Das Erbe Vogts
Seltsamerweise ist die Amtszeit Berti Vogts als Bundestrainer den allermeisten Leuten nicht als Hoch-Zeit der Nationalmannschaft im Gedächtnis geblieben. Dabei kann den Punkteschnitt des kleinen Korschenbroichers weder ein Vorgänger noch ein Nachfolger überbieten und durch den Europameistertitel hat er sogar einen hübschen Pokal mit nach Hause gebracht. Nun ja - hierzulande zählt eben nur die Weltmeisterschaft und da sah es bei ihm nicht ganz so gut aus (wobei die weitere Entwicklung das damalige Entsetzen ex post relativieren sollte).
Eine wirklich unglückliche Hinterlassenschaft der Ära Vogts ist allerdings die nationale Abneigung gegenüber Einbürgerungen. Aufgrund der deutschen Historie, die ich wohl nicht genauer erläutern muss, hatte Deutschland im Gegensatz zu Frankreich oder Holland kaum Erfahrungen mit der Integration ausländischer Spieler in die Auswahlmannschaft. Anfang der Neunziger herrschte so etwas wie Aufbruchstimmung, eine Chance Multikultur auf dem Platz zu kultivieren. Sie wurde jedoch durch Schnellschüsse im Keim erstickt, denn der deutsche Fan reagierte doch einigermaßen irritiert angesichts durchschnittlicher bis perspektivloser Kicker wie Sean Dundee und Paolo Rink. Hätten stattdessen echte Granaten das schwarz-weiße Dress übergestreift, so würde vielleicht heute auch ein Valerien Ismael mit offeneren Armen empfangen.
Marco van Basten, der holländische Bondscoach, hat keine Probleme damit, rechtzeitig zur WM einen ivorischen Nachwuchsstürmer einbürgern zu lassen. Wohlgemerkt: Holland. Ein Stürmer. Das ist etwa so, als würde der DFB einen ghanaischen Torwart holen.
Die Ironie des Schicksals und Resultat der Integrationspolitik im Allgemeinen: Jene, deren Vita deutsch genug ist, um dem prüfenden Blick aller Klinsmanns dieses Landes stand zu halten, haben gar kein Interesse, den Adler auf der Brust zu tragen: Die Altintops, Sahins und Bastürks - echte Kohlenpottkinder ohne emotionalen Bezug zu ihrem Geburtsland.
Eine wirklich unglückliche Hinterlassenschaft der Ära Vogts ist allerdings die nationale Abneigung gegenüber Einbürgerungen. Aufgrund der deutschen Historie, die ich wohl nicht genauer erläutern muss, hatte Deutschland im Gegensatz zu Frankreich oder Holland kaum Erfahrungen mit der Integration ausländischer Spieler in die Auswahlmannschaft. Anfang der Neunziger herrschte so etwas wie Aufbruchstimmung, eine Chance Multikultur auf dem Platz zu kultivieren. Sie wurde jedoch durch Schnellschüsse im Keim erstickt, denn der deutsche Fan reagierte doch einigermaßen irritiert angesichts durchschnittlicher bis perspektivloser Kicker wie Sean Dundee und Paolo Rink. Hätten stattdessen echte Granaten das schwarz-weiße Dress übergestreift, so würde vielleicht heute auch ein Valerien Ismael mit offeneren Armen empfangen.
Marco van Basten, der holländische Bondscoach, hat keine Probleme damit, rechtzeitig zur WM einen ivorischen Nachwuchsstürmer einbürgern zu lassen. Wohlgemerkt: Holland. Ein Stürmer. Das ist etwa so, als würde der DFB einen ghanaischen Torwart holen.
Die Ironie des Schicksals und Resultat der Integrationspolitik im Allgemeinen: Jene, deren Vita deutsch genug ist, um dem prüfenden Blick aller Klinsmanns dieses Landes stand zu halten, haben gar kein Interesse, den Adler auf der Brust zu tragen: Die Altintops, Sahins und Bastürks - echte Kohlenpottkinder ohne emotionalen Bezug zu ihrem Geburtsland.
Dülp - 21. Mrz, 21:03
8 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
THansi - 21. Mrz, 22:16
neue trainersuche?
es wäre ja immerhin auch möglich, dass die deutsche nationalmannschaft den WM-titel nicht holt und wir uns, natürlich erst nachdem klinsi im presse-fleischwolf klein gemacht wurde, einen ausländischen trainer an die bank setzen/stellen (je nach dessen vorliebe).
zum einen werden nach der WM 2006 neben klinsi einige hochkarätige nationaltrainer ihren posten aufgeben müssen (oder ihr abgang bereits feststeht, wie der von Sven-Göran Eriksson), andererseits werden auch aus der bundesliga ausländische toptrainer in den markt gespült (hat hanspeter latour eigentlich einen vertrag für die 2. liga?).
zumindest sparen sich ausländsiche trainer der deutschen nationalmannschaft diesen tollen neuen einbürgerungstest. zudem hat doch schon das merkel gezeigt, dass wir für einen aufschwung einfach nur was ganz neues probieren müssen...
zum einen werden nach der WM 2006 neben klinsi einige hochkarätige nationaltrainer ihren posten aufgeben müssen (oder ihr abgang bereits feststeht, wie der von Sven-Göran Eriksson), andererseits werden auch aus der bundesliga ausländische toptrainer in den markt gespült (hat hanspeter latour eigentlich einen vertrag für die 2. liga?).
zumindest sparen sich ausländsiche trainer der deutschen nationalmannschaft diesen tollen neuen einbürgerungstest. zudem hat doch schon das merkel gezeigt, dass wir für einen aufschwung einfach nur was ganz neues probieren müssen...
Dülp - 22. Mrz, 13:02
Mit ausländischen Trainern hab ich grundsätzlich kein Problem. Aber ich glaube, dass sogar dem letzten beim DFB klar ist, dass es im Moment nicht am Bundestrainer mangelt, sondern am Spielermaterial. Und der aktuelle Bundestrainer macht schon mehr neues als einigen lieb ist.
klinkinho (Gast) - 22. Mrz, 08:26
ismael
meine ich gelesen zu haben, hat bereits ein u21 spiel dür die franz. nati gemacht, weshalb seine einbürgerung nach fifa statuten ausgeschlossen ist.
Dülp - 22. Mrz, 12:41
Sollte er tatsächlich gespielt haben, dann dürfte er laut FIFA-Statuten nicht mehr auflaufen (s.u.). Davon abegesehen ging es in dem Artikel weniger um Ismael. Ich habe ihn nur als aktuelles Beispiel für die Diskussion benutzt.
"Besitzt ein Spieler mehrere Staatsbürgerschaften, erhält der Spieler eine andere Staatsbürgerschaft oder ist er aufgrund seiner Staatsbürgerschaft für mehrere Verbandsmannschaften spielberechtigt, so gelten die folgenden Ausnahmeregelungen:
a) Ein Spieler hat bis zur Vollendung des 21. Altersjahres einmalig
das Recht, die Spielberechtigung für Länderspiele eines anderen
Verbandes zu erlangen. Dieses Wechselrecht kann nur beansprucht werden, wenn der Spieler noch nicht in einem A-Länderspiel seines heutigen Verbandes gespielt hat und wenn er zum Zeitpunkt des ersten Einsatzes in einem Länderspiel im Rahmen eines offiziellen Wettbewerbs in irgendeiner anderen Kategorie (Voll- oder Teileinsatz) bereits im Besitz dieser Staatsbürgerschaften war. Ein Wechsel kann jedoch nicht während einer laufenden Qualifikationsperiode für FIFA-Wettbewerbe, für eine Kontinentalmeisterschaft oder für ein Olympisches Fussballturnier erfolgen, sofern der Spieler in seiner Verbandsmannschaft in einem Qualifikationsspiel bei einem der genannten Wettbewerbe eingesetzt worden ist."
"Besitzt ein Spieler mehrere Staatsbürgerschaften, erhält der Spieler eine andere Staatsbürgerschaft oder ist er aufgrund seiner Staatsbürgerschaft für mehrere Verbandsmannschaften spielberechtigt, so gelten die folgenden Ausnahmeregelungen:
a) Ein Spieler hat bis zur Vollendung des 21. Altersjahres einmalig
das Recht, die Spielberechtigung für Länderspiele eines anderen
Verbandes zu erlangen. Dieses Wechselrecht kann nur beansprucht werden, wenn der Spieler noch nicht in einem A-Länderspiel seines heutigen Verbandes gespielt hat und wenn er zum Zeitpunkt des ersten Einsatzes in einem Länderspiel im Rahmen eines offiziellen Wettbewerbs in irgendeiner anderen Kategorie (Voll- oder Teileinsatz) bereits im Besitz dieser Staatsbürgerschaften war. Ein Wechsel kann jedoch nicht während einer laufenden Qualifikationsperiode für FIFA-Wettbewerbe, für eine Kontinentalmeisterschaft oder für ein Olympisches Fussballturnier erfolgen, sofern der Spieler in seiner Verbandsmannschaft in einem Qualifikationsspiel bei einem der genannten Wettbewerbe eingesetzt worden ist."
Trainer Baade (Gast) - 22. Mrz, 09:11
Ich möchte in einigen Punkten widersprechen. Durchaus zählt die
Europameisterschaft in hiesigen Landen eine Menge. Erstens war der Jubel nach dem Gewinn der EM96 nicht geringer als nach dem Gewinn der WM90 (was natürlich am Tag selbst erstmal kein Indiz ist dafür, wie viel Gewicht dieser Titel hat), zweitens wäre doch sonst nicht so ein Entsetzen durch Fußball-Deutschland nach dem Ausscheiden 2000 und 2004 gegangen, wenn eine EM nicht wirklich wichtig wäre.
Man muss es sogar mit Didi Hamann sagen: Eine EM ist schwieriger als eine WM. Bei einer EM gewinnt man eben nicht 8-0 gegen Saudi-Arabien oder um weniger polemisch zu sein, 1-0 gegen unerfahrene Südkoreaner im Halbfinale oder 2-0 gegen den Iran. Da spielt man eben gegen mauernde Letten 0-0 oder kriegt von der B-Elf Portugals/Tschechiens den Arsch voll.
Natürlich ist Berti Vogts vom Punkteschnitt her der beste deutsche
Nationaltrainer aller Zeiten. Der Grund, warum er so unbeliebt ist, ist aber seine nicht vorhandene Fähigkeit, seine absolute Verklemmtheit abzulegen. Er besitzt ja sogar Selbstironie, wie man aus diversen Sprüchen ablesen kann, er ist höchstwahrscheinlich sogar ein echter Fußballfachmann, aber er ist nie so beliebt gewesen wie Rudi Völler oder Franz es waren, weil er einen Stock im Arsch hat, den man schon peinlich berührt erkennt, wenn er in einem Interview spricht.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Rudi Völler eigentlich überhaupt keine Ahnung vom Trainerjob hat, während Berti, auch wenn er in Kuweit und in Schottland "scheiterte", das unbestritten hat. Aber fachliche Fähigkeiten entscheiden nicht darüber, ob man jemanden mag oder nicht. Berti ist einfach nicht der Mann, der den Bauch des Volkes, seine Emotionen anspricht, weil er selbst mit seinen eigenen hinterm Berg hält.
Aus ähnlichen Gründen ist übrigens Matthias Sammer bei den Fans der meisten Bundesligamannschaften besonders beliebt.
Was ich aber eigentlich anmerken wollte, ist, dass Berti Vogts nicht derjenige ist, der Schuld an der mangelnden Einbürgerungspraxis trägt. Schuld ist das ius sanguinis, welches eben in Deutschland, der Schweiz und Österreich gilt, während man in Frankreich oder auch den Niederlanden automatisch Staatsbürger dieses Landes ist, wenn man innerhalb dessen Grenzen geboren ist.
Und ehrlich gesagt finde ich diese Diskussion auch total überflüssig. Warum sollte das zahlenmäßig größte Volk Europas, der größte Fußballverband der Welt sich Spieler aus anderen Nationen einbürgern lassen, nur weil andere das tun?
Hier in Deutschland gibt es genug zweite, dritte, vierte Deislers oder Schweinsteigers, man muss sie nur finden und fördern. Schaut man sich Kloses, ein echter Weltklassestürmer (egal, was die kicker-Rangliste sagt), Werdegang an, dann muss man sagen, dass es offensichtlich nicht mal wichtig ist, dass man den DFB-Spionen auffällt, sondern dass man irgendeinem Spion der ersten oder zweiten Liga auffällt, auf dass man gekauft wird und sich entwickeln kann. Vielleicht war das sogar Kloses Vorteil, dass er sich unbeachtet einer Uxx-Karriere entwickeln konnte.
80% eines jeden U21-Jahrgangs schaffen es nicht in die Nationalmannschaft (kann ja auch per Definiton nicht viel mehr sein als dieser Wert), aber selbst die übrigen finden nicht immer einen Stammplatz in der Bundesliga.
Worauf ich hinauswill: in Deutschland, mit den meisten organisiert
spielenden Fußballern der Welt, wird es genug Spieler geben, die ausreichen, um Weltklasse zu sein, wenn man sie gescheit trainiert, aus- und weiterbildet.
Die Frage danach, ob man unbedingt einen Ismael oder Ailton oder wer da sonst uns noch alles in den Arsch kriechen wollte für eine WM-Teilnahme einbürgert, ist bzw. wäre überflüssig, wenn man seine eigenen Leute ausreichen fördern würde.
Im Übrigen bezweifele ich, dass die Niederlande wesentlich schlechter dastünden/Fußball spielten, nähme man ihnen ihre übersee-ischen Kolonien weg. 11 weiße Holländer sind immer noch Mit-WM-Favorit.
PS: Hach, wie viel leichter ist es, zu widersprechen, als einen eigenen Beitrag zu formulieren. Diesen hier finde ich nichtsdestotrotz sehr gelungen und habe mich gefreut, ihn hier zu lesen.
Europameisterschaft in hiesigen Landen eine Menge. Erstens war der Jubel nach dem Gewinn der EM96 nicht geringer als nach dem Gewinn der WM90 (was natürlich am Tag selbst erstmal kein Indiz ist dafür, wie viel Gewicht dieser Titel hat), zweitens wäre doch sonst nicht so ein Entsetzen durch Fußball-Deutschland nach dem Ausscheiden 2000 und 2004 gegangen, wenn eine EM nicht wirklich wichtig wäre.
Man muss es sogar mit Didi Hamann sagen: Eine EM ist schwieriger als eine WM. Bei einer EM gewinnt man eben nicht 8-0 gegen Saudi-Arabien oder um weniger polemisch zu sein, 1-0 gegen unerfahrene Südkoreaner im Halbfinale oder 2-0 gegen den Iran. Da spielt man eben gegen mauernde Letten 0-0 oder kriegt von der B-Elf Portugals/Tschechiens den Arsch voll.
Natürlich ist Berti Vogts vom Punkteschnitt her der beste deutsche
Nationaltrainer aller Zeiten. Der Grund, warum er so unbeliebt ist, ist aber seine nicht vorhandene Fähigkeit, seine absolute Verklemmtheit abzulegen. Er besitzt ja sogar Selbstironie, wie man aus diversen Sprüchen ablesen kann, er ist höchstwahrscheinlich sogar ein echter Fußballfachmann, aber er ist nie so beliebt gewesen wie Rudi Völler oder Franz es waren, weil er einen Stock im Arsch hat, den man schon peinlich berührt erkennt, wenn er in einem Interview spricht.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Rudi Völler eigentlich überhaupt keine Ahnung vom Trainerjob hat, während Berti, auch wenn er in Kuweit und in Schottland "scheiterte", das unbestritten hat. Aber fachliche Fähigkeiten entscheiden nicht darüber, ob man jemanden mag oder nicht. Berti ist einfach nicht der Mann, der den Bauch des Volkes, seine Emotionen anspricht, weil er selbst mit seinen eigenen hinterm Berg hält.
Aus ähnlichen Gründen ist übrigens Matthias Sammer bei den Fans der meisten Bundesligamannschaften besonders beliebt.
Was ich aber eigentlich anmerken wollte, ist, dass Berti Vogts nicht derjenige ist, der Schuld an der mangelnden Einbürgerungspraxis trägt. Schuld ist das ius sanguinis, welches eben in Deutschland, der Schweiz und Österreich gilt, während man in Frankreich oder auch den Niederlanden automatisch Staatsbürger dieses Landes ist, wenn man innerhalb dessen Grenzen geboren ist.
Und ehrlich gesagt finde ich diese Diskussion auch total überflüssig. Warum sollte das zahlenmäßig größte Volk Europas, der größte Fußballverband der Welt sich Spieler aus anderen Nationen einbürgern lassen, nur weil andere das tun?
Hier in Deutschland gibt es genug zweite, dritte, vierte Deislers oder Schweinsteigers, man muss sie nur finden und fördern. Schaut man sich Kloses, ein echter Weltklassestürmer (egal, was die kicker-Rangliste sagt), Werdegang an, dann muss man sagen, dass es offensichtlich nicht mal wichtig ist, dass man den DFB-Spionen auffällt, sondern dass man irgendeinem Spion der ersten oder zweiten Liga auffällt, auf dass man gekauft wird und sich entwickeln kann. Vielleicht war das sogar Kloses Vorteil, dass er sich unbeachtet einer Uxx-Karriere entwickeln konnte.
80% eines jeden U21-Jahrgangs schaffen es nicht in die Nationalmannschaft (kann ja auch per Definiton nicht viel mehr sein als dieser Wert), aber selbst die übrigen finden nicht immer einen Stammplatz in der Bundesliga.
Worauf ich hinauswill: in Deutschland, mit den meisten organisiert
spielenden Fußballern der Welt, wird es genug Spieler geben, die ausreichen, um Weltklasse zu sein, wenn man sie gescheit trainiert, aus- und weiterbildet.
Die Frage danach, ob man unbedingt einen Ismael oder Ailton oder wer da sonst uns noch alles in den Arsch kriechen wollte für eine WM-Teilnahme einbürgert, ist bzw. wäre überflüssig, wenn man seine eigenen Leute ausreichen fördern würde.
Im Übrigen bezweifele ich, dass die Niederlande wesentlich schlechter dastünden/Fußball spielten, nähme man ihnen ihre übersee-ischen Kolonien weg. 11 weiße Holländer sind immer noch Mit-WM-Favorit.
PS: Hach, wie viel leichter ist es, zu widersprechen, als einen eigenen Beitrag zu formulieren. Diesen hier finde ich nichtsdestotrotz sehr gelungen und habe mich gefreut, ihn hier zu lesen.
r0ssi - 22. Mrz, 10:27
hab ich das jetzt bis zum ende gelesen? wow, der longest-comment-award hat wohl seinen preisträger gefunden ;-)
Dülp - 22. Mrz, 13:00
Mit dem letzten Teil hast du sicher Recht, dass Deutschland es nicht nötig haben sollte, auf immigierter Spieler angewiesen zu sein. Aber selbst wenn wir genug gute Spieler hätten - was spräche dagegen einen einbürgerungswilligen aufzunehmen und, sofern er gut genug ist, aufzustellen. Macht Holland, wie bereits gesagt, ebenfalls. Ein einziger Spieler könnte sowieso nicht eine ganze Nationalmannschaft retten, sondern nur punktuell verstärken. Die Basis kann nur aus dem eigenen Nachwuchs kommen.
In einigen Punkten muss ich aber kräftig widersprechen. Frag mal 10 Deutsche. 9 davon würden dir sagen, dass Berti Vogts völlig inkompetent und als Trainer eine absolute Null ist. Deine Differenzierung, dass er ein Fachmann ist, der sich schlecht verkaufen kann, wird nicht getroffen. In der kollektiven Erinnerung wird er immer die größte Niete sein, die jemals auf der deutschen Bank platzgenommen hat.
Ich habe nie behauptet, dass Vogts an der fehlenden Einbürgerungspraxis schuld trägt. Wenn du hinguckst, hab ich das mit der deutschen Geschichte begründet. Ich sagte, er hat Mitschuld daran, dass die Chance, im Fußballbereich eine fortschrittlichere Einbürgerungspraxis zu kultivieren, verpasst wurde.
In einigen Punkten muss ich aber kräftig widersprechen. Frag mal 10 Deutsche. 9 davon würden dir sagen, dass Berti Vogts völlig inkompetent und als Trainer eine absolute Null ist. Deine Differenzierung, dass er ein Fachmann ist, der sich schlecht verkaufen kann, wird nicht getroffen. In der kollektiven Erinnerung wird er immer die größte Niete sein, die jemals auf der deutschen Bank platzgenommen hat.
Ich habe nie behauptet, dass Vogts an der fehlenden Einbürgerungspraxis schuld trägt. Wenn du hinguckst, hab ich das mit der deutschen Geschichte begründet. Ich sagte, er hat Mitschuld daran, dass die Chance, im Fußballbereich eine fortschrittlichere Einbürgerungspraxis zu kultivieren, verpasst wurde.
Stefan (Weltsicht Südtribüne) (Gast) - 22. Mrz, 14:22
Ein paar Ergänzungen
zu einer eigentlich runden Diskussion (ausgehend von einem runden Beitrag).
Klose als Beispiel für erfolgreiche deutsche Nachwuchsarbeit zu nennen, ist insofern nicht ohne Ironie, weil er gebürtiger Pole ist. Wer einen Blick in die Aufstellungen der U21 und jüngerer DFB-Auswahl-Teams wirft, stellt fest, dass da eine ganze Menge Kinder aus Einwandererfamilien kicken. Insofern denke ich, dass sich diese Diskussion in ein paar Jahren von allein erledigt. Zum Glück.
Dass Einbürgerung keine gute Jugendarbeit ersetzen kann, dürfte hier ja allgemein geteilte Meinung sein.
Vogts Schwächen sehe ich ähnlich. Sein Fachwissen sollte eigentlich unbestritten sein, ist es aber nicht. Es gibt den ein oder anderen Kommentar auch in meinem Blog, in dem Vogts allein für die Krise des deutschen Fußballs verantwortlich gemacht wird. Was ich für großen Unsinn halte.
Neben seiner schlechten "Öffentlichkeitsarbeit" vermute ich aber, dass Vogts auch in der Mannschaftsführung seine Schwächen hat/hatte und das wiegt möglicherweise noch schwerer als das schlechte Auftreten in der Öffentlichkeit.
Klose als Beispiel für erfolgreiche deutsche Nachwuchsarbeit zu nennen, ist insofern nicht ohne Ironie, weil er gebürtiger Pole ist. Wer einen Blick in die Aufstellungen der U21 und jüngerer DFB-Auswahl-Teams wirft, stellt fest, dass da eine ganze Menge Kinder aus Einwandererfamilien kicken. Insofern denke ich, dass sich diese Diskussion in ein paar Jahren von allein erledigt. Zum Glück.
Dass Einbürgerung keine gute Jugendarbeit ersetzen kann, dürfte hier ja allgemein geteilte Meinung sein.
Vogts Schwächen sehe ich ähnlich. Sein Fachwissen sollte eigentlich unbestritten sein, ist es aber nicht. Es gibt den ein oder anderen Kommentar auch in meinem Blog, in dem Vogts allein für die Krise des deutschen Fußballs verantwortlich gemacht wird. Was ich für großen Unsinn halte.
Neben seiner schlechten "Öffentlichkeitsarbeit" vermute ich aber, dass Vogts auch in der Mannschaftsführung seine Schwächen hat/hatte und das wiegt möglicherweise noch schwerer als das schlechte Auftreten in der Öffentlichkeit.

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