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Dienstag, 6. Februar 2007

Liverpool gehört jetzt den Amis

Dass ein Sportverein jemandem gehören kann - mit diesem Konzept kann ich mich einfach nicht anfreunden. Deswegen tut mir die Schlagzeile "Reds: Übernahme perfekt" schon weh. Vor allem, wenn die Käufer Sportvereine sammeln wie andere Leute Fußball-Bilder.

Die Amerikaner sind in ihrer Wortwahl wenigstens ehrlich. Statt Verein heißt es dort "Franchise". Die Indianapolis Colts sind für die Liga also sowas wie die Filiale für McDonalds. Wenn schon solche ein Kapitalismus, dann bitte wie in Green Bay. Nur aus einem einzigen Grund gibt es seit 1919 in dieser Kleinstadt durchgehend ein NFL-Team: Die Mannschaft gehört den gut 100.000 Einwohnern (von denen übrigens knapp 70% in das Stadion passen).

Wenn mein Verein irgendwann zum Verkauf stünde: Ich würde ein paar Riesen reinschmeissen, um ihn für uns Fans zu sichern und nicht irgendwelchen amerikanischen Großkapitalisten, arabischen Scheichs oder russischen Oligarchen zu überlassen.

Trackback URL:
http://bolzplatz.twoday.net/stories/3287827/modTrackback

Jürgen Kalwa (Gast) - 6. Feb, 20:09

Es gibt noch einen ganz anderen Grund, weshalb die NFL noch immer in Green Bay ist: das genossenschaftliche Modell der Liga. Sie verteilt die Fernsehgelder an alle Clubs gleich. Die Kostenseite ist inzwischen auch geregelt. Eine konsequente Salary Cap ohne wenn und aber. Kein Team kann mehr Geld für Spieler ausgeben, sondern muss haushalten lernen. Green Bay würde heute keine Franchise mehr bekommen. Dafür ist der Ort wirklich zu klein (auch wenn die Fans überwiegend aus der ziemlich großen Stadt Milwaukee anreisen). Es war ein Glücksfall, dass es dazu kam. Und heute ist jeder froh. Denn der Club befriedigt das Bedürfnis der Amerikaner nach Sportgeschichte und alten Mythen. Die Packers waren von Anfang an dabei. Wichtig: Sie waren die beste Mannschaft in den sechziger Jahren, als das Fundament für das moderne Milliardenunternehmen NFL gelegt wurde und konnten die sportlich extrem schlechten Jahre zwischendurch überstehen, weil die Liga das Team dabei haben wollte.

Dülp (Gast) - 7. Feb, 08:15

Für die mittlerweile im Fußball erreichte Kapitalisierung des Sports halte das NFL-Modell absolut für ein Rolemodel. Die zwischen den europäischen Vereinen ungleich verteilten Geldflüsse führen über kurz oder lang zu gähnender Langeweile. Siehe hier

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