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Samstag, 14. April 2007

Mein Trainer des Jahres

Sollte der VfB Stuttgart nicht Meister und Pokalsieger gleichzeitig werden, steht mein Trainer des Jahres fest. Was Petrick Sander Cottbus auf den Platz zaubern lässt, hat mich (nicht nur) heute sprachlos gemacht.

Erinnern wir uns: Mit einer Truppe, die gefühlt ein hunderstel des Budgets von Borussia Dortmund kostet (und tatsächlich weit weniger als die Hälfte des Gladbacher), hatte Sander in der Vorrunde die Abstiegsplätze vermieden. In Verleugnung aller Realitäten erwog der Cottbusser Vorstand kurzzeitig den Rausschmiss Sanders, der sich aber durch einen Sieg zur rechten Zeit retten konnte.

Nun hat diese No-Name-Truppe acht (!) Punkte Vorsprung auf den Tabellenkeller, bleibt an diesem Spieltag auf jeden Fall auf dem siebten (!) Platz und hat nur sechs (!) Punkte Rückstand auf einen Uefa-Cup-Platz.

Okay, schön ist das nicht, sondern Beton. Aber einer, der durchdacht ist und schwer zu knacken und gerade die direkten Konkurrenten zur Verzweiflung treibt.

Bleibt nur noch abzuwarten, wie Energie das kanllharte Restprogramm übersteht. Aber mit einem einzigen Dreier sollte es die Saison in trockene Tücher gebracht haben.

Trackback URL:
http://bolzplatz.twoday.net/stories/3583301/modTrackback

Der Sport Typ (Gast) - 15. Apr, 01:32

Thorsten Frings hat es neulich nach dem Unentschieden zwischen Cottbus und Bremen richtig ausgedrückt: "Ich weiß nicht, warum die sich eigentlich freuen".

Sanders Fußball ist das hässlichste, was die Bundesliga in den letzten 20 Jahren ertragen musste. Traurig, dass eine Mannschaft am Ende noch dafür belohnt wird, während etwa Mainz in die zweite Liga muss. Ich frage mich, wie ein neutraler Beobachter Sander zum Trainer des Jahres ernennen kann.

Dülp - 15. Apr, 12:53

Fußball ist nunmal nicht Eiskunstlauf. Da sitzen keine Preisrichter, die ne B-Note verteilen. Du kannst es doch keinem vorwerfen, dass er sich einer legitimen Taktik bedient, nur weil dich das nicht im gewünschen Maße entertained.

Und aus Frings Äußerung ist klar zu entnehmen, dass er völlig entnervt war. Das würde ich als Cottbusser als Kompliment auffassen.
breitnigge - 15. Apr, 20:34

@Der Sport Typ: Zunächst einmal ist der Frings ein Torsten und zum anderen: Auch das ist Fußball! Die Bayern spielen alle 14 Tage gegen solche Mannschaften, bzw. gegen Mannschaften, die so oder so ähnlich spielen...

Die Kunst ist es - und das sollte eine Spitzenmannschaft können - trotz des Beton zu gewinnen!
Suedtribuene - 16. Apr, 13:10

Egal

ob schön oder nicht: Lieber eine häßliche Handschrift als gar keine. Unter all den mittelmäßigen Bundesligadurchschnittstruppen, die sich irgendwie durchwursteln, ist eine gut eingespielte Maurertruppe ein Lichtblick.
Booga (Gast) - 15. Apr, 08:12

"Sanders Fußball ist das hässlichste, was die Bundesliga in den letzten 20 Jahren ertragen musste."

Wunderbare Plattitüde. Gladbachfan?

Sandro (Gast) - 15. Apr, 11:41

Seh' ich ähnlich...

Cottbus ist an Effektivität kaum zu überbieten. Zugegeben, Spiele wie gegen Bremen waren nix für Menschen mit Sinn für einen offenen Schlagabtausch, aber die Cottbuser Defensivleistung fand ich schon bemerkenswert. Und die gehört nun mal ebenso zum Spiel, wie Bremens "Hinrundenhurrafussball". Ich kann auch nur bewundern wie es Sander gelingt seine Truppe fast optimal auf jeden Gegner einzustellen und so die notwendigen Punkte einzufahren, die mit dieser Mannschaft drin sind. Und nach 90min. mit Punkten in der Tasche den Platz zu verlassen ist nun mal Ziel des Spiels.

Nick (Gast) - 15. Apr, 13:28

Natürlich ist das vollkommen legitim, wie Sander die Cottbusser spielen lässt. Für eine andere Spielweise ist das Potenzial auch gar nicht da. Mit ihrem Offensivduo Radu und Munteanu ist ihnen jedenfalls ein echter Glücksgriff gelungen, ohne diese beiden sähe es ganz anders aus.
Also ist der jetzige Tabellenplatz absolut verdient; er dürfte aber auch mit der Schwäche der Konkurrenten zu tun haben. Zudem wird Energie wohl bis Saisonende noch den einen oder anderen Platz verlieren.

Richtig: Hut ab vor den Müllmännern aus der Lausitz!

Die haben gegen Wolfsburg mit 3:2 gewonnen, in Frankfurt mit 3:1, haben auch zuvor schon gegen Dortmund und Gladbach drei Treffer erzielt. Ich weiss garnicht, was es da zu meckern gibt. Mir scheint, in der Beurteilung spielen Sympathie/Antipathie eine große Rolle.

Die Bayern haben in der ganzen Saison auch nur viermal mehr als 2 Tore erzielt und die wahren Maurermeister sind sowieso die Glubberer von achso witzigen Herrn Meyer.

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