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Gladbach

Freitag, 26. Oktober 2007

Live-Blogging: Fürth - Gladbach

Abpfiff: Ich bin begeistert. Nicht nur, dass Gladbach einen nicht unbedingt eingeplanten Sieg eingefahren hat. Es war ein Klasse-Spiel. Tempo, Tore, Torgefahr. Da war alles drin und es war ein absolut überdurchschnittliches Zweitligaspiel. Auch Fürth hat gut gespielt, aber gegen die individuelle Klasse keine Chance gehabt.

Man weiß kaum, wen man hervorheben soll. Die Abwehr stand beinahe bombensicher - und zu der zählt nicht nur die Viererkette. War Fürth im Angriff, staffelte sich das Mittelfeld unter Direktion von Paauwe massiv vor dem 16er. Im ganzen Spiel bekam Heimeroth nur zwei Bälle aufs Tor, einer davon war drin. Die Offensive glänzte mit guten Laufwegen und Kreativität. Ndjeng legte zwei Tore vor, Rösler markierte den Ballverteiler, Neuville wirbelte und zu Friend muss man kein Wort verlieren. Vandenbergh nutzte erneut seine Chance. Auf seiner Seite passierte zwar wenig (weswegen auch Voigt unauffällig spielte), aber die Bälle, die er hatte, verwertete er klug.

Trotz einer kurzen Schwächephase zu Beginn der zweiten Hälfte bleibe ich dabei: Das war das bisher beste Saisonspiel und Fürth muss sich nicht schämen, gegen diesen Gegner verloren zu haben.

19.46: 3:1 Reisiger. Scheißegal, scheißegal, scheißegaaal!

Aus dem Fürther Mittelfeld überwindet ein hoher Ball die aufgerückte Gladbacher Abwehr. Kotuljac startet durch, bringt den Ball vom Fünfereck in die Mitte und Reisiger stolpert in rein. Das Fürther Publikum, anscheinend aufgrund der bisherigen Saisonleistung gnädig gestimmt, bejubelt den Treffer. Labbadia sieht eher zerknirscht aus.

19.44: 3:0 Friend Was für ein Zuckertor. Harmlose Ausgangssituation. Ndjeng bekommt den Ball am 16-er-Eck mit dem Rücken zum Tor. Dann allerdings zieht er einen sensationellen Hackentrick, dreht sich um den Gegner und lupft den Ball quer durch den Strafraum auf den Kopf des völlig freistehenden Friend - und zwar so präzise, dass der Kanadier mit einer Flugkopfballeinlage glänzen darf. Eine Minute später wird er ausgewechselt und bekommt beinahe einen Zungenkuss von Luhukay.

19.33: Wechsel bei Gladbach. Für Neuville kommt Coulibaly. Auf dem Papier eine weitere defensive Maßnahme. Allerdings könnte es der Bindung zwischen Mittelfeld und Sturm gut tun, wenn Coulibaly sowas wie hängende Spitze spielt. Paauwe übernimmt die Kapitänsbinde.

19.27: Gladbach hat die Fürther Druckphase unbeschadet überstanden. Es ist wieder ein offenes Spiel, das sich in die Region um die Mittellinie, eher ein Stück in die Gastgeberhälfte verlagert hat.

Auffällig ist die für ein Zweitligaspiel niedrige Quote unbedrängter Fehler. Wenn ein Fehlpass kommt, dann aufgrund des gegnerischen Pressings. Das könnte sich auch dadurch erklären, dass beide Mannschaften ständig attackieren und dem Gegner kaum Luft lassen - und damit kaum Gelegenheit ist für unbedrängte Fehler. Für mich ein absolut hochklassiges Spiel.

19.20: Auswechslung: Rösler verlässt den Platz, für ihn kommt Svärd. Luhukay setzt mal wieder die Zeichen auf "Ergebnis halten". Trotzdem nicht unbedingt nachvollziehbar, weil fast alle Angriffe über Rösler liefen, oder er zumindest gut seine Gegner aus dem Aktionsbereich rausgezogen hat. Auf Fürther Seite verlässt - schon verständlicher - Judt den Platz. Im Mittelfeld werden die Karten neu gemischt.

19:12: Riesenchance für Gladbach! Ein absoluten Nuttenrückpass von Felgenhauer geht genau in den Lauf von Friend, der durchstartet und auf 16er-Höhe per Hacke auf den frei heranstürmenden Rösler zurücklegt. Doch der traut sich nicht abzuschließen, sondern passt zurück auf den im Abseits stehenden Friend.

In dieser Phase hatte Fürth gerade Gladbach eingeschnürt, die sich erneut extrem zurückgezogen hatten und mit acht Leuten am eigenen 16er standen. Selbst die Stürmer waren 20 Meter in die eigene Hälfte gerückt. Mit dieser Taktik bringt man das Spiel nicht souverän über die Zeit.

19.08: Jetzt läuft es wieder deutlich besser. Ballverluste der Fürther werden einer nach dem anderen in vielversprechende Angriffe umgesetzt, meist ist wieder Rösler als Schaltstelle beteiligt.

19.02: Anpfiff zweite Halbzeit. Als Gladbacher Fan, der jedes Spiel der Saison gesehen hat weiß man: Jetzt kann alles passieren. Zu oft waren zu Beginn der zweiten Halbzeit Konzept und Konzentration futsch.

Symptomatisch: Keine 30 Sekunden nach Wiederbeginn kommt ein Fürther mutterseelenallein am Strafraumeck zum Abschluss. Er jagt den Ball zum Glück in die Wolken.

Gladbach steht sehr tief und es sieht so aus, als würden die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen nicht stimmen. Das Mittelfeld steht zu nah an der Abwehr, zum Sturm klafft eine Lücke.

18.46: Halbzeit, 2:0 für Gladbach. Hochverdient. Für mich die bisher beste Saisonleistung. So aggressiv hat die Mannschaft bisher noch nicht gespielt, so gut noch nie im System gestanden und so abgewichst noch nie die Möglichkeiten genutzt.

18.43: Erste Großchance für Fürth. Ein Flanke kann die Gladbacher Abwehr nicht klären. Die verunglückte Kopfball-Abwehr fällt Nehrig am Fünfereck auf den Fuss. Heimeroth kommt mit einer Hand an den wuchtigen Schuss und Rösler schlägt den Ball raus.

18.40: Labbadia wird in der Halbzeit sicher einige taktische Anweisungen geben. Fürth versucht es fast immer durch die Mitte, doch da steht ein massives Dreier-Mittelfeld in Schalke-Manier vor der Viererkette. Über Außen geht hingegen fast nichts.

18.36: Das Tempo ist raus aus dem Spiel. Gladbach hat verständlicherweise die Defensive verstärkt und lässt Fürth erfolglos anrennen. Die eigenen Angriffe werden nicht mehr so konzentriert und konsequent durchgezogen.

18.32: *Karaokemodus ein* Ein Freund ein guter Freund, das ist das schönste was es gibt auf der Welt *Karaokemodus aus*

18.24: Der Schlüssel zum bisherigen Spiel liegt im Mittelfeld. Bei Kontern kommt Rösler aus der Tiefe und hat unglaublich viel Platz. Wo ist der in der bisherigen Saison so hochgelobte Judt? Jedenfalls nicht da wo er zu stehen hat, denn Rösler kann bei den schnellen Angriffen den Ball kilometerweit führen und völlig unbedrängt auf die Außen verteilen.

18.17: TOOOR für Gladbach! 2:0 durch Friend! Erneut wurde der Angriff eingeleitet durch den bisher überragenden Rösler. Diesmal passt er auf die anderen Seite, auf Vandenbergh. Der flankt scharf halbhoch rein. Neuville stochert den Ball Richtung Tor. Den ersten Versuch kann Kirschstein noch abwehren, beim Abstauber wird er von Friend passgenau getunnelt.

18.13: Gladbach schlägt Fürth bisher mit den eigenen Mitteln. Es ist ganz eng in der VfL-Hälfte. Sieben Leute pressen auf einem Gürtel von zehn Metern gegen den Ball. Folge: Viele erzwungene Abspielfehler. Nach einem Ballverlust steht die Spielvereinigung jedoch in Nullzeit wieder in Abwehrformation.

18.09: TOOOR für Gladbach. Kopfball Friend. Rösler setzt bei einem Konter Ndjeng auf Außen ein. Der schlägt eine unglaublich präzise hohe Flanke auf den langen Pfosten, wo Friend aus spitzem Winkel einnickt. Fantastischer Angriff!

18.05: Bisher erfüllt das Spiel voll die unten beschriebenen Erwartungen. Die Fürther gehen sofort drauf und sind nach einem Fehler des Gegners schnell in Strafraumnähe. Gladbach findet aber immer wieder mal eine gute Kombinationsmöglichkeit und schafft es, die Flügel in Grundliniennähe in Aktion zu bringen.

Gefährlichste Aktion: Ein einer Ecke folgenden Kopfball von Fürth wird auf der Linie geklärt - allerdings hatte der Ball nicht das Tempo, gefährlich zu werden.

17.54: Heute ist so etwas wie der Spieltag der modernen Erfolgs-Trainer. Labbadia, Luhukay, Klopp, Hock, Rangnick müssen alle ran. Fehlt eigentlich nur noch Robin Dutt mit Freiburg.

Gladbach läuft mal wieder in hellblau auf. In der Aufstellung hat sich wenig geändert. Marin soll laut Luhukay geschont werden, für ihn spielt Vandenberg. Bei Fürth setzt Labbadia auf Nehrig im Sturm, für ihn muss Rensing weichen, der bisher immerhin schon viermal getroffen hat.

Fürth heute im Geburtstags-Trikot. Die Stadt wird 1.000 Jahre alt, als Geschenk an sie (und eventuelle auch an die eigene Vereinskasse) trägt das Team einmalig ein schwarz-goldenes Jersey.

Gladbach: Heimeroth - Voigt, Brouwers, Daems, Levels - Vandenbergh, Paauwe, Rösler, Ndjeng - Friend, Neuville

Fürth: Kirschstein - Felgenhauer, Karaslavov, Biliskov, Achenbach - Judt - Adlung, Lanig, Burkhardt - Nehrig, Maierhofer

17.40: Ich freu mich auf ein vielleicht unerwartetes Spitzenspiel. Fürth war vor der Saison ganz schwer einzuordnen. Bruno Labbadia wurde als potentieller Erfolgstrainer gehandelt, musste jedoch mit schwierigen Bedingungen zurecht kommen. Bisher hat er die Aufgabe besser gelöst als von den größten Optimisten erwartet.

Dabei steht die Spielvereinigung völlig zurecht weit oben. Vor ihr habe ich mehr Respekt als noch vor wenigen Tagen vor Köln. Das System funktioniert bisher perfekt, die Mannschaft kann sehr früh großen Druck ausüben und es ist für den Gegner ganz schwer, den Ball überhaupt in Strafraumnähe zu bringen.

Gladbach kann durch individuelle Klasse und Kombinationssicherheit sicher mehr ausrichten als die durchschnittliche Zweitligamannschaft. Der größte Trumpf könnte jedoch die Gefährlichkeit bei Standards sein. Denn auch wenn es aus dem Spiel heraus schwierig ist, gegen Fürth Torgefahr zu entwickeln, werden diverse Freistöße von Ndjeng auf jeden Fall für Gelegenheiten sorgen, die bisher in beinahe jedem Spiel erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Auf der anderen Seite ist Gladbach in der Defensive anfällig und fängt sich meistens ein bis zwei Tore. Labbadias Jungs scheinen perfekte Laufwege zu haben, was dafür spricht, den ein oder anderen Konter setzen zu können. Sollte es Fürth also gelingen, den eigenen Kasten sauber zu halten, sind drei Punkte für sie wahrscheinlich.

Montag, 22. Oktober 2007

Live-Blogging: Gladbach - Köln

22.02: Abpfiff. Endstand 2:2. Die Kölner Spieler reißen die Hände in die Luft. Neuville geht fluchend, aber nicht enttäuscht wirkend vom Platz.

Das Ergebnis geht so in Ordnung. Für eine grauslige erste Halbzeit haben 15 furiose Minuten entschädigt. Eine gute Leistung hat sich Gladbach allerdings mit einer kurzen, unkonzentrierten Phase und daraus resultierenden zwei Gegentreffern selbst kaputt gemacht.

Jos Luhukay ist zufrieden und spricht ob des Spielverlaufs von einem gewonnenen "Punt". Auch Christoph Daum ist bestens gelaunt und nimmt den Kommentator mit einem dicken Grinsen im Gesicht auf die Schippe. Alle haben sich lieb. Kann mal bitte jemand Kasey Keller und Jeff Strasser einfliegen?

21.50: Von Köln gibt es jetzt ordentlich auf die Socken. Einziges Ziel scheinbar: Den Gladbacher Spielfluss und die Konzentration zu zerstören. Nachteil an dieser Taktik: Bei Standards ist Gladbach brandgefährlich und lange wird es nicht mehr dauern, bis es zum dritten Mal nach einer solchen Hereingabe scheppert.

21.41: Voigt zeigt seinen Ex-Kollegen mal kurz, was er in Gladbach gelernt hat. Er startet in der eigenen Hälfte, macht einen Gegner frisch, tunnelt den nächsten und spielt einen Zuckerpass mit Sahne obendrauf in den Lauf von Neuville. Der übertreibt es aber und will per Pirouette mit der Hacke abschließen. Damit sollte man warten, bis man mit zwei Toren Vorsprung führt.

21.39: Gladbach will die drei Punkte und fährt einen Angriff nach dem anderen. Aber jedesmal wenn Helmes bei Kontern an den Ball kommt, hält das Stadion den Atem an.

21.34: Toooor für Gladbach! 2:2 Erneut nach einer Standard-Flanke. Der Ball flippert vor dem Fünfer rum, tippt vor Mondragons Nase auf, doch der Keeper kommt nicht entschlossen raus und lässt den Ball vor die Füße von Daems prallen. Der Belgier, erster Einsatz nach 16 Monaten Verletzung, drückt die Pille über die Linie.

Was ein beklopptes Spiel. 45 Minuten passiert gar nichts, dann folgen die wildesten 15 Minuten der Saison.

21.32. Rote Karte und Tor für Köln. Ich komme nicht mehr mit. Gerade noch hatte Mitreski glatt Rot gesehen, lief plötzlich ein Kölner Konter und Helmes wurde mit einem Steilpass aus der eigenen Hälfte auf die Reise geschickt. Er gewinnt das Laufduell gegen Ndjeng und schiebt den Ball durch die Beine von Heimeroth.

21:29: Tor für Köln. Eine Freistoß-Flanke, die ewig in der Luft war, köpft Mohamad aus fünf Metern per Aufsetzer in die lange Ecke. Eben-noch-Held Rösler sollte Mohamad decken, stolpert aber und macht sich lang.

21.26: TOOOOOOOR für Gladbach! Keine zwei Minuten nach der seiner Ansage köpft Rösler einen Eckball wuchtig auf den langen Pfosten, wo Neuville steht und einschiebt.

21.23: Torchance für Gladbach. Nach Freistoßflanke von Ndjeng prüft Rösler mit dem Hinterkopf Mondragon. Die Kölner Abwehr reagiert wie ein Hühnerhaufen auf dieses unerwartete Ereignis.

Gladbach nimmt in der Folge Zug auf, Rösler packt die Körpersprache aus und zeigt Mannschaft und Stadion, dass es jetzt richtig losgehen soll.

21.00: Boah, war das anstrengend. Da hibbelt man den ganzen Tag vor lauter Vorfreude und bekommt dann so eine Grütze vorgesetzt. Torchancem? So gut wie Fehlanzeige. Den einzigen ernsthafte Schuss in Richtung Tor gab Helmes in der 32. Minute ab.

20.55: Erschreckend. Eine Tonstörung hat den Kommentator fünf Minuten ins Off befördert und ich hab's nicht gemerkt.

20.52: Symptomatisch für dieses Spiel: Bei einem Freistoß aus 20 Metern stellt erst der Schiri fünf Minuten die Mauer, damit sie auch ja 9 Meter Abstand hat, und dann wichst Neuville den Ball trotzdem in selbige.

20.45: Laaaangweilig! Novakovic ist für mich übrigens Kandidat Nr. 1 für die peinlichste Frisur der zweiten Liga. Erinnert mich an Lolek, von Lolek und Bolek.

20.30: Die Überlegenheit der Gladbacher hielt zehn Minuten. Jetzt wird der Ball im Mittelfeld hin und her geschubst - und das noch nicht mal sehr genau. Hausmannkost von beiden Mannschaften, aber Köln kommt rustikales Zweitliga-Gebolze sicher eher entgegen als dem VfL.

20.23: Besonderes Augenmerk sollte heute dem Duell Ndjeng gegen Özat gelten. Der eine mit eingebautem Turbo, der andere langsam wie dickes Kraut. Bei der ersten Aktion gab es gleich das erste Foul vom FC-Altinternationalen.

20.20: Gladbach nimmt das Heft in die Hand und schafft es in den ersten fünf Minuten dreimal Torgefahr zu erzeugen. Gebrannt hat es allerdings noch nicht im Kölner Strafraum.

20.12: Keine großen Änderungen bei Gladbach. Kleine Überraschung, die sich in den Testspielen allerdings schon angedeutet hat: Für Gohouri rutscht Daems in die Innenverteidung. Die Abwehr: Levels, Daems, Brouwers, Voigt. Im Mittelfeld wieder Marin-Paauwe-Rösler-Ndjeng. Neuville ist fit und soll 90 Minuten neben Rösler durch spielen.

Auch bei Köln besteht nach dem 4:1-Sieg natürlich kein Anlass zur Rotation. Suazo steht für Matip im defensiven Mittelfeld und Mitreski geht für Mickening auf den rechten Verteidiger. Die Aufstellung: A. Mitreski, McKenna, Mohamad, Ümit Özat - Suazo, Antar - Scherz, Chihi - Helmes, Novakovic

20.00: Neben dem üblichen Vorgeplänkel (Nix zu holen für Köln etc. etc.) thematisiert Premiere die "Disco-Affäre". Auf die Frage, was im Kopf eines Profis bei so einer Aktion vorgeht, vermutet Rainer Bonhof, dass Coulibaly und Gohouri "hohlraumversiegelt" wären.

Daum treibt die erwarteten Psycho-Spielchen und beglückwunscht Gladbach zum quasi schon perfekten Aufstieg.

Freitag, 19. Oktober 2007

Familienduell

Gladbach gegen Köln. Mein letztes Live-Derby war gleichzeitig das überhaupt vorletzte. Es war am 17. September 2005. Ganz schlechte Erinnerungen. Ich berichtete damals.

Mein ausgeklügelter Plan in Kurzform: Ich schenkte meinem Schwiegervater eine Karte für das Spiel, um ihn nach einer demütigenden Niederlage verhöhnen zu können. Leider kam es genau andersrum. Nie werde ich die Frage meiner Frau in der 12. Minute vergessen: "Wer ist eigentlich dieser Podolski, von dem man soviel hört?" Bevor ich antworten konnte, hatte Poldi die Kirsche in den Winkel geknallt.

Köln stand nach Abpfiff auf einem Uefa-Cup-Platz, mein Schwiegerpapa tanzte. Ironischerweise dauerte es 19 Spiele, bis der FC in dieser Saison einen weiteren Sieg feiern durfte.

Dabei war ich überzeugt, das Gladbach in Köln niemals verlieren könnte. Der Ursprung dieser Vermutung liegt vor allem in der Saison 93/94, als mein erster bewusster Einsatz in Müngersdorf stattfand. Damals umringte eine außerordentlich störende Laufbahn das Spielfeld und um diese Laufbahn hatten die Architekten einen zwei Meter tiefen Graben installiert - im genauen Bewusstsein, dass solche Derbys wie gegen Gladbach stattfinden würden. Kurz nach dem Anpfiff erklomm ein Gladbacher Kuttenträger den Zaun, eine Fahne in der Hand schwenkend, das Absperrgitter und stürzte sich nach einem kurzen Blick über die Schulter und einem letzten Schlachtruf in die Tiefe. Warum? Ich weiß es nicht. Er wurde jedenfalls an diesem Tag nicht mehr gesehen.

Ganz im Gegenteil zu Martin Max, dessen Qualitäten sich entweder noch nicht entwickelt hatten oder jahrelang übersehen wurden. Jedenfalls genoss er damals noch den Status eines Jokers. An diesem Tag allerdings sollte er das Spiel seines Lebens machen. Dreimal knipste er und bereitete Köln fast im Alleingang eine 0:4-Schmach.

Die Saison 03/04 war sonst enttäuschend, am Ende stand ein 10. Platz. Aber an diesem Sieg labte sich ganz Gladbach und er ließ die Tabellenposition vergessen.

Vor 13 Jahren war das Derby eben noch ein ganz anderer Schnack. Ein ambitionierter. Am Montag wird es noch nicht mal ein Spitzenduell in der zweiten Liga. Zu schwach ist Köln bisher aufgetreten. Auch wenn es angesichts der jungen Saison arrogant klingen mag: Gladbach ist der klare Favorit. Kann der VfL an die Leistungen der letzten Spiele anknüpfen, wird es für den FC nicht viel zu holen geben. Das wird der Party hinterher keinen Abbruch tun. Wenn es in dieser Saison was zu feiern gibt, dann drei Punkte gegen Köln.

Freitag, 28. September 2007

Live-Blogging: Gladbach - Aachen

19.48: Schlusspfiff. Gladbach gewinnt 2:1. Zum Schluss wurde es unnötig spannend. Nachdem Aachen den Anschlusstreffer erzielt hatte, gelang es Gladbach mal wieder nicht, den Schlater umzulegen und nochmal auf Sieg zu spielen. Im Gegenteil. Luhukay Auswechslungen gaben die Anweisung: Verpissen, dicht halten, nach vorne nix mehr machen. Wenn mann so ein überlegenes Spielerisches Potential hat wie Gladbach heute, kann man die Karten auch anders ausspielen. In der 80. Minute war das Torschuss-Verhältnis nur noch 18:8.

Ich gebe zu: Das ist Jammern auf ganz hohem Niveau nach fünf Siegen in Folge. Aber so ein Spiel bringt man nicht jedes Mal nach Hause.

Am Ende stand die Abwehr zwar relativ sicher, auch dank des gut postierten defensiven Mittelfelds, aber der bisherige Saisonverlauf und das heutige Gegentor lehrt, dass man sich nicht darauf verlassen darf, dass der Gegner aus den wenigen Chancen nichts macht.

Nach der ersten Hälfte lag ein deutlicher Sieg in der Luft und mit ein bisschen mehr Druck nach dem Wiederanpfiff hätte man Aachen den Wind komplett aus den Segeln nehmen können.

Diese Schwäche, die Anfälligkeit in der zweiten Halbzeit muss Gladbach definitiv noch überwinden und die überragenden ersten 45 Minuten konservieren - dann ist der Aufstieg wahrscheinlich.

Buchwald schimpft nach dem Spiel auf den Schiedsrichter, dass ein Elfer nicht gegeben worden wäre. Ich weiß nicht mal ansatzweise, welche Situation er meint. Das ist ganz billig. Er sollte lieber darauf aufbauen, dass sich seine Mannschaft in der zweiten Häfte ordentlich präsentiert hat.

Damit gebe ich zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.

19.42: Die Riesenchance zum Ausgleich. Kontriris nimmt aus zehn Metern einen Ball in halber Höhe, zielt aber zum Glück genau in die Mitte auf Heimeroth. Zuvor hatte Gladbach eine an sich gefährlicher Standard-Situation, doch zum Freistoß von Außen finden sich nur zwei Leute im gegnerischen Strafraum. Das sieht ganz ängstlich aus.

19.35: Befreiungsangriff von Gladbach. Nach herrlichem Doppelpass auf der rechten Außenbahn geht Ndjeng völlig frei aus spitzem Winkel auf Straub zu, verzieht aber am langen Pfosten vorbei.

Aachen drückt, kommt aber kaum zu Torchancen, weil die Gladbacher Abwehr ab dem defensiven Mittelfeld gut steht. Aber wie beim 1:0 kann es immer zu einem Überraschungstor kommen.

19.28: Mit den Auswechslungen hat Luhukay seiner Mannschaft den Zahn gezogen. Es ist keine Bindung vom Mittelfeld zum Sturm mehr vorhanden. Ndjeng geht in der zweiten Halbzeit bisher unter.

Aachen attackiert jetzt ganz früh und hat eine ganz neue Körpersprache. Nun muss die Borussia versuchen, Ruhe ins Spiel zu bringen und den Ball laufen zu lassen.

19.23: Rösler, dessen schwache Leistung kaum aufgefallen ist, verlässt den Platz. Für ihn kommt Daems. Mal schauen, was sich Luhukay da ausgedacht hat. Mit van den Bergh und Voigt stehen bereits zwei Leute für die linke Seite auf dem Platz. Eine Doppelsechs Daems /Polanski ist wahrscheinlich.

19.20: Tor für Aachen. Wie so oft bei Gladbach. Der Gegner hat bis dato keine Chance, schlägt in einer harmlosen Situation eine Flanke aus dem Halbfeld, diesmal durch Reghekampf, und in der Mitte schläft die Abwehr. Kolev trifft per Kopf vom Elfmeterpunkt in die lange Ecke.

Jetzt wird Aachen die zweite Luft bekommen.

19.16: Wieder einmal eine brandgefährliche Freistoß-Flanke von Ndjeng. Die Aachener Abwehr glaubt in bereits hinter dem langen Eck im Aus, doch dort taucht Paauwe auf, köpft in wieder rein und in einer Amok-Aktion muss sich Straub in einen Rösler-Kopfball werfen.

Bei der folgenden Ecke geht schon wieder ein Raunen durchs Stadion, weil die Abwehr sich nicht auf die Flanken einzustellen weiß.

19.13: Ein Steilpass in die Lücke der 4er-Kette hebelt die Aachener Abwehr aus, Marin geht steil und dribbelt in den Strafraum, wo in Reghekampf mit einer zweifelhaften Grätsche an der Torauslinie stoppt. Da der Alemanne den Ball leicht touchiert hat, lässt Rafati laufen.

Luhukay nimmt Marin daraufhin raus - wahrscheinlich als Schutzmaßnahme.

19.11: Unfassbare Aktion von Marin. Er nimmt einen Einwurf im Aachener 16er mit der Brust an, dreht sich und hebt den Ball, der noch nicht den Boden berührt hatte, mit der Hacke über den Gegenspieler, um ihn anschließend volley aufs Tor zu dreschen. Außennetz!

19.08: Friend foult Pecka. Der Aachener stochert nach dem Pfiff am Boden liegend gegen den Oberschenkel des Kanadiers, der daraufhin beinahe einen Salto schlägt. Der Premiere-Kommentator fordert Rot. Wenn so ein Kinderkram Platzverweis ist, gute Nacht Fußball. Für mich eher Gelb für Friend wegen Theatralik.

19:01: Polanski im Spiel für den Gelb-Rot gefährdeten Svärd. Und immer noch vertraue ich der Auftakt der zweiten Hälfte nicht.

Von Neuville war bisher noch gar nichts zu sehen. Könnte ein Hinweis auf einen Doppelpack sein.

Halbzeit: Der Premiere Kommentator spricht gerade von einer engen Partie, Aachen sei spielerisch kaum unterlegen. Für so ein Urteil muss eine verdammt gelb-schwarze Brille aufhaben. Nachdem die Borussia Aachen von der 5. bis zur 20. Minute an die Wand genagelt hatte (nochmal zur Erinnerung: 10:1 Torschüsse), schaltete sie angesichts des 2:0 ein bis zwei Gänge zurück. Selbst den dadurch sich bietenden Raum konnte die Alemannia nicht annähernd zu gefährlichen Chancen nutzen.

Für mich eine ganz souveräne Führung mit einem Gastgeber, der das Spiel jederzeit kontrolliert und noch einiges nachlegen kann, sollte es notwendig sein.

Sehr stark heute die linke Seite mit Marin und Voigt, über die fast alle gefährlichen Angriffe laufen. Das mag Rechtsverteidiger Levels Unrecht tun, der ebenfalls eine starke Partie spielt. Aber sein Vordermann Ndjeng spielt nur zur Hälfte auf der Außenbahn, den Rest der Zeit mischt er als zweiter Spielmacher in der Zentrale oder sogar auf links mit.

18.43: Jetzt macht sich die Alemannia das Leben auch noch selbst schwer. Nemeth steht nicht nur blöd am Fünfer im Abseits, er steht auch noch einem gefährlichen Schuss von Lehmann im Weg. Der hätte drin sein können.

18.40: Bei jeder zweiten Gladbacher Standardsituation wird es brandgefährlich. Diesmal hat Gohouri die Chance nach einem Ndjeng Freistoß.

Weigelt hat mit seinem Gegenspieler Marin gar keinen Spaß. Der kleine Gladbacher ist nur mit dem Stemmeisen vom Ball zu trennen.

18.36: Nein, Herr Rafati, so macht das keinen Spaß. Kleine Regelauffrischung: Nur weil zwei Leute hochsteigen und einer umfällt, ist das noch lange kein Foul. Und das sage ich, weil gerade Heimeroth angeblich unterlaufen worde sein soll. Dabei ist der Gladbacher Keeper Nemeth mit Anlauf auf den Buckel gesprungen.

18.27: Das Spiel verflacht ein wenig - kein Wunder, muss Gladbach doch keinen Druck mehr ausüben. Allerdings setzt es immer wieder Nadelstiche Richtung Aachener Strafraum.

Aachen bemüht sich, spielt aber zu ungenau. Spätestens der dritte Pass bleibt im Gladbacher Verbund hängen.

Schiedsrichter Rafati trägt nicht gerade zum Spielfluß bei und pfeift sehr unkörperlich.

18.19: Ndjeng vernascht mit Anlauf über rechts den bemitleidenswerten Leiwakabessy. Seine Flanke trifft Rösler nicht voll - da lag das dritte Tor in der Luft.

Zwischenbilanz: 10:1 Torschüsse für Gladbach nach 20 Minuten.

18.17: Habe ich erwähnt, dass mir heute um 12 Uhr eine Karte für das Spiel angeboten wurde? Leider konnte ich nicht um 14 Uhr Feierabend machen, um rechtzeitig in Gladbach zu sein. Mann, tut das weh!

18.13: Im Gegenzug eine umstrittene Situation nach einem Rempler im Gladbacher Strafraum von Voigt gegen Pecka. Gesunde Härte, würde ich sagen. Der Kommentator ist mit mir d'accord.

18.12: TOOOOOOOOOR für Gladbach! Was geht denn hier ab? Marin passt 20 Meter vor dem Tor dem startenden Friend herrlich in den Lauf und der Kanadier hebt den Ball gefühlvoll mit dem Außenrist ins Tor.

18.10: Toooooooor für Gladbach! Heftigst angeschnibbelter Freistoß von Ndjeng. In seine Flanke spritzt Paauwe, der über den Ball holzt. Das Ding dreht sich wunderbar in den langen Pfosten. Erstes Saisontor für Ndjeng.

18.07: Im Gegenzug gute Chance für Pecka, aber der kleine Aachener trifft nur das Außennetz. Es entwickelt sich ein rassiges Tempospiel.

18.06: Riesenspielzug von Gladbach, Marin und Voigt gehen über die linke Seite wie das heiße Messer durch die Butter. Die Flanke nimmt Friend an und nagelt den Ball aus sieben Metern ans Winkelkreuz.

18.05: Flottes Spielchen in den ersten fünf Minuten, auf beiden Seiten einige gefährliche Ansätze. Allerdings fehlt noch die Konzentration, zu einen verwertbaren finalen Pass oder eine gute Flanke zu spielen.

17:55: Wow, nur zwei Änderungen in der Gladbacher Aufstellung. Für den verletzten Brouwers rückt Paauwe von der 6 in die Innenverteidung. Dafür rückt Svärd ins defensive Mittelfeld. Für van den Bergh läuft Marin auf. *freu*

17.50: Das dritte Live-Blogging innerhalb von acht Tagen - an meinen Fingerkuppen bildet sich bereits Hornhaut.

Fast rechtzeitig im Feierabend, habe ich das Interview mit Luhukay und Buchwald knapp verpasst. Aber mal ehrlich: Was Substantielles habe ich sicher nicht verpasst. Rainer Hörgl hat gerade ausgeplaudert, dass der neue Trainer von Augsburg feststeht. Verraten wollte er aber noch nix. Ob er als letzte Amtshandlung heute seinen Kollegen Holger Fach aus dem Amt bombt?

Als Halbzeit-Experte im Nordpark: Kalla Pflipsen, mit Gladbach Pokalsieger, mit Aachen im Finale gewesen. Schön, mal wieder was von dem Gladbacher Jungen zu hören. Er macht gerade den Trainerschein und hospitiert bei Luhukay seit einem Monat. Ich würde sagen: Den können wir als Maskottchen verpflichten.

Dienstag, 25. September 2007

Live-Blogging: St. Pauli - Gladbach

19.17: Was soll das noch für ein September werden? Bisher schon 12 Punkte und am Freitag kommt Aachen, dass angesichts der Serie Gladbachs schon ein paar Köttel in der Bux haben dürfte.

Unglaublich wie Ndjeng eingeschlagen ist. Fünf Vorlagen in den letzten drei Spielen.

Unglaublich, was im Sturm los ist. In der letzten Saison ein Friedhof, in dieser Saison eine Macht.

Luhukay darf man Lernfähigkeit attestieren. Nach den erfolglosen ersten Spielen stellte er die Taktik auf Raute und Zweier-Sturm um, seitdem läuft es.

Wann durfte ich zuletzt mit so einem Grinsen ins Büro laufen?

19.14: Brunnemann senst Marinvon hinten ganz fies um- an der Mittellinie! Klare rote Karte. Der sonst kritiklose Brych zieht aber nur gelb. So wie Marin in den letzten 20 Minuten an der Außenlinie rauf und runter getreten wurde, fragt man sich, was die Paulianer noch mit ihm anstellen dürfen.

19.11: Gladbach hält Pauli mit 70%-Einsatz klein und hat sogar noch die besseren Chancen. Ganz souveräne Vorstellung.

19:06: Mal wieder eine kleine Marin-Demonstration auf der linken Seite. Ausbeute in den letzten fünf Minuten: neun Leute frischgemacht, zweimal daraufhin böse umgehauen worden.

18.54: TOOOOR für Gladbach. Ndjeng schlenzt aus dem Halbfeld locker rein und Rösler darf beinahe ohne Gegenwehr einköpfen.

Eigentlich war Rösler schon auf dem Weg zur Auswechlung. Für ihn kommt - unfassbar, den gibts auch noch - Daems. Nach 10-monatiger Verletzungspause darf der Belgier endlich wieder ran. Auch er wird es wie Colautti nicht einfach haben. Auf seiner Position spielt Voigt im Moment bärenstark.

18:47: Neuville darf seinen Arbeitstag beenden und für ihn Marin für ihn noch ein bisschen zaubern. Gladbach wird sich wohl auf Konter verlegen und den Pin runterspielen. St. Pauli erschreckend harmlos. Kaum zu glauben, dass diese Mannschaft 1860 an die Wand gespielt haben soll.

18.42: Ein Tor von Rafael wird Abseits gepfiffen. Haarscharfe Entscheidung. Würde man im Zweifel für den Stürmer laufen lassen, hätte das Ding gezählt.

TOOOOR für Gladbach!

Nur Sekunden nach dem Abseits-Tor passt Neuville auf den völlig freistehenden Rafael, der mehr als nass an Borger vorbei den Ball ins Tor legt. Großes Kino!

18.35: St.Pauli kommt besser aus der Kabine. Erste Chance fünf Sekunden nach Anpfiff, aber Takyi eine Zehntel Sekunde zu spät. Fünf Minuten später erneut ein kritischer Ball steil im Gladbacher Strafraum.

18.30: Charles Takyi kommt in die Mannschaft. Die Einwechslung könnte dem Pauli-Spiel ein paar der dringend benötigten Ideen bescheren.

Auf Gladbacher Seite kommt Rafael für Friend. Die Maßnahme kann ich nicht ganz nachvollziehen. Rafael als Konter-Stürmer? Angst um den gelb-vorbelasteten Friend? In Überzahl sollte man eigentlich einen kopfballstarken Stürmer auf dem Platz haben. Jedenfalls solange es noch nicht 3:0 steht.

18.15: Halbzeit. EIn schwaches Spiel über die gesamte Distanz. Nach der roten Karte für Pauli sah das aber recht souverän von Gladbach aus. Die Borussia spielte auf den zweiten Treffer und kam zu einigen allerdings eher mageren Chancen, ließ aber das berüchtigte Aufbäumen des Gegners nicht zu. Wie immer heißt es erstmal abwarten, wie sie aus der Kabine kommen.

Luhukay hat mit dem wieder reinrotierten van den Bergh erneut ein gutes Händchen bewiesen. Der Junge haut sich auf links ordentlich rein, so wie es gegen St.Pauli sein muss, und provozierte geschickt aber nicht unfair den Platzverweis für den Gegner.

Mit Friend und Neuville scheint sich ein Traum-Sturm gefunden zu haben. Insgesamt sieben Tore in den gemeinsamen vier Spielen spricht eine deutliche Sprache. Das sind ganz bittere Start-Voraussetzungen für den bisher angeschlagenen Millionen-Einkauf Colautti, der an Friend bis auf weiteres nicht vorbeikommen dürfte.

18.08: Tooooooor für Gladbach!

Rob Friend mit seinem dritten Saisontor nach feiner Vorarbeit von Ndjeng, der sich auf Außen mit seiner Schenlligkeit durchsetzt und seinen Gegenspieler ganz alt aussehen lässt. Borger sieht erneut nicht gut als, als er die flache Hereingabe vor Friends Füße verlängert.

18.03: Gelb-Rote Karte für St.Pauli. Die zweite Gelbe war mit Ansage. Van den Bergh legt sich den Ball an der Außenlinie vor und wartet sogar einen Moment mit dem Antritt, damit ihn Bolls Grätsche ihn auch richtig übel trifft. Mit einem dreifachen Wälzer am Boden besiegelt er das Schicksal des Paulianers. Dessen erste gelbe habe ich verpasst, er soll sie für "Trikotzupfen" bekommen haben.

17.56: So lob ich mir das, der Handweker hat nur zehn Minuten gebraucht und ich hab keine Tor verpasst.

17.47: Nach einem unspektakulären Auftakt kommt Gladbach nun besser ins Spiel und kommt so so etwas wie Ansätzen für Chancen. Dass Rob Friend allerdings versucht Borger mit Ball über die Linie zu grätschen war eher unnötig.

17.37: Wie nicht anders zu erwarten bloggt dogfood ebenfalls live mit. Allerdings sind die Sympathien bei ihm anders verteilt.

17.28: Rechtzeitig von der Arbeit zurück geht es beim Bolzplatz weiter mit dem Gladbach-Live-Blogging. Wahrscheinlich mit kleiner Unterbrechung, weil sich der Glaser angekündigt hat, ein Fenster auszumessen.

In der Gladbacher Aufstellung wird mal wieder das Mittelfeld durchrotiert. Marin abermals draussen. Paauwe rückt aus der Abwehr ins defensive Mittelfeld, Gohuori für ihn von der Bank in die Abwehr. Svärd sitzt auf der Bank. Für ihn rückt van den Bergh auf die linke Seite. Rösler geht von links in die Mitte, Ndjeng von der Mitte auf rechts. Alles klar?

Freitag, 21. September 2007

Live-Blogging: Gladbach - Augsburg

20.06: Wusste ich bis letzte Woche auch noch nicht: Jos Luhukay kann lächeln. Nach den letzten beiden Spielen sah der Mann wie verwandelt aus. Als ob er richtig Spaß an seinem Job hätte. Da purzeln im Moment Gebirgsmassive von den Herzen.

Schade: Premiere musste alle fünf Zweitliga-Begegnungen in "Alle Spiele, alle Tore" in 15 Minuten durchjagen. Von Entwicklungen, Spielverlauf oder ähnlichem war nichts zu sehen. Gerade 1860 - St.Pauli muss, wenn man Dogfoods Bericht liest, dramatisch gewesen sein.

19.47: "Oh wie ist das schön!" Die Gladbacher Fans feiern schon Minuten vor Schluss den dritten Sieg in Folge.

Wieder einmal hätte es einfacher sein können. Augsburg hatte drei Chancen, daraus resultierten zwei Tore und die drei Punkte waren unnötig in Gefahr. Der in den bisherigen Spielen tadellose Heimeroth hatte nicht seinen besten Tag erwischt.

Positiv hingegen tat sich erneut Ndjeng hervor, der in der zweiten Halbzeit besser in seine Position fand und eine Pferdelunge bewies. Auch der von Kölner Seite gerne gescholtene Voigt legte erneut eine blitzsaubere Partie hin und sorgte sogar für Torgefahr von seiner Seite. Paauwe ließ im defensiven Mittelfeld nichts anbrennen, Friend erwies sich erneut als lange gesuchter Sturmtank.

Tatsächlich gab es heute nichts zu meckern, außer der gegnerischen Chancenverwertung.

19.40: TOOOOOR für Gladbach! Nando Rafael nimmt einen Befreiungsschlag an der Mittellinie mit der Brust an, dreht sich und setzt ein unwiderstehliches Solo über 50 Meter an, bei dem sein Gegenspieler ihn nicht stoppen kann, und verwandelt sicher aus 17 Metern in die lange Ecke.

19.36: Rafael erzielt das 4:2, doch der Linienrichter winkt unmotiviert Abseits.

19.33: Nach dem 3:2 sieht das Gladbacher Spiel weit weniger souverän aus als zuvor.Luhukay wechselt positionsgetreu. Für Svärd und den erschöpften Neuville kommen meine Spezialkandidaten Polanski (der sich direkt mit Fehlpässen empfiehlt) und Rafael. Das Stadion muss weiterhin auf Marin warten.

Auf Augsburger Seite kommt Benschneider - eigentlich prädestiniert für die Manndeckung von Friend - für den wie ein abgestochenes Schwein aus einer Platzwunde blutenden Dreßler.

19:25: Tor für Augsburg. Wieder einmal ein Angriff aus dem Nichts heraus. Von rechts ein Flankenwechsel aus dem Halbfeld. Müller nimmt den Ball an und zieht freistehend aus spitzem Winkel ab. Heimeroth faustet den Ball, sagen wir unglücklich, genau in die Mitte an den Fünfmeterraum, wo Diabang nichts mehr falsch machen kann. 3:2.

19.19: Zwei weitere Riesen-Chancen für die Borussia. Augsburg muss aufpassen, dass es nicht ein erneutes Debakel erlebt. Seit dem ersten Tor spielt Neuville wie ausgewechselt und dreht richtig auf.

19.14: TOOOOOOR für Gladbach! Eine Freistoßflanke von Voigt wird rausgeköpft vor die Füße von Ndjeng. Der zieht aus 20 Metern den Ball an den Pfosten. Denn Abpraller staubt Friend souverän zum 3:1 ab.

19.11: Auf der anderen Seite hat Hlinka nach schönem Solo von Ledezma völlig freie Schussbahn vom Strafraum, aber holzt den Ball kläglich über das Tor.

19.09: Es geht Schlag auf Schlag. Voigt tankt sich von links in den Strafraum und kickt den Ball irgendwie Richtung langem Pfosten. Die Kirsche läuft parallel zum Tor. Neuville grätscht in den Ball, dorch ein Augsburger hat sich positioniert und kratzt den Ball von der Linie.

19.07: Tor für Augsburg. Eine harmlose Ecke lässt Heimeroth fallen und Dreßler sagt per Kopf Dankeschön.

19.05: TOOOOR für Gladbach! Neuville schlägt per Kopf zu. Nach einem Einwurf auf Höhe der 16er-Grenze kann sich Ndjeng den Ball zurecht legen und in aller Ruhe flanken. Neuville läuft auf den kurzen Pfosten und tippt den Ball mit der Stirn ins kurze Eck.

19.00: Keine Änderungen auf beiden Seiten. Und jetzt fängt das große 2.-Halbzeit-Zittern bei Gladbach an.

Halbzeit: Mit dem Halbzeitpfiff wurde Rainer Hörgls Taktik atomisiert. Augsburg spielte offensichtlich auf ein 0:0 und zeigte null Ambitionen nach vorne.

Gladbach führt zwar absolut verdient, hätte aber mit einer anderen Aufstellung noch mehr herausholen können. Das 1:0 war eher eine Kombination aus Zufall und Einzelaktion, von daher in der Entstehung schmeichelhaft.

In der 2. Hälfte wird es ein ganz anderes Spiel, denn Augsburg muss nun kommen und die Beton-Abwehr auflösen. Die Borussia sollte sich überlegen, wie sie gezielte Konter setzen kann. Ergo sollte Luhukay dringend den Flügeln Leben einhauchen.

Das Experiment mit Ndjeng in der Zentrale darf als gescheitert gelten. Er spielt dort wie ein Außenspieler, baut das Spiel nie auf, sondern nimmt mit dem Ball Tempo auf und versucht zum Abschluss zu kommen. Genau das fehlt auf der völlig verwaisten rechten Seite. Auf links hat Rösler ein paar brauchbare Flanken reingeschlagen, doch ist dort zu selten anspielbar, sondern turnt meistens in der Halbposition rum.

Logische Konsequenz: Rösler in die Mitte, Ndjeng auf rechts, Svärd raus und dafür Marin auf links.

In München zeigt gerade 1860, welche Laufwege man besetzen muss, um eine Abwehr auszuhebeln. Das ist großes Angriffsspiel.

18:45: TOOOOOOOOR für Gladbach! Der bisher völlig abgetauchte Neuville steht am 16-er Eck mit dem Rücken zum Tor, lässt mit einer Körpertäuschung zwei Augsburger aussteigen und schlenzt den Ball flach in das lange Eck.

Vorausgegangen war ein hoher Pass Paauwes von der Mittellinie in den Strafraum auf Friend, der den Ball per Kopf verlängert. Ein FC-Verteidiger kann die Pille nicht kontrollieren und lässt ihn vor Neuvilles Füße prallen.

18.41: Gefährlich kann man nur noch Distanzschüsse nennen - und auch das nur mit viel Wohlwollen. Hdiouad bei Augsburg und Ndjeng bei Gladbach haben es aus 20 Metern probiert.

18.34: Die Neueinteilung im Mittelfeld zahlt sich alles andere als aus. Sowohl Svärd als auch Rösler wissen nichts mit der Außenbahn anzufangen. Rösler orientiert sich ständig in die MItte, Svärd nach hinten, so dass die Flügel viel zu selten besetzt sind und kaum ein Flankenspiel zustande kommt.

18.29: Aus dem Nichts eine 100-prozentige für Augsburg. Eine Flanke von der linken Seite landet aber ganz genau auf dem Kopf von Vorbeck, der den Torhüter fragen kann, wo er ihn hinhaben will. Stattdessen köpft er strack in die Mitte und ehe Heimeroth weiß wie ihm geschieht, hat er den Ball schon gefangen.

18.21: Bis dato ein sehr gutes Spiel von Gladbach. Augsburg kommt nie durch das dicht gestaffelte Mittelfeld, steht aber massiv am eigenen 16er. Das verhindert den finalen, gefährlichen Pass der Borussia. Die ist deswegen dazu übergegangen, vor allem mit hohen Bällen auf Friend zu agieren und die Außen einzusetzen. Der Ball dürfte zu 70% im Besitz der Borussia sein.

Dennoch wünscht man sich einen Marin, der zwei, drei Leute frisch machen kann und so die Abwehr des FC aufbricht.

18.16: Voigt flankt von der Mittellinie in den Strafraum, Friend legt mit viel Gefühl per Kopf auf Rösler, doch der schießt vom linken Fünfereck aus spitzem Winkel rechts(!) am Tor vorbei. Der hätte drin sein müssen. Ich bin jetzt schon mit den Nerven durch. Es müsste schon 2:0 stehen.

Wieder auffällig: Friend behauptet fast jeden Ball, per Kopf dürfte die Quote sogar 100% betragen.

18.10: Riesenchance für Rob Friend. Ein gelupfert Pass erreicht ihn am Elferpunkt, er zieht leicht nach rechts und steht völlig alleine vor dem Tor. Warum auch immer: er schließt nicht ab, sondern spielt einen Querpass ins Nirgendwo.

18.00: Die Gladbacher Aufstellung: Heimeroth - Voigt, Gohouri, Brouwers, Levels - Rösler, Paauwe, Svärd, Ndjeng - Neuville, Friend

Ndjeng agiert in den Anfangsminuten nicht auf rechts, sondern zentral hinter den Spitzen, dafür Svärd auf dem Flügel. Luhukay ist scheinbar doch nicht von der erfolgreichen Raute der Vorwoche abgerückt, hat sie allerdings kräftig durchrotiert.

17.58: In Paderborn leitet Bibiana Steinhaus die Partie und wird von allen Seiten mit Komplimenten und Vorschusslorbeeren überschüttet. In der Regionalliga hat sie in 49 Spielen 11 rote Karten verteilt. Mal schauen, ob sie nach dem Abpfiff bei den Trainern immer noch so beliebt ist.

17:57: Luhukay erklärt seine Änderungen gegenüber dem letzten Spiel: Gohouri rückt wieder rein, weil er gegenüber Paauwe ein "echter" Innenverteidiger ist und Luhukay mit einer Doppelspitze bei Augsburg rechnet. Paauwe spielt mit Svärd eine Doppelsechs. Dafür rückt Rösler aus der Zentrale auf die linke Seite. Marin und Coulibaly bleiben auf der Bank. Die Begründung: Ndjeng hätte gegenüber den beiden "mehr Tiefe in seinem Spiel" und wäre torgefährlicher. Dass die beiden auch eine Alternative auf Links gewesen wären, erwähnt er mit keinem Wort.

Mittwoch, 19. September 2007

Sehen meine verkrusteten Augen richtig?

Keine Ahnung, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass aus einer Ecke ein Tor fällt. Jedenfalls ist sie nicht sehr hoch. Irgendwo im unteren einstelligen Prozentbereich.

Das hindert die deutschen Fankurven jedoch nicht daran, bei jeder solchen Standardsituation ein gespanntes "Ooooooooooooh!" anzustimmen und dabei in Kopfhöhe mit den ausgestreckten Armen in der Luft rumzufuchteln.

In Gladbach war dies in den letzten Jahren höchstens noch eine Maßnahme, um die Durchblutung in den Fingern anzuregen. Denn die Aussicht auf ein Tor tendierte nicht gegen, sie war gleich Null.

Umso unfassbarer, war an den ersten Spieltagen dieser noch jungen Spielzeit passierte. Vier, in Worten vier von sieben Treffern erzielte die Borussia nach Frei- oder Eckstößen. In drei von vier Fällen sah die Ausführung sogar geplant aus. Und als ob das noch nicht reichen würde, bekam der staunende Zuschauer eine ganze Reihe weiterer gefährlicher Flanken zu sehen.

Wie konnte das passieren? Die simple Ursache ist der Verzicht auf Flügelspieler, die den Ball aus dem Halbfeld blind in Richtung gegenüberliegende Eckfahne dreschen (ja, Bernd Korzynietz, ich meine dich!). Stattdessen sind mit Marin und Ndjeng Jungs dabei, die in der Lage sind, die Kugel scharf und gleichzeitig gezielt zwischen Fünfmeterraum und Elfer-Punkt zu servieren.

Klingt einfach? Ist es nicht. Seit den seligen Zeiten eines Kastenmeiers und eines Neuns warte ich auf, so etwas noch einmal mit einer Regelmäßigkeit, die Zufall aussschließen lässt, zu sehen.

Sonntag, 16. September 2007

Verdächtige Ruhe in Gladbach

Zwei Wochen lang war es verdammt ruhig rund um den Nordpark. Der Sieg gegen Osnabrück hat zumindest vorübergehend die Kritiker verstummen lassen. Es scheint, als warten alle nur darauf, was morgen passiert, um dann entweder den Angriff auf die Aufstiegsplätze auzurufen oder den Kopf des Trainers zu fordern.

Die Partie in Aue undankbar. Aue ist wieder einmal gut gestartet, heimstark und verkörpert mit jeder Faser rustikalen Zweitligafußball. Das wird eine harte Nuss und kann gehörig schief gehen. Ein Sieg dort wäre trotzdem nur ein kleiner Schritt. Auch die folgenden Gegner sind alles andere als Selbstläufer. Augsburg ist ein angeschlagener Boxer, der sich gerade mit einem 5:1-Punch zurück ins Match gekämpft hat. Über St.Paulis Qualitäten braucht man nach diesem Saisonauftakt keine großen Worte mehr zu verlieren.

Drei Gegner liegen also vor der Borussia, die auf dem Papier und angesichts der Ambitionen weggehauen werden müssen. Doch auch wenn Luhukay nochmal 14 Tage Zeit hatte, die bis dato von ihm als Rechtfertigung vorgebrachten fehlenden Automatismen einzuüben, mag ich so recht nicht an ein zielführendes Auftreten glauben. Aue wird genau der Gegner sein, den Gladbach im Moment nicht gebrauchen kann.

Samstag, 1. September 2007

Die Drohung

Bitte, bitte Gladbach: Morgen muss ein Sieg her. Denn als ob die Aussicht auf die Abstiegsplätze nicht schon schlimm genug wäre, macht uns der Express erst so richtig Angst.

Freitag, 24. August 2007

Live Blogging: Mainz -Gladbach

Update 22.00 Uhr: Wie ich vom r0ssi und vom Trainer gehört habe, hat twoday gerade extreme Schwierigkeiten. Die Beiträge gehen mit einer Stunde Verspätung live und kommentieren scheint völlig unmöglich. Ich hab gerade einen Hals.

20.00: Christian Ziege zeigt sich völlig enttäuscht. Weist aber darauf hin, dass er das erste Mal ein schlechtes Spiel seiner Mannschaft gesehen habe. Luhukay ergibt sich in Allgemeinplätzen und versucht die Verzweiflung zu verbergen. Die Aussage Zieges, man müsse nächste Woche alles machen, was Mainz heute gemacht habe und alles lassen, was man selbst gezeigt habe, lässt mich allerdings nicht optimistisch in die Zukunft blicken.

Das Fazit ist nicht schwierig: Für Gladbach hat es an allem gemangelt. Mainz hat die Unfähigkeit anfangs glücklich, später souverän ausgenutzt. Im Mittelfeld war Mainz bockstark, hat jede Spielentfaltung im Keim erstickt. Das war aber nur möglich, weil Gladbach trotz angeblich sehr guter Einzelspieler, niemals in der Lage war, ein Passspiel aufzuziehen. Im Gegenteil. Das war ein Armutszeugnis an Ideenlosigkeit und Ungenauigkeit.

Spielentscheidend waren zwei frühe Tore, zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt verdient, die das Gladbacher Selbstbewusstsein völlig zerstört haben.

Klopp zeigt sich völlig begeistert über die Mannschaftsleistung und lobt extrem das Pressing und den Matchwinner Karhan. Zweiter herausragender Mann auf dem Platz war der Wirbelwind im Sturmzentrum Barja.

19.46: Bitter, jetzt hat auch noch Köln gewonnen. Das heißt, die komplette Presse-Abreibung in der nächsten Woche wird die Borussia abbekommen.

19.45: Gladbachs Sturmhoffnung Colautti, gerade erst eingewechselt, verletzt sich ohne Gegnereinwirkung.

19:44: Mainz spielt den Pin runter. Das Publikum feiert jeden Ballkontakt. Der Premiere-Kommentator nimmt Marin einzig von einer desaströsen Mannschaftsleistung aus.

19.40: Das Spiel plätschert seinem Ende entgegen. Der Premiere-Kommentator: "Vor Luhukay liegt eine Menge Arbeit - wenn er sie denn leisten darf." Was macht Volker Finke eigentlich zurzeit?

19:34: Möglichkeit zur Ergebniskosmetik vertan. Marin schlenzt aus sieben Metern am fast leeren Tor vorbei. Der hätte drin sein MÜSSEN.

19:30: 4:1, Paauwe köpft nach Ecke Marin locker ein. Keiner freut sich.

19:27: Immer noch keine einzige ernstzunehmende Chance für Gladbach. Jeder Ball, der in der Mainzer Hälfte gespielt wird ist fehlpassverdächtig.

19:24 Jetzt geht es weiter locker Richtung Gladbacher Tor. Das könnte ein Schlachtfest werden.

19:21 Luhukay dürfte nach dem Spiel bereits extrem wackeln. Nicht weniger Daum in Köln.

19:19: Fantastischer Konter von Mainz, der erfolgreich abgeschlossen wird. Der Premiere-Kommentator spricht von einer Bankrott-Erklärung.

19:08: 3:0 für Mainz. Ein harmloser Freistoß aus 35 Metern wird von von Gouhouri mit dem Ellbogen unhaltbar abgefälscht.

19.05: Angriffsversuche der Gladbacher. Ein Nuttenball nach dem anderen. Zum Glück liegt Köln auch hinten.

19.01: Nur Mainz wechselt. Luhukay scheint auf das "bewährte" System zu vertrauen.

18.45: Aus Gladbacher Sicht war das gar nichts. Man weiß nicht erst seit heute, wie Mainz spielt. Trotzdem findet die Mannschaft nicht das geringste Mittel gegen das aggressive Forechecking. Immer, und ich meine immer, sind sechs Mainzer in einem Umkreis von fünfzehn Meter um den Ball, sobald Gladbach zur Offensive ansetzt. In einem eigentlich ausgeglichenen Spiel ist Mainz die leidenschaftlichere, zweikampfstärkere und nicht zuletzt glücklichere Mannschaft. Das Eckenverhältnis beschreibt vielleicht am besten die Machtverhältnisse im Mittelfeld: 5:1 für Mainz.

Es scheint erneut so, als würde die Mannschaft mit dem Spielsystem mit nur einem Stürmer nicht zurechtkommen. Die angeblichen Außenstürmer Marin und Touma bleiben spätestens im Halbfeld hängen und haben noch keine einzige Flanke reinschlagen können.

18.37: Erster Torschuss von Gladbach nach einem Freistoß-Trick durch Bögelund aus spitzem Winkel. Auffällig: Marin, der in den letzten Wochen durch Dribbel-Künste brillierte liegt fast nur am Boden. Und immer ist nicht einer, sondern es sind zwei Mainzer, die sich anschließend beschweren, dass sie nicht gefoult haben sollen.

Mainz anschließend mit einer astreinen Konter, den Borja freistehend aus achtzehn Metern zu harmlos abschließt.

18.35: Immer noch kein einzige konstruktiver Angriff von Gladbach. Auch wenn Mainz extremes Pressing spielt ist das viel zu wenig. Allerdings hatte 05 auch kein bisschen mehr als die beiden Chancen, die zum Tor führten.

18.30: Nach langem Abschlag läuft Marin auf Rechtsaußen frei durch, geht an der Torauslinie in den Strafraum und wird sehr, sehr robust weggeblockt. Da hätten andere Schiris Elfer gepfiffen, aber die Entscheidung war vertretbar. Leider war das bisher die gefährlichste Szene der Borussia.

18.25: Mainz steht bei Ecken und Freistoßflanken extrem gut. 05 lässt keinen Gladbacher Abschluss zu, sondern foult lieber 30 Meter vor dem Tor und fängt die Standards souverän ab.

18.21: Demirtas auf Mainzer Seite verletzt raus. Rein kommt der gehörlose Markolf, den Klopp gestenreich anweist.

18.17: 2:0 für Mainz. Gladbach ließ sich in der Abwehr ausspielen, Brouwers musste am Sechzehner foulen. Den fälligen Freistoß zirkelt Gunkel in den Winkel.

18.12: 1:0 für Mainz. Mainz erstickte in der dichten Gladbacher Abwehr, war eigentlich im Rückwärtsgang. Doch ein übler Abstimmungsfehler in der Gladbacher Abwehr lässt den Torschützen Borja frei am Sechszehner stehen und erlaubt Karhan den tödlichen Pass. Voigt hatte ein klares Abseits aufgehoben. Bis dahin sah es nach einem ganz üblen Kick aus.

18.05: Noch gar nichts passiert. Auf beiden Seiten ist das Mittelfeld extrem eng gestrickt, so dass jeder dritte Pass in den Maschen des Gegners hängen bleibt.

Vor dem Spiel hat sich Christoph Daum im Interview mehr oder weniger von seiner Schiri-Schelte distanziert und erklärt, dass er schriftlich Abbitte beim DFB geleistet hat.

18.00: Einige Verletzte auf beiden Seiten. Dimo Wache mit ausgekugelter Schulter draussen, auf Gladbacher Seite das halbe defensive Mittelfeld verletzt. Luhukay deswegen gezwungenermaßen mit taktischer Umstellung. NUr eine sechs, dafür zwei Zehner mit Rösler/Coulibaly. Wahrscheinlich aber nur auf dem Papier, weil sich einer immer zurückfallen lassen wird. Dazu mit Touma erstmals der holländische schwedisch-libanesische Hoffnungsträger in der Anfangsformation.

Luhukay verteidigt im Interview seine Aussagen gegen die Fans. Unabhängig von der Leistung habe er sich Unterstützung gewünscht, weil die Mannschaft dringend Selbstbewusstsein brauche. Klopp attesitiert Gladbach gegen die allgemeine Wahrnehmung eine sehr gute Leistung in den ersten beiden Spielen.

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