Tales from the Kreisliga: Still unbeaten
Kann man ein Unentschieden in der Kreisliga C temperamentvoller feiern als einen Weltmeistertitel? Man kann. Wenn ich mir die emotionslose Danksagung an alle Sponsoren vom Kimi Raikönnen reinziehe, dann war das eine Party, die wir nach dem 1:1 gegen den Tabellenzweiten abgefackelt haben.
Das heißt allerdings nicht viel. Wir haben uns lediglich gut gelaunt abgeklatscht. In der Formel 1 feiert man halt ein wenig bescheidener.
Mein vierter Einsatz für meinen neuen Verein bedeutet immerhin eine Bilanz von zwei Siegen und zwei Unentschieden. Bei den drei Niederlagen der bisherigen Saison habe ich mich - man könnte behaupten geschickt - verletzt oder krank abgemeldet.
Ansonsten fragte man sich an diesem Tag, warum man sich nicht ein gemütlicheres Hobby ausgesucht hat. Regnerisch, scheiße-kalt und dann noch gegen einen türkischen Verein als Kontrahent. Was in der Regel mehrere rote Karten und einen unangenehmen Abgang vermuten lässt.
Nichts davon war der Fall. Der Schiedrichter war geschätzte 15 Lenze alt, hatte die Partie aber gut im Griff. Und der Gegner kam kaum zum Zug, sondern wir als Aussenseiter machten das Spiel. Wäre nicht der völlig blinde Pass unseres Linksverteidigers in den Lauf des gegenrischen Mittlelstürmers gewesen, als solider Rückpass auf unseren Innenverteidiger gedacht, wäre nichts angebrannt.
Wenn man dann, 50 Minuten nach einer Maßflanke zum Ausgleich, allerdings unter einer Dusche steht, die gefühltes 2 Grad kaltes Wasser ausspuckt, weiss man wieder, wo die eigenen fußballerischen Qualitäten angesiedelt sind. Ganz weit unten, dort wo es nicht mal einen Thermostat gibt. In der Kreisliga.
Das heißt allerdings nicht viel. Wir haben uns lediglich gut gelaunt abgeklatscht. In der Formel 1 feiert man halt ein wenig bescheidener.
Mein vierter Einsatz für meinen neuen Verein bedeutet immerhin eine Bilanz von zwei Siegen und zwei Unentschieden. Bei den drei Niederlagen der bisherigen Saison habe ich mich - man könnte behaupten geschickt - verletzt oder krank abgemeldet.
Ansonsten fragte man sich an diesem Tag, warum man sich nicht ein gemütlicheres Hobby ausgesucht hat. Regnerisch, scheiße-kalt und dann noch gegen einen türkischen Verein als Kontrahent. Was in der Regel mehrere rote Karten und einen unangenehmen Abgang vermuten lässt.
Nichts davon war der Fall. Der Schiedrichter war geschätzte 15 Lenze alt, hatte die Partie aber gut im Griff. Und der Gegner kam kaum zum Zug, sondern wir als Aussenseiter machten das Spiel. Wäre nicht der völlig blinde Pass unseres Linksverteidigers in den Lauf des gegenrischen Mittlelstürmers gewesen, als solider Rückpass auf unseren Innenverteidiger gedacht, wäre nichts angebrannt.
Wenn man dann, 50 Minuten nach einer Maßflanke zum Ausgleich, allerdings unter einer Dusche steht, die gefühltes 2 Grad kaltes Wasser ausspuckt, weiss man wieder, wo die eigenen fußballerischen Qualitäten angesiedelt sind. Ganz weit unten, dort wo es nicht mal einen Thermostat gibt. In der Kreisliga.
Dülp - 21. Okt, 19:50
3 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
steckschuss (Gast) - 21. Okt, 22:22
Congrats!
Dann mal Glückwunsch zum Punkt!
Ehrlich gesagt: Genau diese Art der Duschen waren seinerzeit der Auslöser, das Kicken ganz dran zugeben. Vor dem Umzug in die andere Stadt hatte ich mich schon nach Vereinen erkundigt (und wäre lustigerweise wahrscheinlich in der Mannschaft meines heutigen Schwagers gelandet) - aber dann hab ich meine Libero aka Vorstopper-Karriere doch lieber beendet.
Dat ist aber auch ein scheißwetter manchmal...
Ehrlich gesagt: Genau diese Art der Duschen waren seinerzeit der Auslöser, das Kicken ganz dran zugeben. Vor dem Umzug in die andere Stadt hatte ich mich schon nach Vereinen erkundigt (und wäre lustigerweise wahrscheinlich in der Mannschaft meines heutigen Schwagers gelandet) - aber dann hab ich meine Libero aka Vorstopper-Karriere doch lieber beendet.
Dat ist aber auch ein scheißwetter manchmal...
Dülp - 21. Okt, 22:51
Das schlimme ist, dass ich gestern noch gesagt hätte: Ist das cool. Sonne scheint, bisschen kicken - geil! Und von einem auf den anderen Tag zieht der dunkelste Herbst ins Land. Und dann wird man daran erinnert, dass es ein dunkle Seite des Amateurfussballs gibt. Aufgweichte Ascheplätze, versickte Umkleidekabinen, kalte Duschen.
Und dann denkst du dir: Warum bin ich überhaupt hier? Aber wenn du nach einer 90-minütigen Regenschlacht mit blutenden Knien in der Kabine stehst, und drei Punkte im Sack hast (oder in diesem Fall einen, aber der unerwartet), dann fühlst du dich wunderbar. Ich liebe dieses Spiel.
Und dann denkst du dir: Warum bin ich überhaupt hier? Aber wenn du nach einer 90-minütigen Regenschlacht mit blutenden Knien in der Kabine stehst, und drei Punkte im Sack hast (oder in diesem Fall einen, aber der unerwartet), dann fühlst du dich wunderbar. Ich liebe dieses Spiel.
Don Z (Gast) - 22. Okt, 01:28
Wie beneide ich dich...verletzt am Rand steh'n ist auch nicht wirklich besser. Trost ist aber mit Mitspielern morgen in Gladbach zu feiern.

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