[>>]

Donnerstag, 12. April 2007

Der Unterschied zwischen Bayern und ManU

Hat Uli Hoeneß eigentlich wieder gejammert? Von wegen die Bayern hätten viel zu wenig Geld, um gut Fußball zu spielen? Die bösen Oligarchen würden alles kaputt machen?

Ich hab das Spiel in München nicht gesehen. Muss ich auch nicht gesehen haben, um zu wissen, wie bieder Bayern aufgetreten ist. Einen Abend zuvor hat ManU gezeigt, wie Fußball gespielt wird. Mit Malcolm Glazer hatte das aber nicht mal in zweiter Linie zu tun.

Der Unterschied lag im Kopf, im Spielverständnis, im Einsatzwillen. Das war eine funktionierende Mannschaft, bei der es nicht auf herausragende Einzelkönner ankam. Jeder Mann auf dem Platz wusste, wohin er zu laufen hatte und wo die nächste Anspielstation ist. Fergusons Spieler waren immer zwei Schritte schneller am Ball als die Roma und wenn der Gegenspieler zum Zweikampf ansetzen wollte, war der Ball schon wieder weitergepasst.

Schaut man auf die Startformation von ManU finden sich dort acht Briten. Natürlich sind große Namen wie Ronaldo, Heinze, Ferdinand oder Rooney dabei. Aber ist das soviel mehr, als Bayern auf die Beine stellen könnte? Im Mittelfeld laufen dort auch ein Carrick und ein Fletcher rum, im Sturm ein Smith, die ich nicht zur direkten internationalen Klasse zählen würde.

Nein, der Unterschied liegt darin, dass Fergusons Spieler verstanden haben, wie man heute Fußball spielt. Die Bayern-Elf hat das im Moment nicht. Erstaunlich nur, das Sir Alex selbst nach 20 Jahren moderner ist als 99% der jungen deutschen Trainer.

Trackback URL:
http://bolzplatz.twoday.net/stories/3567601/modTrackback

Tja, ich kann nicht behaupten, dass ich großen Teilen widersprechen kann, vielmehr propagiere ich ja vieles selbst seit Jahren...

P.S. Blogroll... Du weißt schon... ;-)

Dülp - 13. Apr, 15:18

Okay, umgebreitniggt.

Sogar doppelt. Ich bin begeistert... ;-)
kreisliga-alemao (Gast) - 13. Apr, 09:46

Beeindruckend

fand ich bei ManU das Pressing in der ersten halben Stunde.
Die sind dermaßen als ganze Mannschaft vorne draufgegangen, dass Rom zwangsläufig Fehler machen musste. Dazu gehört, wie du richtig bemerkst, taktisches Verständnis und Wille. Das hat dem FCB gefehlt. KHR meinte aber, die Mannschaft hätte in Halbzeit 2 alles gegeben. Naja.

Ich habe ja nix gesehen,

aber zum Pressing heißt es, dass Milan das ähnlich betrieben hat. Chelsea ist ebenfalls für aggressives, laufstarkes Spiel und frühes Stören bekannt und wenn ich die Spiele Revue passieren lasse, die ich in meinem Leben live gesehen habe, würde ich sagen, meist gewinnt die aggressivere Mannschaft, diejenige, die den Gegner früh zu Fehlern zwingt.
Dülp - 13. Apr, 15:37

Vielleicht muss ich den Punkt "Einsatzwillen" auch revidieren und durch "Schnelligkeit im Kopf" ersetzen. Denn Einsatzwillen ist ja häufig vorhanden, nur dass er nicht nutzbringend eingesetzt wird. Ums mal platt zu sagen: Auch wenn man viel läuft, wird man verlieren, wenn man immer in die falsche Richtung rennt.

Ein Paradebeispiel ist Gladbach in dieser Saison. An der Motivation mangelt's weiß Gott nicht. Noch nicht mal die dummen Fans haben bisher gerufen "Wir wollen euch kämpfen sehen". Die Krux ist, dass der Ballführende keine Ahnung hat, wo seine Anspielstation hinläuft. Oder dass zwei Abwehrspieler einen Stürmer doppeln, während der andere Angreifer völlig frei bleibt.

Beides, sowohl Pressing als auch flottes Passspiel, ist Ausdruck einer ausgezeichneten Organisation. Das ist es, was eine hervorragende Mannschaft von einer guten unterscheidet.

Gut, die Ergänzung macht Sinn. Wobei das eine Schnelligkeit im Kopf ist, das andere aber auch schlichtes Einstudieren von Laufwegen. Trainingsarbeit also.
Dülp - 13. Apr, 22:34

Reines Einstudieren von Laufwegen ist Voraussetzung, klar, funktioniert aber nur in Kombination mit geistiger Flexibilität und Kommunikation. Jede Position muss verschiedene Alternativen haben und situationsabhängig und abhängig von den Laufwegen der Gegner und der Mitspieler die richtige Alternative abrufen.
kurtspaeter - 13. Apr, 15:34

Du fragst:

"Schaut man auf die Startformation von ManU finden sich dort acht Briten. Natürlich sind große Namen wie Ronaldo, Heinze, Ferdinand oder Rooney dabei. Aber ist das soviel mehr, als Bayern auf die Beine stellen könnte?"

Ja.

Wenn ich von Dienstag ausgehe, dann sind da Brown, Fletcher, Giggs aus der eigenen Jugend.
Erstgenannter spielt als Ersatz für Vidic, der für 10,5 Millionen gekauft wurde. O`Shea (ablösefrei) als Ersatz für Phil Neville, der auch aus der eigenen Jugend kommt.
Auf links spielen Evra (kam für 8 Millionen) oder Heinze (10,4 Millionen). Ferdinand in der Mitte kostete 46 Millionen.

Im Mittelfeld spielte Fletcher für Scholes (auch eigene Jugend). Daneben Giggs, Ronaldo (kam mal für 17,5 Millionen, heute ist er wohl ein klein wenig teurer), Carrick (kam für 27,2 Millionen) und Rooney (37 Millionen). Vorne drin nach langer Verletzungspause Smith (kam für 9 Millionen).

Noch ein paar Zahlen. Die Ersatzspieler wie Silvestre (5,7 Mille), Louis Saha (17,5 Millionen!) oder Ji Sun Park (7,3 Millionen)!

Was ich damit sagen will, natürlich hast Du Recht, wenn Du sagst, daß die Spieler verstanden haben wie Fußball funktioniert und das sie in punkto Einsatzwillen, Spielverständnis, Technik, Schnelligkeit etc wesentlich besser als Bayern sind.
Aber das Können auf deren Niveau hat halt doch seinen Preis und ich bezweifel, das Bayern für einen Carrick (den Du nicht besonders gut siehst, ich empfehle Woche für Woche Premier League Spiele, der Junge ist eine Granate) 27 Millionen hinlegen will.

Und was man ManU und Ferguson immer zugute halten muss ist
a) hervorragende Jugendarbeit, nicht nur ein Jahrgang aus dem aber immer noch drei (Neville, Scholes, Giggs) dort spielen, auch danach kam immer wieder jemand (Richardson, Fletcher).
b) Und das das System/der Trainer über allem steht. Ich erinnere nur an die Verkäufe von Stam, Beckham oder van Nistelrooy, die keiner verstand, die aber viel mit innererem Wohlfühlen des Kaders zutun hatten. Oder das er den alten Leitwolf Keane abservierte, als er merkte, das funktioniert nicht. Mit Carrick hat er nun seinen Nachfolger gefunden.

Dülp - 13. Apr, 23:03

Das sind ja ganz schön viele Zahlen, die du da in den Ring wirfst. Aber die sind für mich wenig überzeugend. Die in England gängigen Ablösesummen muss man ins Verhältnis setzen. In Deutschland wird für die gleiche Klasse deutlich weniger gezahlt. Einfaches Beispiel: Für Hargreaves hat ManU 30 Millionen aufgerufen. Und schon sind die 27 Millionen für Carrick relativiert. Klar ist Hargreaves ein guter, aber die Übergranate ist er nicht, ich denke da sind wir uns einig.

Ferdinand - 46 Millionen? Da lachen ja die Hühner. Vergleich ihn mal mit Mertesacker, der in Deutschland fünf Millionen Ablöse gekostet hat und sag mit, wo die 41 Millionen Unterschied sind.

Rooney mag 37 Millionen gekostet haben, aber bei der WM wurde Lukas Podolski zum besten Nachwuchsspieler gewählt.

Ich vergleiche die einzelnen Spieler bzw. Mannschaftsteile. In der Abwehr sehe ich ManU in an diesem CL-Spieltag nicht vorne. Lahm, Lucio, Van Buyten - das hat sich schon gewaschen, wenn die drei in Top-Form sind. Brazzo auf Links ist diskussionswürdig, er hätte aber durch eine gelernten Verteidiger (z.B. Görlitz) ersetzt werden können, aber Hitzfeld hat sich bewusst dagegen entschieden.

Im Mittelfeld spielten die absolut konkurrenzfähigen Hargreaves und Van Bommel. Lell und Ottl fallen dagegen natürlich ab, aber hier hat Bayern wieder bewusst entschieden, verstärkt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Der ist nur deutlich schlechter als der eigene Nachwuchs von ManU und das hat wieder nichts mit Geld zu tun.

Im Sturm ist Bayern eher besser besetzt als ManU. Sooft über Makaay gelästert wird - er hat bisher jede Saison seine herausragenden Torjägerqualitäten bewiesen. Podolski, richtig eingesetzt, ist eine Waffe.

Ein klarer Nachteil von Bayern, das hast du Recht, ist die Qualität des Gesamtkaders. Wenn man sich den anschaut, ist das in der Breite die schlechteste Zusammenstellung seit Jahren. Aber auch hier möchte ich nochmal an die Hoeneßschen Worte erinnern, die vor der Spielzeit durch alle Gazetten gingen: Bayern wolle nicht zweistellige Millionenbeträge für eine gute Ersatzbank ausgeben und fülle deswegen die Bank aus dem eigenen Nachwuchs auf. Sprich: Auch wenn es sich Bayern leisten konnte, sie haben nicht in die Breite investiert. Deswegen müssen sie z.B. einem Ottl einiges zutrauen.

Deswegen bleibe ich dabei: Soweit ist ManU nicht weg. Das Personal erklärt nicht diesen frappierenden Unterschied in Spielweise und Ergebnis.
probek (Gast) - 14. Apr, 00:09

Nicht gesehen, aber...

Eins vorweg: Ich finde schon, dass man Spiele gesehen haben sollte, um über sie urteilen. Auch wenn manche Analyse trotzdem stimmen mag.

Natürlich stimmt die These des im Vergleich der letzten Jahre eher geringeren Qualität des Bayern-Kaders. Bezeichnend dafür ist z.B., dass mangels Alternativen ein Santa Cruz eingewechselt werden muss, um ein Spiel beim Stand von 0:2 zu drehen. Das ist natürlich ein schlechter Witz. Aber so gesehen finde ich es eher lobenswert, dass die Bayern mit diesem Kader immerhin noch unter die acht besten Mannschaften in Europa kommen konnten.

Und der Spielverlauf gegen Milan war für die Bayern auch ein psychologisches Worst-Case-Szenario gegen einen absoluten Angst-Gegner. Übringens nicht nur für die Spieler. Auch auf den Tribünen haben nach dem Doppel-KO-Schlag des humorlos herausgespielten 1:0-2:0-Vorsprungs für Milan nicht mehr viele daran geglaubt, dass das Spiel noch zu drehen wäre.

Das dann mit einer Gala-Vorstellung von ManU zu vergleichen, na ja. Mal sehen, wie das ach so tolle ManU sich jetzt gegen Milan schlägt.

Dülp - 14. Apr, 21:13

Klar, du hast recht. Man müsste das Bayern-Spiel gesehen haben, um über DIESES Spiel zu urteilen. Deswegen bezog sich die Analyse auch auf die Spiele, die ich zuvor von Bayern gesehen habe. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass es keinen grundsätzlichen Unterschied gab.

Bayern muss sich am eigenen Anspruch messen lassen, und der ist nicht Viertelfinale, sondern Finale. Wenn Hoeneß glaubt, der Kader reicht dafür, dann frage ich mich, als kleiner Blogger, warum es eben nicht gereicht hat. Und ich gehe - wie Hoeneß - davon aus, dass es nicht am Personal lag, sondern an der Spielweise.

Klar, ein solcher Doppelschlag ist böse, aber wenn man Bayern über die ganze Saison betrachtet, dann komme ich zu dem Schluss, dass das Potential einfach nicht ausgereizt wird. Es könnte definitiv besser sein. Das zeigt sich vor allem in der Meisterschaft.

Die kurze Erfolgsserie mit den Real-Spielen hat das einigen Leuten Sand in die Augen gestreut. Ich habe keine Ahnung, warum Hitzfeld so gut wegkommt. Er ist nicht erfolgreicher als Magath, lässt keinen besseren Fussball spielen. Alles, was er bisher auf der Haben-Seite stehen hat, ist das Achtelfinale.

Das Fazit kann nur sein, dass das Experiment "Eigener Nachwuchs" im Hinblick auf die Zielsetzungen gescheitert ist.

Was ManU angeht: Schau sie dir in der Premier League an. Schau dir an, wie Spieler wie Scholes dort im Moment aufblühen. Dieses Spiel war außerordentlich, aber kein Zufall. Rom hatte vor diesem Spiel in der CL vier Tore kassiert (wenn ich mich recht erinnere). So eine Mannschaft haut man nicht im Vorbeigehen weg. Ich rechne fest mit dem Finaleinzug.

ManU sollte man auch nicht überbewerten...

allerdings machen Sie so vieles mehr richtig, als der FC Bayern. Das das Team von Sir Alex immer noch die Chance hat dieses Jahr das Triple zu holen, kommt ja nicht von ungefähr.

Und mit einem Giggs und einem Ronaldo auf den Aussenpositionen kann man aber auch gar nicht so viel falsch machen :-)
Wenn Hoeneß glaubt, der Kader reicht dafür, dann frage ich mich, als kleiner Blogger, warum es eben nicht gereicht hat. Und ich gehe - wie Hoeneß - davon aus, dass es nicht am Personal lag, sondern an der Spielweise.
Hoeneß hat sicherlich nicht wirklich daran geglaubt, das es mit diesem Kader ein CL-Finaleinzug möglich wäre - dafür fehlt es eindeutig an spielerischer Qualität. Laufbereitschaft, Einsatz und Bissigkeit kommen nur manchmal zum Vorschein, dabei ist diese Galligkeit die einzige Chance für uns irgendetwas zu reissen.

Natürlich ist die Gesamtqualität des Kaders niedriger, als in den Jahren zuvor und für die Zukunft sieht es ja (momentan) auch nicht wirklich besser aus: Ein Altintop, ein Schlaudraff und ein neuer Südamerikaner (den keine Sau kennt) werden die Abgänge von Brazzo, Scholl, Pizarro(?), und Santa Cruz(?) nicht aufwiegen können.

Und selbst wenn neues Personal an Bord kommen würde bräuchten wir immer noch einen Trainer, der den Spielern aktiveren, besseren Fußball vermitteln kann. Hitzfeld kann dies nicht - bei aller Wertschätzung.

Bolzplatz

"Fußball ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding!" (G. Trapattoni)

Suche

 

Unser Fußball

Bolzplatz abonnieren



Enter your Email


Powered by FeedBlitz

Aktuelle Beiträge

So nicht
Es sei auf eine Aktion hingewiesen, die vor relativ...
Eintracht-Blog.de (Gast) - 2. Sep, 18:36
Birgit Prinz ist SUPER...
Birgit Prinz sieht super aus und spielt super halt...
Linda (Gast) - 21. Jan, 11:11
DU BIST VÖÖLIG...
Was schreibst du da für einen Schwachsinn ????...
Marie (Gast) - 20. Jan, 09:37
scheiß reden kann...
Denk nach wen du so was schreibst! Das ist doch voll...
Simone (Gast) - 19. Jan, 11:25
Du bist doch so ein Trottel...
Du bist doch so ein Trottel !!!!! Birgit Prinz sieht...
Jörg (Gast) - 19. Jan, 11:23

Counter & RSS

Blogcounter

kostenloser Counter

Clustr Map

Locations of visitors to this page xml version of this page

Web Counter-Modul

Status

Online seit 1722 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2. Sep, 18:36

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Impressum

Verantwortlich gemäß § 10 Absatz 3 MDStV::
Christian Dülpers
Ernst-Barlach-Allee 56e
68163 Mannheim
E-Mail: duelp bei web.de Sollte jemand glauben, ein auf dieser Seite verwendeter Text oder ein verwendetes Bild verstoße gegen Copyright-Vorschriften, werde ich es nach entsprechender Mitteilung umgehend entfernen.