Ich war Vollack
Wenn kleine Jungen gegeneinander Fußball spielen, spielen nicht wirklich kleine Jungen gegeneinander. Es laufen All-Star-Teams auf. Je nach Situation verwandeln sich die Kontrahenten in den gerade passenden Weltstar- "Ich bin Beckham" schreit der Freistoßschütze, als würde alleine aufgrund dieser Ankündigung der Ball bereits im Winkel zappeln. "Dafür bin ich Kahn" konstatiert der Tormann und impliziert damit, dass er den folgenden Schuss, so platziert er auch sein möge, aus dem Winkel kratzen wird.
Um die Schwierigkeit für beide Seiten zu erhöhen, darf vor dem Anpfiff vereinbart werden, dass man das Spieler-Repertoire auf eine Mannschaft zu begrenzen hat. Traumkombinationen zwischen Ronaldinho, Ballack und Lampard sind so von vorneherein ausgeschlossen. Gleichzeitig werden Besitzanprüche geschürt. Erobert einer die gemeinsame Lieblingsmannschaft, versetzt er dem anderen einen herben psychologischen Dämpfer.
Für alle Fauen, die jetzt müde lächeln: Das ist eine wirklich ernste Sache. Wie soll man gewinnen, wenn man nur die Luschen der anderen Vereine sein darf? In der Phantasie kleiner Mönchengladbach-Fans verblasst selbst die Strahlkraft eines Zinedine Zidane vor der Macht, die der Name Peer Kluge verleiht.
Das war, davon bin ich bis heute überzeugt, der Grund, warum ich in der Regel gegen meinen Kumpel Klinkinho verlor. Er war stur. "Wenn ich nicht Gladbach sein darf, spiel ich nicht mit", verkündete er stets vor dem Duell. Ich wusste damals schon, dass der Klügere nachgibt. Also suchte ich mir einen anderen Verein aus. Der FC Bayern kam natürlich nicht bin Frage. Ich, Sören Lerby? Niemals! Dann schon lieber Lothar Woelk.
Ich versuchte mich an verschiedenen Mannschaften: Bremen, Dortmund, HSV. Leider hatten diese Teams nicht genug Qualität im Kader. Wie sonst war zu erklären, dass ich ständig verlor?
Schließlich wählte ich Uerdingen. Die waren zwar gerade erst aufgestiegen, machten aber ganz gute Anstalten. Im Tor stand Werner Vollack. In meinen Augen ist er bis heute einer des besten Keeper, den die Liga je gesehen hat, denn immer wenn ich Vollack war, schienen ungeahnte Kräfte von mit Besitz zu ergreifen. Ich parierte unhaltbare Schüsse. Ich sprang höher, als ich es je zu hoffen gewagt hatte. Leider war Uerdingen spielerisch nicht ganz so überzeugend. Solange ich Matthias Herget war, lief es ganz gut. Aber wehe, ich spielte auf mich als Friedhelm Funkel oder Wolfgang Schäfer ab.
Unter dem Strich hatte ich mit Bayer Uerdingen trotz einem Werner Buttgereit die beste Bilanz meiner Bundesliga-Karriere vorzuweisen. Deswegen bin ich bis heute dem Club im Herzen verbunden. Mein Kumpel Klinkinho hingegen mag Mönchengladbach zu diversen imaginären Titeln geführt haben. Aber kann er darauf stolz sein? Nein! Mit diesem überragenden Spieler-Potential, mit Mill, Bruns, Criens oder Hannes, hätte jeder gewinnen können. Selbst ich.
Um die Schwierigkeit für beide Seiten zu erhöhen, darf vor dem Anpfiff vereinbart werden, dass man das Spieler-Repertoire auf eine Mannschaft zu begrenzen hat. Traumkombinationen zwischen Ronaldinho, Ballack und Lampard sind so von vorneherein ausgeschlossen. Gleichzeitig werden Besitzanprüche geschürt. Erobert einer die gemeinsame Lieblingsmannschaft, versetzt er dem anderen einen herben psychologischen Dämpfer.
Für alle Fauen, die jetzt müde lächeln: Das ist eine wirklich ernste Sache. Wie soll man gewinnen, wenn man nur die Luschen der anderen Vereine sein darf? In der Phantasie kleiner Mönchengladbach-Fans verblasst selbst die Strahlkraft eines Zinedine Zidane vor der Macht, die der Name Peer Kluge verleiht.
Das war, davon bin ich bis heute überzeugt, der Grund, warum ich in der Regel gegen meinen Kumpel Klinkinho verlor. Er war stur. "Wenn ich nicht Gladbach sein darf, spiel ich nicht mit", verkündete er stets vor dem Duell. Ich wusste damals schon, dass der Klügere nachgibt. Also suchte ich mir einen anderen Verein aus. Der FC Bayern kam natürlich nicht bin Frage. Ich, Sören Lerby? Niemals! Dann schon lieber Lothar Woelk.
Ich versuchte mich an verschiedenen Mannschaften: Bremen, Dortmund, HSV. Leider hatten diese Teams nicht genug Qualität im Kader. Wie sonst war zu erklären, dass ich ständig verlor?
Schließlich wählte ich Uerdingen. Die waren zwar gerade erst aufgestiegen, machten aber ganz gute Anstalten. Im Tor stand Werner Vollack. In meinen Augen ist er bis heute einer des besten Keeper, den die Liga je gesehen hat, denn immer wenn ich Vollack war, schienen ungeahnte Kräfte von mit Besitz zu ergreifen. Ich parierte unhaltbare Schüsse. Ich sprang höher, als ich es je zu hoffen gewagt hatte. Leider war Uerdingen spielerisch nicht ganz so überzeugend. Solange ich Matthias Herget war, lief es ganz gut. Aber wehe, ich spielte auf mich als Friedhelm Funkel oder Wolfgang Schäfer ab.
Unter dem Strich hatte ich mit Bayer Uerdingen trotz einem Werner Buttgereit die beste Bilanz meiner Bundesliga-Karriere vorzuweisen. Deswegen bin ich bis heute dem Club im Herzen verbunden. Mein Kumpel Klinkinho hingegen mag Mönchengladbach zu diversen imaginären Titeln geführt haben. Aber kann er darauf stolz sein? Nein! Mit diesem überragenden Spieler-Potential, mit Mill, Bruns, Criens oder Hannes, hätte jeder gewinnen können. Selbst ich.
Dülp - 7. Apr, 21:20
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