Eine verhinderte Karriere und ihre Ursache
Neulich in der Änderungsschneiderei habe ich, am Vorabend meiner aktiven Laufbahn, erfahren dürfen, warum eine große Karriere versagt geblieben ist. Und das kam so:
Wenn man auf die Dreißig zugeht, kann man sich schonmal ein feines Stöffchen gönnen, dachte ich mir, und erwarb einen Anzug.
Das Unterfangen stellte sich als nicht so leicht wie geplant heraus, denn aufgrund meines leicht unproportionalen Körperbaus musste ich Sakko und Hose in unterschiedlichen Größen wählen und die Hose zusätzlich kürzen lassen. Ich stand also auf dem Podest der jungen polnischen Nähfrau um die Ecke, während sie fleißig Maß nahm mit Nadeln absteckte. Alles Routine soweit, bis sie am zweiten Bein zu werkeln begann. Ein Ausruf des Erstaunens drang von unten an mein Ohr, die Nähfrau sprang auf und holte ein Maßband. So etwas, sagte sie, habe sie noch nicht gesehen. Mein linkes Bein sei zwei Zentimeter kürzer als das rechte. Etwas Ähnliches hatte mit bereits mein Arzt mitgeteilt, doch ohne die genaue Dimension anzugeben. Von den Einlagen zu urteilen, die er mir verschrieben hatte, konnte es sich nur um Milimeter handeln.

Urplötzlich dämmerte es mir. Das Puzzlestück, das all die Jahre fehlte, fügte sich nahtlos ein. Könnte David Beckham seine Flanken so unnachahmlich hereinschnibbeln, wenn er ständig mit dem linken Fuß in einer zwei Zentimeter tiefen Grube stehen würde? Ich glaube kaum. Hätte Andy Brehme den Elfmeter im WM-Finale 1990 mit seinem Standbein auf einem Hügel verwandelt? Eher nicht.
Das Wissen um das körperliche Defizit ist nur ein schwacher Trost, aber Anlass zu wilden Spekulationen: Wo könnte ich heute stehen, wenn ich nicht so asymetrisch wäre? Ganz oben in der Kreisliga A? Mit Sicherheit. Leider ist es zu spät, das Heilfleisch ist nicht mehr das eines 18-jährigen. Sonst wäre es ein Überlegung wert, der Karriere durch die Möglichkeiten der modernen Medizin auf die Sprünge zu helfen.
Wenn man auf die Dreißig zugeht, kann man sich schonmal ein feines Stöffchen gönnen, dachte ich mir, und erwarb einen Anzug.
Das Unterfangen stellte sich als nicht so leicht wie geplant heraus, denn aufgrund meines leicht unproportionalen Körperbaus musste ich Sakko und Hose in unterschiedlichen Größen wählen und die Hose zusätzlich kürzen lassen. Ich stand also auf dem Podest der jungen polnischen Nähfrau um die Ecke, während sie fleißig Maß nahm mit Nadeln absteckte. Alles Routine soweit, bis sie am zweiten Bein zu werkeln begann. Ein Ausruf des Erstaunens drang von unten an mein Ohr, die Nähfrau sprang auf und holte ein Maßband. So etwas, sagte sie, habe sie noch nicht gesehen. Mein linkes Bein sei zwei Zentimeter kürzer als das rechte. Etwas Ähnliches hatte mit bereits mein Arzt mitgeteilt, doch ohne die genaue Dimension anzugeben. Von den Einlagen zu urteilen, die er mir verschrieben hatte, konnte es sich nur um Milimeter handeln. 
Urplötzlich dämmerte es mir. Das Puzzlestück, das all die Jahre fehlte, fügte sich nahtlos ein. Könnte David Beckham seine Flanken so unnachahmlich hereinschnibbeln, wenn er ständig mit dem linken Fuß in einer zwei Zentimeter tiefen Grube stehen würde? Ich glaube kaum. Hätte Andy Brehme den Elfmeter im WM-Finale 1990 mit seinem Standbein auf einem Hügel verwandelt? Eher nicht.
Das Wissen um das körperliche Defizit ist nur ein schwacher Trost, aber Anlass zu wilden Spekulationen: Wo könnte ich heute stehen, wenn ich nicht so asymetrisch wäre? Ganz oben in der Kreisliga A? Mit Sicherheit. Leider ist es zu spät, das Heilfleisch ist nicht mehr das eines 18-jährigen. Sonst wäre es ein Überlegung wert, der Karriere durch die Möglichkeiten der modernen Medizin auf die Sprünge zu helfen.
Dülp - 22. Sep, 23:48
1 Kommentar - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Suedtribuene - 23. Sep, 19:02
Gute Idee!
Ich schieb die verhinderte Fußballerkarriere jetzt auf meinen Beckenschiefstand. Ist zwar nicht der Rede wert, aber besser als Mädchen, Zigaretten und Punkrock.
Mhm, vielleicht bleibe ich doch bei Mädchen, Zigaretten und Punkrock.
Mhm, vielleicht bleibe ich doch bei Mädchen, Zigaretten und Punkrock.

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