Amateure

Samstag, 26. Mai 2007

Pauli is back

Gibts hier irgendeinen Leser, der St.Pauli Scheiße findet? Nicht? Das dachte ich mir. Großartig also, dass dieser Verein wieder in der zweiten Liga spielt. Aber was war das für eine Saison?

In der Hinrunde krebste Pauli in den Niederungen um Platz zwölf, dreizehn herum - ganz unten in einem allerdings sehr engen Feld von Aufstiegsanwärtern. Dann kam Stanislawski, der einen stuttgartesken Endspurt mit seinem Team hinlegte.

Daneben flogen zwischen Präsidium und Aufsichtsrat die Fetzen, war Corny Littmann bereits entlassen, klagte sich wieder zurück, wurde dann im Amt vorläufig bestätigt.

Ganz nebenbei wurde zu Saisonbeginn der Stadionausbau in trockene Tücher gewickelt, so dass spätestens ab 2013 27.000 Fans ins Millerntor reinpassen. Wie ich in der NDR-Zusammenfassung erleben durfte, sorgt die nicht mehr vorhandene Südtribüne bereits für ein ungewohntes Panorama auf diverse Industrieanlagen.

By the Way: NDR, was ging denn da? Klar, für einen Regionalligaverein schmeisst man das Programm nicht über den Haufen. Aber ist St. Pauli ein Regionalligaverein? Höchstens auf dem Papier! Fans in ganz Deutschland hätten eine Live-Übertragung verdient gehabt. Da hat selbst das Veto von Fritten, Fussball und Bier nix geholfen.

Dass durch den Aufstieg die eh schon krasse zweite Liga einen weiteren ambitionierten Verein dazugewinnt - das macht fast schon keinen Unterschied mehr.

Donnerstag, 4. Januar 2007

9 Freunde

Unschöne Nachrichten für alle Standfußballer: Theo Zwanziger will ab der Kreisliga A abwärts nur noch acht Feldspieler auflaufen lassen. Eigentlich wollte ich ja bald wieder angreifen. Aber jetzt warte ich lieber ab, ob auch die Plätze kleiner werden.

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Andy Möller strikes back

Andy Möller startet seine Trainerkarriere - allerdings sehr bescheiden in der Oberliga. Bei Viktoria Aschaffenburg heißt das Motto ab nächster Saison also: Schnell laufen und noch schneller fallen.

Donnerstag, 23. November 2006

Regionalliga: Der Trend geht in die Städte

Es gibt einige weiße Flecken auf der Fußballlandkarte, die sich demnächst durch die Hintertür in die Bundesligen verschaffen könnten. Heidelberg gehört dazu - und das schon länger. Seit Dietmar Hopp das Ziel ausgerufen hat, Hoffenheim unter dem neuen "Brand" Heidelberg nach oben zu führen.

Nun gesellt sich auch Wiesbaden dazu. Hat jemals jemand über Kicker-Heldentaten aus der hessischen Hauptstadt gehört? Ich nicht. Aber nun will der SV Wehen dorthin umziehen. Mit zehn Punkten Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz in der Regionalliga kann man schonmal laut über höhere Aufgaben nachdenken. Und mit einem Stadion, das eher wirkt wie eine Bezirkssportanlage, muss man nach Ausweichmöglichkeiten suchen - alleine schon aufgrund der DFL-Vorgaben.

Wiesbaden soll es sein. Kein Problem, ist auch nur 10 Kilometer entfernt. Und, man muss es kaum erwähnen, eine neue Arena soll dort gebaut werden. Auch nicht wirklich überraschend: Der Verein lebt von einem Mäzen, der Weltmarktführer fürseltsame Produkte ist. Aber in der Hinsicht wundert mich gar nix mehr, seit ich weiß, dass in Siegen Autokennzeichen für die halbe Menschheit hergestellt werden.

Freitag, 22. September 2006

Rummenigge schizo?

Ist das hier derselbe Kalle, der die ganze Woche seinem Coach vorwirft den Spielern Alibis zu geben?

Sollte mal nen Seminar anner VHS besuchen:

"Glaubwürdigkeit in der Mitarbeiterführung"

Dienstag, 15. August 2006

Ganz unten

Hat schon jemand einen Blick auf die Regionalliga-Tabellen geworfen? Drei Spieltage sind in der dritten Klasse bereits gespielt und bei zwei Vereinen brennt es bereits lichterloh.

In der Nord-Staffel hat Fortuna Düsseldorf drei satte Niederlagen eingefahren. Trainer Uwe Weidemann hatte vor der Saison Platz vier als Saisonziel ausgerufen - der ist erstmal in weite Ferne gerückt. Aber ohne Fehlstart machts den Düsseldorfen scheinbar keinen Spaß, wie bereits Oliver mit leichter Schadenfreude bemerkt hat.

Noch weiter unter den eigenen Ansprüchen spielt derzeit eigentlich nur die TSG Hoffenheim. Einen ganzes Pünktchen hat Ralf Rangnicks Truppe bisher erobern können. Angesichts des mit ehemaligen Bundesligaspielern gespickten Kaders klingt es da doch ein bisschen nach Ausrede, wenn der Trainer die fehlende Qualität bemängelt.

Vielleicht war es noch nie eine gute Idee, gescheiterte Profis zu verpflichten. Vielleicht kann man Erfolg nicht kaufen. Vielleicht sollte Rangnick weniger Zeit in seine Tätigkeit als DSF-Experte investieren und ein bisschen mehr in den Verein. Vielleicht startet die TSG aber auch in der nächsten Woche eine Serie und lässt alle verstummen, die - wie ich - ihre Schadenfreude nicht verbergen können.

Montag, 31. Juli 2006

Der Zweitverein

Nick Hornby hatte einen, ich habe auch einen. Wenn man der Heimatstadt den Rücken kehrt, der angestammte Platz in der Fankurve also in unerreichbare Ferne rückt, sucht man sich einen Zweitverein. Einen Verein also, den man wohlwollend begleitet, dessen Spiele man sich hin und wieder im Stadion anschaut und den man zuerst sucht, wenn man den lokalen Sportteil durchblättert. Eine Art Ersatzdroge.

Der Zweitverein wird niemals den Status erreichen, den der einzig wahre Club inne hat. Ganz im Gegenteil: Einen Zweitverein kann man wechseln wie eine Unterhose. Ihm schenkt man nicht sein Herz, sondern Aufmerksamkeit. Jedesmal wenn ich umzog, suchte ich mir einen neuen.

Um Konflikte zu vermeiden, muss der Zweitverein mindestens zwei Klassen unter dem einzig wahren Verein spielen (Verbandsliga muss es aber schon sein, sonst könnte man sich direkt selbst beim Kicken zugucken).

Mein erster Zweitverein war Preußen Münster. Ich wohnte zwar noch lockere 70 Kilometer weg, aber immerhin schon im Münsterland.

Während meiner Zeit in Siegen war die Auswahl nicht sehr groß. Außer den Sportfreunden gibt es dort nicht viel. Als ich in der Stadt ankam, spielten der Club in der Regionalliga, Tendenz fallend. Wie trübe waren die Aussichten, als sich Siegen drei Jahre später auf Aufstiegskurs befand und Gladbach im Abstiegskampf wankte. Erst- und Zweitverein in einer Liga? Nicht auszudenken. Es ging gerade noch mal gut.

Nun also Mannheim. Mannheim und Fußball, das ist gleich Waldhof. „Nimm Waldhof, Dülp“, höre ich euch sagen. Leichter gesagt als getan. Seit ich hier bin, versuche ich die Blau-Schwarzen gut zu finden. Klappt leider nicht. Denn direkt neben dem Carl-Benz-Stadion steht das ungleich kleinere Rhein-Neckar-Stadion, Heimstatt des VfR Mannheim (übrigens Deutscher Meister 1949). An eines der Kassenhäuschen ist eine rote Faust gemalt, die rebellisch dem großen Nachbarn entgegengereckt ist. Als ich das erste Mal daran vorbei radelte, hatte ich einen Deal mit dem VfR. Bis auf weiteres steht er im Zentrum meines lokalen Fußballinteresses. Mal schauen, wie viel Saisons ich und die Rot-Blau-Weißen zusammen verbringen dürfen.

Donnerstag, 20. Juli 2006

Das Ende einer Bastion

So, liebe Punkrocker, Hausbesetzer, Linksalternative und Luden. Ihr dürft jetzt offiziell eure "Rasenheizungsverweigerer"-Shirts in die Altkleidersammlung geben. Auch die Sitzplätze sind nicht mehr länger für den Arsch. Viel schlimmer: VIP-Logen gibts bald für diejenigen unter euch, die als erfolgreiche Unternehmer das System von innen unterwandern.

Der FC St.Pauli bekommt ein neues Stadion. Proteste haben keinen Zweck mehr, die alte Hütte wird kräftig gepimpt. Aber was soll man machen? Das Millerntor ist so abgefuckt wie die Buden an der Hafenstrasse in den 80ern. Das hätte nicht mal mehr für die Regionalliga-Lizenz gereicht. Also entweder uncool oder Kreisklasse.

Gut dass ihr einen Mann wie den Corny habt, der das Marketinggespür eines Stefan Raab besitzt. Die Gratwanderung, das Protest-Image wirtschaftlich auszuwringen, hat er in den letzten Jahren perfektioniert. Angefangen bei dreckverschmierten Spielern auf Autogrammkarten über Camouflage-Trikots bis zu den berühmten Weltpokalsiegerbesieger-Shirts, die einem in ganz Deutschland begegnen. Nun also "Séparées" in rotplüschigem Puff-Ambiente statt edel gestylter Business-Lounges.



Der olle Papa Heinz macht im Himmel eine Flasche Schampus auf. Ich vermute St.Pauli kann behaupten, den am längsten geplanten und am häufigsten verhinderten Stadion-Neubau der Welt in trockene Tücher gebracht zu haben.

Donnerstag, 1. Juni 2006

Fußbälle im Test

Die Stiftung Warentest hat für die Juni-Ausgabe ihres Magazins Fußbälle getestet. Nicht allzu überraschend waren die unverhältnismäßig teuren Pocken auch die besten. Allen voran der WM-Ball von Adidas mit einer Gesamtnote von 1,6 zum stolzen Preis von 110 Euro.

Das Budget einer Kreisliga-Mannschaft dürfte wohl bei zwei Teamgeists (ist das der korrekte Plural?) erschöpft sein. Deswegen ist der Niedrigpreis-Sektor deutlich interessanter.

Das oberste Kriterium für Amateur-Vereine dürfte die Haltbarkeit sein. Eine Saison sollte so ein Ball optimalerweise mitmachen. Die Balleigenschaften, wie zum Beispiel die "Rundheit" oder die "Richtungsstabilität" sind bestenfalls zweitrangig (wer mich jemals einen Freistoß hat schießen sehen, weiß warum).

Deswegen ist die Kaufempfehlung der Matchball von Tramondi. Der ist robust, kostet nur 15 Euro und schließt mit einer Gesamtnote von 2,4 ab. Wer eine Marke bevorzugt ist mit dem Adidas Teamgeist Replique gut bedient. Die Preisempfehlung lautet 25 Euro bei ordentlicher Haltbarkeit und einem Testergebnis von ebenfalls 2,4.

Mittwoch, 26. April 2006

Die dritte Klasse

Hey, beim DFB gibt es doch nich Leute, die nachdenken. Die Neuausrichtung der dritten Spielklasse ist mal eine richtig gute Idee.

Bisher war es so: In der Regionalliga Nord waren gefühlte 80% der Mannschaften der Nachwuchs der Bundesligisten und 20% waren Traditionsteams mit der Ambition langfristig zweitklassig zu spielen. Im Süden waren es nur 30% Farmteams, 20% Traditionsteams mit der Ambition langfristig zweitklassig zu spielen und 50% Wald- und Wiesenvereine mit einem potenten Bauunternehmer im Rücken.

In der geplanten eingleisigen dritten Liga sollen die Reservemannschaften der Profi-Clubs nicht mehr spielen. Das erhöht die Attraktivität deutlich nicht nur für die eigenen Fans, sondern für alle Fußballinteressierten und für Sponsoren kleinerer Vereine. Auf dieser Ebene sind kleine Klassiker wie zum Beispiel Waldhof Mannheim gegen Rot-Weiß Essen oder Fortuna Düsseldorf gegen FC St. Pauli an der Tagesordnung und keine Perlen einer langen Saison mehr.

Genauso wichtig ist die neue Abstiegsregelung für die zweite Liga. Im Moment ist es wohl eher ein Glücksspiel. Bei drei Auf- und vier Absteigern ist eine langfristige Planung kaum möglich: Fast die Hälfte der Vereine wechselt nach jeder Saison die Liga. Das passt einfach nicht mehr zu den wirtschaftlichen Ansprüchen, die an die Vereine gestellt werden.

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