Familienduell
Gladbach gegen Köln. Mein letztes Live-Derby war gleichzeitig das überhaupt vorletzte. Es war am 17. September 2005. Ganz schlechte Erinnerungen. Ich berichtete damals.
Mein ausgeklügelter Plan in Kurzform: Ich schenkte meinem Schwiegervater eine Karte für das Spiel, um ihn nach einer demütigenden Niederlage verhöhnen zu können. Leider kam es genau andersrum. Nie werde ich die Frage meiner Frau in der 12. Minute vergessen: "Wer ist eigentlich dieser Podolski, von dem man soviel hört?" Bevor ich antworten konnte, hatte Poldi die Kirsche in den Winkel geknallt.
Köln stand nach Abpfiff auf einem Uefa-Cup-Platz, mein Schwiegerpapa tanzte. Ironischerweise dauerte es 19 Spiele, bis der FC in dieser Saison einen weiteren Sieg feiern durfte.
Dabei war ich überzeugt, das Gladbach in Köln niemals verlieren könnte. Der Ursprung dieser Vermutung liegt vor allem in der Saison 93/94, als mein erster bewusster Einsatz in Müngersdorf stattfand. Damals umringte eine außerordentlich störende Laufbahn das Spielfeld und um diese Laufbahn hatten die Architekten einen zwei Meter tiefen Graben installiert - im genauen Bewusstsein, dass solche Derbys wie gegen Gladbach stattfinden würden. Kurz nach dem Anpfiff erklomm ein Gladbacher Kuttenträger den Zaun, eine Fahne in der Hand schwenkend, das Absperrgitter und stürzte sich nach einem kurzen Blick über die Schulter und einem letzten Schlachtruf in die Tiefe. Warum? Ich weiß es nicht. Er wurde jedenfalls an diesem Tag nicht mehr gesehen.
Ganz im Gegenteil zu Martin Max, dessen Qualitäten sich entweder noch nicht entwickelt hatten oder jahrelang übersehen wurden. Jedenfalls genoss er damals noch den Status eines Jokers. An diesem Tag allerdings sollte er das Spiel seines Lebens machen. Dreimal knipste er und bereitete Köln fast im Alleingang eine 0:4-Schmach.
Die Saison 03/04 war sonst enttäuschend, am Ende stand ein 10. Platz. Aber an diesem Sieg labte sich ganz Gladbach und er ließ die Tabellenposition vergessen.
Vor 13 Jahren war das Derby eben noch ein ganz anderer Schnack. Ein ambitionierter. Am Montag wird es noch nicht mal ein Spitzenduell in der zweiten Liga. Zu schwach ist Köln bisher aufgetreten. Auch wenn es angesichts der jungen Saison arrogant klingen mag: Gladbach ist der klare Favorit. Kann der VfL an die Leistungen der letzten Spiele anknüpfen, wird es für den FC nicht viel zu holen geben. Das wird der Party hinterher keinen Abbruch tun. Wenn es in dieser Saison was zu feiern gibt, dann drei Punkte gegen Köln.
Mein ausgeklügelter Plan in Kurzform: Ich schenkte meinem Schwiegervater eine Karte für das Spiel, um ihn nach einer demütigenden Niederlage verhöhnen zu können. Leider kam es genau andersrum. Nie werde ich die Frage meiner Frau in der 12. Minute vergessen: "Wer ist eigentlich dieser Podolski, von dem man soviel hört?" Bevor ich antworten konnte, hatte Poldi die Kirsche in den Winkel geknallt.
Köln stand nach Abpfiff auf einem Uefa-Cup-Platz, mein Schwiegerpapa tanzte. Ironischerweise dauerte es 19 Spiele, bis der FC in dieser Saison einen weiteren Sieg feiern durfte.
Dabei war ich überzeugt, das Gladbach in Köln niemals verlieren könnte. Der Ursprung dieser Vermutung liegt vor allem in der Saison 93/94, als mein erster bewusster Einsatz in Müngersdorf stattfand. Damals umringte eine außerordentlich störende Laufbahn das Spielfeld und um diese Laufbahn hatten die Architekten einen zwei Meter tiefen Graben installiert - im genauen Bewusstsein, dass solche Derbys wie gegen Gladbach stattfinden würden. Kurz nach dem Anpfiff erklomm ein Gladbacher Kuttenträger den Zaun, eine Fahne in der Hand schwenkend, das Absperrgitter und stürzte sich nach einem kurzen Blick über die Schulter und einem letzten Schlachtruf in die Tiefe. Warum? Ich weiß es nicht. Er wurde jedenfalls an diesem Tag nicht mehr gesehen.
Ganz im Gegenteil zu Martin Max, dessen Qualitäten sich entweder noch nicht entwickelt hatten oder jahrelang übersehen wurden. Jedenfalls genoss er damals noch den Status eines Jokers. An diesem Tag allerdings sollte er das Spiel seines Lebens machen. Dreimal knipste er und bereitete Köln fast im Alleingang eine 0:4-Schmach.
Die Saison 03/04 war sonst enttäuschend, am Ende stand ein 10. Platz. Aber an diesem Sieg labte sich ganz Gladbach und er ließ die Tabellenposition vergessen.
Vor 13 Jahren war das Derby eben noch ein ganz anderer Schnack. Ein ambitionierter. Am Montag wird es noch nicht mal ein Spitzenduell in der zweiten Liga. Zu schwach ist Köln bisher aufgetreten. Auch wenn es angesichts der jungen Saison arrogant klingen mag: Gladbach ist der klare Favorit. Kann der VfL an die Leistungen der letzten Spiele anknüpfen, wird es für den FC nicht viel zu holen geben. Das wird der Party hinterher keinen Abbruch tun. Wenn es in dieser Saison was zu feiern gibt, dann drei Punkte gegen Köln.
Dülp - 19. Okt, 20:04
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