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Donnerstag, 28. September 2006

Warum verdienen Stürmer mehr?

In der FAZ erklärt ein echter Volkswirtschaftsprofessor, warum Fußballstars so viel verdienen. Und er erklärt, warum Stürmer im Durchschnitt mehr verdienen als Mittelfeldspieler:

"Offensichtlich sind Stürmer knapper als Mittelfeldspieler."

Abwehrspieler verdienen weniger als Mittelfeldspieler und Torhüter sind am schlechtbezahltesten. Da wage ich doch mal eine Gegenthese: Ich behaupte, dass Stürmer am meisten verdienen, weil ihr Anteil am Erfolg am offensichtlichsten ist. Mit einem Top-Goalgetter kann man sich relativ sicher Erfolg kaufen. Ein Klose ist 10 Tore besser als ein Neuville. Bei Abwehrspielern, mehr noch bei Torhütern ist es mit objektiven Mitteln kaum zu messen, wie viel Tore weniger die Mannschaft durch sie kassiert. Deswegen haben diese Spieler weniger handfeste Argumente bei den Vertragsverhandlungen.

So, irgendein Ökonom da draußen, der es besser weiß?

Via Fritten, Fußball & Bier

Trackback URL:
http://bolzplatz.twoday.net/stories/2736276/modTrackback

Dein genanntes Bewertungskriterium spielt mit Sicherheit eine wichtige Rolle. Ich denke aber, dass auch die Medienwirksamkeit ein bedeutender Faktor ist. In Spielzusammenfassungen werden häufig nur die Tore gezeigt. Wer ist also im Bild? Der Stürmer. Und auch in öffentlichen Wahrnehmung heißt es dann: Stürmer X hat das Spiel gedreht.

Stürmer bringen Publicity und Publicity bringt Geld. Wer mehr Geld in die Kassen bringt, ist "wichtiger" fürs Unternehmen und wird dementsprechend dafür entlohnt.

Allerdings teile ich diese Ansicht nicht. Wie heißt es doch so schön: "Die Stürmer gewinnen das Spiel, die Abwehr die Meisterschaft." 2003 / 04 hatte Werder mit Kristajic und Ismael die beste Innenverteidigung der Liga - mit entsprechendem Erfolg. Letztes Jahr hatten wir den besten Sturm - und werden "nur" Zweiter.

Stefan (Gast) - 29. Sep, 18:28

Da hat wohl ein VWL-Professor eine wirtschaftliche Binsenweisheit auf ein Gebiet übertragen, von dem er nichts versteht.
Dass es weniger Stürmer (i.e. gute Stürmer) gibt als gute Abwehrspieler, halte ich für ein Gerücht. Ich denke auch, dass die Messbarkeit des Erfolgs und die Medienwirksamkeit eine Rolle spielen. Aus beidem ergibt sich dann auch wieder der Starstatus einzelner Stürmer, die entsprechend gut verdienen.

Jo (Gast) - 30. Sep, 23:50

wens interessiert.....

hier gibts den Artikel im Original:

http://wifak.uni-wuerzburg.de/wilan/wifak/vwl/vwl4/publik/Zwischenruf/FAS%2007%2006.pdf

Ich muss an dieser Stelle eine Lanze für Herrn Berthold brechen: Ich weiß als sein Student, dass er durchaus Ahnung von Fußball hat, bei uns ist schon so manche langweilige Arbeitsmarkt-Vorlesung durch eine hitzige Fußball-Diskussion unterbrochen worden :-))

Außerdem will ich an dieser Stelle erklären, wie er zu seinen Erkenntnissen kommt. Er geht implizit von der Annahme aus, dass ein Mittelfeldspieler einen höheren Beitrag zum Erfolg eines Teams beisteuert als ein Stürmer, der Ökonom drückt dies dadurch aus, dass der Mittelfeldspieler produktiver als der Stürmer ist ("...obwohl Mittelfeldspieler universeller
einsetzbar sind...."). Wenn dies das einzige Kriterium für die Entlohnung wäre, dann müsste der Mittelfeldspieler besser entlohnt werden. Allerdings kommt an dieser Stelle die Knappheit ins Spiel (übrigens nach Meinung einiger Ökonomen das Grundübel der Menschheit *gg*). Je weniger es von einem Gut gibt, desto teurer wird der Preis. Anscheinend ist das Gut "Mittelfeldspieler" weniger knapp als das Gut "Stürmer", deswegen ist der Preis für das Gut "Stürmer" relativ höher. Vielleicht bringt die Lektüre des Original-Artikels einen größeren Erkenntnisgewinn.

Ich will an dieser Stelle betonen, dass die Denkweise von Ökonomen oftmals irrwitzig und verquer erscheinen. Leider kann man erst nach einigen Semestern Wirtschaftswissenschaften diese Gedankengänge richtig verstehen....

Suedtribuene - 4. Okt, 16:53

Danke Jo,

vielleicht hätte ich ein paar Semester länger Wirtschaftswissenschaften studieren sollen. Nicht nur bis zum Abschluss.
:-)
Nein: Die Hauptkritik richtete sich darauf, dass Knappheit zwar in der wirtschaftswissenschaftlichen Theorie gängiges Argument für höhere Preise ist, in der Praxis "Fußballerentlohnung" dieser theoretische Ansatz aber zu kurz greift.

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