Live-Blogging: Gladbach - Augsburg

20.06: Wusste ich bis letzte Woche auch noch nicht: Jos Luhukay kann lächeln. Nach den letzten beiden Spielen sah der Mann wie verwandelt aus. Als ob er richtig Spaß an seinem Job hätte. Da purzeln im Moment Gebirgsmassive von den Herzen.

Schade: Premiere musste alle fünf Zweitliga-Begegnungen in "Alle Spiele, alle Tore" in 15 Minuten durchjagen. Von Entwicklungen, Spielverlauf oder ähnlichem war nichts zu sehen. Gerade 1860 - St.Pauli muss, wenn man Dogfoods Bericht liest, dramatisch gewesen sein.

19.47: "Oh wie ist das schön!" Die Gladbacher Fans feiern schon Minuten vor Schluss den dritten Sieg in Folge.

Wieder einmal hätte es einfacher sein können. Augsburg hatte drei Chancen, daraus resultierten zwei Tore und die drei Punkte waren unnötig in Gefahr. Der in den bisherigen Spielen tadellose Heimeroth hatte nicht seinen besten Tag erwischt.

Positiv hingegen tat sich erneut Ndjeng hervor, der in der zweiten Halbzeit besser in seine Position fand und eine Pferdelunge bewies. Auch der von Kölner Seite gerne gescholtene Voigt legte erneut eine blitzsaubere Partie hin und sorgte sogar für Torgefahr von seiner Seite. Paauwe ließ im defensiven Mittelfeld nichts anbrennen, Friend erwies sich erneut als lange gesuchter Sturmtank.

Tatsächlich gab es heute nichts zu meckern, außer der gegnerischen Chancenverwertung.

19.40: TOOOOOR für Gladbach! Nando Rafael nimmt einen Befreiungsschlag an der Mittellinie mit der Brust an, dreht sich und setzt ein unwiderstehliches Solo über 50 Meter an, bei dem sein Gegenspieler ihn nicht stoppen kann, und verwandelt sicher aus 17 Metern in die lange Ecke.

19.36: Rafael erzielt das 4:2, doch der Linienrichter winkt unmotiviert Abseits.

19.33: Nach dem 3:2 sieht das Gladbacher Spiel weit weniger souverän aus als zuvor.Luhukay wechselt positionsgetreu. Für Svärd und den erschöpften Neuville kommen meine Spezialkandidaten Polanski (der sich direkt mit Fehlpässen empfiehlt) und Rafael. Das Stadion muss weiterhin auf Marin warten.

Auf Augsburger Seite kommt Benschneider - eigentlich prädestiniert für die Manndeckung von Friend - für den wie ein abgestochenes Schwein aus einer Platzwunde blutenden Dreßler.

19:25: Tor für Augsburg. Wieder einmal ein Angriff aus dem Nichts heraus. Von rechts ein Flankenwechsel aus dem Halbfeld. Müller nimmt den Ball an und zieht freistehend aus spitzem Winkel ab. Heimeroth faustet den Ball, sagen wir unglücklich, genau in die Mitte an den Fünfmeterraum, wo Diabang nichts mehr falsch machen kann. 3:2.

19.19: Zwei weitere Riesen-Chancen für die Borussia. Augsburg muss aufpassen, dass es nicht ein erneutes Debakel erlebt. Seit dem ersten Tor spielt Neuville wie ausgewechselt und dreht richtig auf.

19.14: TOOOOOOR für Gladbach! Eine Freistoßflanke von Voigt wird rausgeköpft vor die Füße von Ndjeng. Der zieht aus 20 Metern den Ball an den Pfosten. Denn Abpraller staubt Friend souverän zum 3:1 ab.

19.11: Auf der anderen Seite hat Hlinka nach schönem Solo von Ledezma völlig freie Schussbahn vom Strafraum, aber holzt den Ball kläglich über das Tor.

19.09: Es geht Schlag auf Schlag. Voigt tankt sich von links in den Strafraum und kickt den Ball irgendwie Richtung langem Pfosten. Die Kirsche läuft parallel zum Tor. Neuville grätscht in den Ball, dorch ein Augsburger hat sich positioniert und kratzt den Ball von der Linie.

19.07: Tor für Augsburg. Eine harmlose Ecke lässt Heimeroth fallen und Dreßler sagt per Kopf Dankeschön.

19.05: TOOOOR für Gladbach! Neuville schlägt per Kopf zu. Nach einem Einwurf auf Höhe der 16er-Grenze kann sich Ndjeng den Ball zurecht legen und in aller Ruhe flanken. Neuville läuft auf den kurzen Pfosten und tippt den Ball mit der Stirn ins kurze Eck.

19.00: Keine Änderungen auf beiden Seiten. Und jetzt fängt das große 2.-Halbzeit-Zittern bei Gladbach an.

Halbzeit: Mit dem Halbzeitpfiff wurde Rainer Hörgls Taktik atomisiert. Augsburg spielte offensichtlich auf ein 0:0 und zeigte null Ambitionen nach vorne.

Gladbach führt zwar absolut verdient, hätte aber mit einer anderen Aufstellung noch mehr herausholen können. Das 1:0 war eher eine Kombination aus Zufall und Einzelaktion, von daher in der Entstehung schmeichelhaft.

In der 2. Hälfte wird es ein ganz anderes Spiel, denn Augsburg muss nun kommen und die Beton-Abwehr auflösen. Die Borussia sollte sich überlegen, wie sie gezielte Konter setzen kann. Ergo sollte Luhukay dringend den Flügeln Leben einhauchen.

Das Experiment mit Ndjeng in der Zentrale darf als gescheitert gelten. Er spielt dort wie ein Außenspieler, baut das Spiel nie auf, sondern nimmt mit dem Ball Tempo auf und versucht zum Abschluss zu kommen. Genau das fehlt auf der völlig verwaisten rechten Seite. Auf links hat Rösler ein paar brauchbare Flanken reingeschlagen, doch ist dort zu selten anspielbar, sondern turnt meistens in der Halbposition rum.

Logische Konsequenz: Rösler in die Mitte, Ndjeng auf rechts, Svärd raus und dafür Marin auf links.

In München zeigt gerade 1860, welche Laufwege man besetzen muss, um eine Abwehr auszuhebeln. Das ist großes Angriffsspiel.

18:45: TOOOOOOOOR für Gladbach! Der bisher völlig abgetauchte Neuville steht am 16-er Eck mit dem Rücken zum Tor, lässt mit einer Körpertäuschung zwei Augsburger aussteigen und schlenzt den Ball flach in das lange Eck.

Vorausgegangen war ein hoher Pass Paauwes von der Mittellinie in den Strafraum auf Friend, der den Ball per Kopf verlängert. Ein FC-Verteidiger kann die Pille nicht kontrollieren und lässt ihn vor Neuvilles Füße prallen.

18.41: Gefährlich kann man nur noch Distanzschüsse nennen - und auch das nur mit viel Wohlwollen. Hdiouad bei Augsburg und Ndjeng bei Gladbach haben es aus 20 Metern probiert.

18.34: Die Neueinteilung im Mittelfeld zahlt sich alles andere als aus. Sowohl Svärd als auch Rösler wissen nichts mit der Außenbahn anzufangen. Rösler orientiert sich ständig in die MItte, Svärd nach hinten, so dass die Flügel viel zu selten besetzt sind und kaum ein Flankenspiel zustande kommt.

18.29: Aus dem Nichts eine 100-prozentige für Augsburg. Eine Flanke von der linken Seite landet aber ganz genau auf dem Kopf von Vorbeck, der den Torhüter fragen kann, wo er ihn hinhaben will. Stattdessen köpft er strack in die Mitte und ehe Heimeroth weiß wie ihm geschieht, hat er den Ball schon gefangen.

18.21: Bis dato ein sehr gutes Spiel von Gladbach. Augsburg kommt nie durch das dicht gestaffelte Mittelfeld, steht aber massiv am eigenen 16er. Das verhindert den finalen, gefährlichen Pass der Borussia. Die ist deswegen dazu übergegangen, vor allem mit hohen Bällen auf Friend zu agieren und die Außen einzusetzen. Der Ball dürfte zu 70% im Besitz der Borussia sein.

Dennoch wünscht man sich einen Marin, der zwei, drei Leute frisch machen kann und so die Abwehr des FC aufbricht.

18.16: Voigt flankt von der Mittellinie in den Strafraum, Friend legt mit viel Gefühl per Kopf auf Rösler, doch der schießt vom linken Fünfereck aus spitzem Winkel rechts(!) am Tor vorbei. Der hätte drin sein müssen. Ich bin jetzt schon mit den Nerven durch. Es müsste schon 2:0 stehen.

Wieder auffällig: Friend behauptet fast jeden Ball, per Kopf dürfte die Quote sogar 100% betragen.

18.10: Riesenchance für Rob Friend. Ein gelupfert Pass erreicht ihn am Elferpunkt, er zieht leicht nach rechts und steht völlig alleine vor dem Tor. Warum auch immer: er schließt nicht ab, sondern spielt einen Querpass ins Nirgendwo.

18.00: Die Gladbacher Aufstellung: Heimeroth - Voigt, Gohouri, Brouwers, Levels - Rösler, Paauwe, Svärd, Ndjeng - Neuville, Friend

Ndjeng agiert in den Anfangsminuten nicht auf rechts, sondern zentral hinter den Spitzen, dafür Svärd auf dem Flügel. Luhukay ist scheinbar doch nicht von der erfolgreichen Raute der Vorwoche abgerückt, hat sie allerdings kräftig durchrotiert.

17.58: In Paderborn leitet Bibiana Steinhaus die Partie und wird von allen Seiten mit Komplimenten und Vorschusslorbeeren überschüttet. In der Regionalliga hat sie in 49 Spielen 11 rote Karten verteilt. Mal schauen, ob sie nach dem Abpfiff bei den Trainern immer noch so beliebt ist.

17:57: Luhukay erklärt seine Änderungen gegenüber dem letzten Spiel: Gohouri rückt wieder rein, weil er gegenüber Paauwe ein "echter" Innenverteidiger ist und Luhukay mit einer Doppelspitze bei Augsburg rechnet. Paauwe spielt mit Svärd eine Doppelsechs. Dafür rückt Rösler aus der Zentrale auf die linke Seite. Marin und Coulibaly bleiben auf der Bank. Die Begründung: Ndjeng hätte gegenüber den beiden "mehr Tiefe in seinem Spiel" und wäre torgefährlicher. Dass die beiden auch eine Alternative auf Links gewesen wären, erwähnt er mit keinem Wort.

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