzen ex post relativieren sollte).

Eine wirklich unglückliche Hinterlassenschaft der Ära Vogts ist allerdings die nationale Abneigung gegenüber Einbürgerungen. Aufgrund der deutschen Historie, die ich wohl nicht genauer erläutern muss, hatte Deutschland im Gegensatz zu Frankreich oder Holland kaum Erfahrungen mit der Integration ausländischer Spieler in die Auswahlmannschaft. Anfang der Neunziger herrschte so etwas wie Aufbruchstimmung, eine Chance Multikultur auf dem Platz zu kultivieren. Sie wurde jedoch durch Schnellschüsse im Keim erstickt, denn der deutsche Fan reagierte doch einigermaßen irritiert angesichts durchschnittlicher bis perspektivloser Kicker wie Sean Dundee und Paolo Rink. Hätten stattdessen echte Granaten das schwarz-weiße Dress übergestreift, so würde vielleicht heute auch ein Valerien Ismael mit offeneren Armen empfangen.

Marco van Basten, der holländische Bondscoach, hat keine Probleme damit, rechtzeitig zur WM einen ivorischen Nachwuchsstürmer einbürgern zu lassen. Wohlgemerkt: Holland. Ein Stürmer. Das ist etwa so, als würde der DFB einen ghanaischen Torwart holen.

Die Ironie des Schicksals und Resultat der Integrationspolitik im Allgemeinen: Jene, deren Vita deutsch genug ist, um dem prüfenden Blick aller Klinsmanns dieses Landes stand zu halten, haben gar kein Interesse, den Adler auf der Brust zu tragen: Die Altintops, Sahins und Bastürks - echte Kohlenpottkinder ohne emotionalen Bezug zu ihrem Geburtsland.

Mittwoch, 1. März 2006

Auf den Sack!

21.10 Uhr: Ich möchte nicht sagen, ich hab's ja gewusst. Aber: Ich hab's ja gewusst (siehe unten).

Nach sieben Minuten 0:2, gruselige Abwehrfehler und Zuordnungsprobleme. Bin mal gespannt, ob Deutschland sich nochmal fangen kann.

22.00 Uhr: Auweia. Zur Pause steht es 0:3, und das hochverdient. Chef-DFB-Kritiker Günther Netzer machte es kurz: "MIr hat keiner gefallen und alles war falsch." Da war in der Halbzeit sogar noch genug Zeit für die Tagesschau.

23.00 Uhr: Deutschland ist ernüchtert. Italien bringt die Führung leicht und locker wie Gervais Obstgarten über die Zeit und lässt noch einige hochkarätige Möglichkeiten aus. Auch wenn es überraschend kommt: Wir werden wohl doch nicht Weltmeister. Morgen gehe ich am Zeitungskiosk vorbei. Das will ich sehen.

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