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Mittwoch, 18. Oktober 2006

Englische Härte oder barbarische Sitten?

Es scheint ein hervorragender Anlass für Besserwissertum zu sein: Die üble Verletzung Petr Cechs. Nun schreien alle die auf, die wahrscheinlich kurz zuvor noch die Ursprünglichkeit des englischen Fußballs gepriesen haben. Sie schimpfen auf die unnötige Härte des Stürmers und auf die viel zu laxe Regelauslegung des Schiedsrichters.

Wenn ich mir die Bilder anschaue, dann sieht das auf den ersten Blick nach einem Allerwelts-Zusammenprall aus. Der hat zwar leider extrem unglückliches Ende genommen, aber weder sehe ich eine grobe Unsportlichkeit - der Stürmer ist noch nicht mal offensiv zum Ball gegangen, sondern hat einfach nur den Sprint durchgezogen - noch einen direkten Anlass, eine gefährliche Verletzung zu erkennen.

Deswegen: Mal schön den Ball flach halten. Solche Unfälle sind nicht zu vermeiden, selbst wenn die Fifa morgen die Kontaktlosigkeit deklarieren würde. Leider ist ebensowenig die Mentalität zu vermeiden, überall einen Schuldigen finden zu wollen.

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kurtspaeter - 18. Okt, 22:47

Geb ich ...

Dir völlig Recht. Bei Premiere wollten sie heute vor den CL-Spielen auch ein Fass aufmachen, in dem Sinne, muss man über Regeln etc nachdenken. So eine Verletzung ist bitter, aber Absicht kann ich nicht erkennen.

Marius (Gast) - 19. Okt, 11:06

Naja

muss hier aber einwenden, dass auch an die spieler appeliert werden sollte, solche situationen zu vermeiden. oft genug wird ein bein im zweifel nochmals hängengelassen um einzufädeln (vielleicht gibts ja nen elfer) und wenn das knie dann halt unglücklich mit dem schädel zusammenprallt...
und auch das angesprochene "sprint durchziehen" ist mir eine etwas zu einfache erklärung, da der ankommende spieler einen zusammenprall und evtl. konsequenzen in kauf nimmt. insbesondere in der situation cech/hunt möchte ich mal wissen wie hunt geglaubt hat aus der situation noch ne bude machen zu können.
natürlich zählt der einwand "wir sind hier nicht bei mau-mau", aber letztlich sollte bei schweren verletzungen des gegners auch über eine nachträgliche bestrafung des verursachers nachgedacht werden (sperre), soweit natürlich eine entsprechende fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann. der blosse traurige blick des spielers danach im interview hilft weder dem verein aufgrunds des ausfalls des verletzten, geschweige denn dem verletzten selbst.
und natürlich sind die torhüter nicht immer die armen schweine. das vorgesagte gilt natürlich auch für die kampfkunsteinlagen der torhüter beim rauslaufen (hallo, herr kirschstein).
also auf in eine bessere (fussball)welt...

Dülp - 19. Okt, 12:26

Damit der Spieler seine Geschwindigkeit auf ein entsprechend ungefährliches Maß bremsen kann, müsste er bereits 15 Meter vor erreichen des Balles erkennen, dass er nicht als erster den Ball erreicht. Kann er aber nicht und deswegen zieht er durch, wie ich das als Trainer oder Zuschauer auch erwarte. Selbst wenn ich den Ball nicht erreiche, erzwinge ich vielleicht eine Ecke oder einen Einwurf.

Man könnte genausogut fragen, ob Cech sich mit dem Gesicht voran dem Gegner in den Lauf werfen musste. Er muss gesehen haben, dass der Stürmer mit Speed auf ihn zukommt. Hat er damit eine Verletzung bewusst riskiert? Hätte er den Ball mit den Füßen ins Aus gegrätscht, wäre ihm nichts passiert.

Ich will Cech hier keine Schuld unterstellen, sondern den meiner Meinung nach zu einseitigen Betrachtern etwas zu denken geben.

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