Pauli is back
Gibts hier irgendeinen Leser, der St.Pauli Scheiße findet? Nicht? Das dachte ich mir. Großartig also, dass dieser Verein wieder in der zweiten Liga spielt. Aber was war das für eine Saison?
In der Hinrunde krebste Pauli in den Niederungen um Platz zwölf, dreizehn herum - ganz unten in einem allerdings sehr engen Feld von Aufstiegsanwärtern. Dann kam Stanislawski, der einen stuttgartesken Endspurt mit seinem Team hinlegte.
Daneben flogen zwischen Präsidium und Aufsichtsrat die Fetzen, war Corny Littmann bereits entlassen, klagte sich wieder zurück, wurde dann im Amt vorläufig bestätigt.
Ganz nebenbei wurde zu Saisonbeginn der Stadionausbau in trockene Tücher gewickelt, so dass spätestens ab 2013 27.000 Fans ins Millerntor reinpassen. Wie ich in der NDR-Zusammenfassung erleben durfte, sorgt die nicht mehr vorhandene Südtribüne bereits für ein ungewohntes Panorama auf diverse Industrieanlagen.
By the Way: NDR, was ging denn da? Klar, für einen Regionalligaverein schmeisst man das Programm nicht über den Haufen. Aber ist St. Pauli ein Regionalligaverein? Höchstens auf dem Papier! Fans in ganz Deutschland hätten eine Live-Übertragung verdient gehabt. Da hat selbst das Veto von Fritten, Fussball und Bier nix geholfen.
Dass durch den Aufstieg die eh schon krasse zweite Liga einen weiteren ambitionierten Verein dazugewinnt - das macht fast schon keinen Unterschied mehr.
In der Hinrunde krebste Pauli in den Niederungen um Platz zwölf, dreizehn herum - ganz unten in einem allerdings sehr engen Feld von Aufstiegsanwärtern. Dann kam Stanislawski, der einen stuttgartesken Endspurt mit seinem Team hinlegte.
Daneben flogen zwischen Präsidium und Aufsichtsrat die Fetzen, war Corny Littmann bereits entlassen, klagte sich wieder zurück, wurde dann im Amt vorläufig bestätigt.
Ganz nebenbei wurde zu Saisonbeginn der Stadionausbau in trockene Tücher gewickelt, so dass spätestens ab 2013 27.000 Fans ins Millerntor reinpassen. Wie ich in der NDR-Zusammenfassung erleben durfte, sorgt die nicht mehr vorhandene Südtribüne bereits für ein ungewohntes Panorama auf diverse Industrieanlagen.
By the Way: NDR, was ging denn da? Klar, für einen Regionalligaverein schmeisst man das Programm nicht über den Haufen. Aber ist St. Pauli ein Regionalligaverein? Höchstens auf dem Papier! Fans in ganz Deutschland hätten eine Live-Übertragung verdient gehabt. Da hat selbst das Veto von Fritten, Fussball und Bier nix geholfen.
Dass durch den Aufstieg die eh schon krasse zweite Liga einen weiteren ambitionierten Verein dazugewinnt - das macht fast schon keinen Unterschied mehr.
Dülp - 26. Mai, 00:28
11 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
saoirse - 26. Mai, 16:25
für mich ist das der bisher einzige trost beim abstieg, dass wir in der nächsten saison gegen köln und pauli spielen und nicht mehr gegen die bayern und schalke. da könnte man glatt noch zum schlachtenbummler werden...
Dülp - 27. Mai, 19:28
Vor allem weil man realistische Chancen hat zu gewinnen ;)
saoirse - 28. Mai, 13:35
genau!
Suedtribuene - 27. Mai, 19:00
Denkst Du, dass St. Pauli so ambitioniert ist? Die werden froh sein, wenn sie die Klasse halten.
Trotzdem schön, dass sie wieder da sind. Zumal wir dann mal wiederüber 78 reden könnten.
Trotzdem schön, dass sie wieder da sind. Zumal wir dann mal wiederüber 78 reden könnten.
Dülp - 27. Mai, 19:33
Sicher kann nur der Klassenerhalt das Ziel sein. Aber St.Pauli hat andere Möglichkeiten und ein anderes Selbstverständnis als ein 1.FC Magdeburg oder ein SV Wehen. Wenn man auf einen extrem hohen Zuschauerschnitt und beträchtliche Merchandising-Erlöse bauen kann, kann man sich besser verstärken als ein durchschnittlicher Zweitliga-Aufsteiger. Und der Stadion-Ausbau erfolgt sicher nicht in Hinsicht auf eine langfristige Regionalliga-Zugehörigkeit. Außer Hoffenheim könnte ich mir kaum einen so ambitionierten Aufsteiger vorstellen.
Stefan (Weltsicht Südtribüne) (Gast) - 27. Mai, 21:55
Mit Sicherheit will St. Pauli nicht in die Regionalliga zurück. Aber "ambitioniert" heißt in der 2. Liga nun einmal Aufstieg. Und da denke ich nicht, dass sie in nächster Zeit große Ambitionen hegen. Im Gegensatz zu Hoffenheim.
Dülp - 27. Mai, 22:56
Dann sind wir uns ja einig. Ich habe den Begriff mittelfristig verwendet, also dass Pauli in zwei, drei Jahren kontinuierlich in der oberen Tabellenhälfte mitmischen will.
Don Z (Gast) - 31. Mai, 12:30
Da ist der MDR erstaunlicher Weise netter.
Dort wird das Spiel FC Magdeburg vs. Pauli übertragen. Umschmeissen müssen sie aber ja auch nix. Beim MDR kann man kaum von Programm reden.
Dülp - 31. Mai, 22:14
Da tust du dem MDR aber unrecht. Bestimmt müssen abertausende Hausfrauen auf eine Sendung mit Wolfgang Lippert oder Achim Mentzel verzichten.
Morrissey (Gast) - 3. Jun, 23:57
ähm, auf die erste Frage: Ja es gibt sie, die St. Pauli einfach nur doof finden. Und warum? Es ist ein Pseudo-Verein. Wenn ich mir schon diese lächerlichen Totenkopffahnen und die Hells bells Musik in Erinnerung rufe, denke ich eher an Pubertät, Kindergarten und 20 jährige "ach wir sind ja so rebellisch" Studenten aus wohlhabendem Eltenrhaus.
St. Pauli tut alles, um den sympathische Underdog zu geben. Es ist eine Marketingmaschine die vielleicht auch gerade deswegen mit dem FC Bayern so gut zurecht kommt. Man bedient die Niesche perfekt. Das zeigt sich auch an den Fans: Da geht der alternative Student mit seiner Freundin hin, weils eben soooo cool ist. Fußball interessiert sie ja beide nicht so, aber St. Pauli ist doch so alternativ und die Gegner haben sicherlich mächtig Angst, wenn sie etwas AC/DC hören. Naja, das sind die gleichen Leute, die meinen, dass der druchschnittliche Fußballfan sich sonst nur die Popstars von RTL anhört. Bei all diesem Pseudogehabe und der "Möchte gern"-Revoluzer-Rolle des eigentlichen Establishments ist St. Pauli so ziemlich der lächerlichste Verein und liegt in meiner Gunst auf gleicher Ebene mit Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim: Eben ein künstliches Sch...produkt.
St. Pauli tut alles, um den sympathische Underdog zu geben. Es ist eine Marketingmaschine die vielleicht auch gerade deswegen mit dem FC Bayern so gut zurecht kommt. Man bedient die Niesche perfekt. Das zeigt sich auch an den Fans: Da geht der alternative Student mit seiner Freundin hin, weils eben soooo cool ist. Fußball interessiert sie ja beide nicht so, aber St. Pauli ist doch so alternativ und die Gegner haben sicherlich mächtig Angst, wenn sie etwas AC/DC hören. Naja, das sind die gleichen Leute, die meinen, dass der druchschnittliche Fußballfan sich sonst nur die Popstars von RTL anhört. Bei all diesem Pseudogehabe und der "Möchte gern"-Revoluzer-Rolle des eigentlichen Establishments ist St. Pauli so ziemlich der lächerlichste Verein und liegt in meiner Gunst auf gleicher Ebene mit Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim: Eben ein künstliches Sch...produkt.
Dülp - 4. Jun, 20:50
Sehr schön, da scheine ich ja jemanden auf dem genau falschen Fuß erwischt zu haben :D
Aber klar, kann ich nachvollziehen, dass das Marketinggedöns von Pauli nervt. Wobei im Gegensatz zu den anderen genannten Vereinen hier eine Tradition vermarktet wird, die gewachsen ist und eben kein Kunstprodukt. Allerdings glaube ich auch nicht, dass dieser Drahtseilakt noch lange gut geht. Weil eben jene Klientel, die früher das Stammpublikum von Pauli stellte, reagiert ganz allergisch auf Kommerzialisierung. Und von diesem "coolen" Punk-Image fühlen sich leider immer Leute angesprochen, die auch eine zerissene Jeans beim Designer kaufen und dafür 200 Euro auf den Tisch legen. Das ist dann so ähnlich wie der Wohnungsmarkt in Prenzelberg, wo solange Yuppies hinziehen, bis sich die Künstler und Bohemians keine Buden mehr leisten können. Und irgendwann sind die Yuppies alleine und fragen sich, warum die Gegend nicht mehr so cool ist wie früher.
Aber klar, kann ich nachvollziehen, dass das Marketinggedöns von Pauli nervt. Wobei im Gegensatz zu den anderen genannten Vereinen hier eine Tradition vermarktet wird, die gewachsen ist und eben kein Kunstprodukt. Allerdings glaube ich auch nicht, dass dieser Drahtseilakt noch lange gut geht. Weil eben jene Klientel, die früher das Stammpublikum von Pauli stellte, reagiert ganz allergisch auf Kommerzialisierung. Und von diesem "coolen" Punk-Image fühlen sich leider immer Leute angesprochen, die auch eine zerissene Jeans beim Designer kaufen und dafür 200 Euro auf den Tisch legen. Das ist dann so ähnlich wie der Wohnungsmarkt in Prenzelberg, wo solange Yuppies hinziehen, bis sich die Künstler und Bohemians keine Buden mehr leisten können. Und irgendwann sind die Yuppies alleine und fragen sich, warum die Gegend nicht mehr so cool ist wie früher.

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