Der amputierte Arm
Neulich musste ich in der Zeitung lesen, dass einem Nationalspieler von Paraguay der Arm amputiert werden musste. Eine sehr traurige Angelegenheit, und dem guten Julio Gonzalez gilt mein ganzes Mitgefühl. Doch bei der Gelegenheit musste ich an einige Spiele aus meiner Jugendzeit denken.
Es muss in der E-, D- und C-Jugend gewesen sein. Da spielte bei der SpVg Odenkirchen ein dicker Junge, dem so wie Gonzales ein Arm fehlte. Zufällig stürmte er über die linke Außenseite und ich war als rechter Verteidiger eingeteilt. Er ärgerte mich. Als 10-jähriger macht man sich die Ausmaße einer nicht vorhandenen Extremität kaum klar. Deswegen sah ich es als grobe Spielverzerrung an, dass er den Einwurf unbestraft nur mit einer Hand ausführen durfte. Er schleuderte den Ball sicher doppelt so weit, wie jeder andere auf dem Platz.
Der Schiedsrichter sah sich einer Situation gegenüber, auf die er nicht vorbereitet war. Heißt es doch in den Regeln, dass der einwerfende Spieler "beide Hände gebrauchen muss". Hätte er nun eingegriffen, wären die Stimmen der Zuschauer laut geworden: "Diskriminierung!" Dabei könnte doch auch ein Spieler mit nur einem Arm einen Einwurf wenigstens einigermaßen regelgerecht ausführen, denn der Ball muss "von hinten über seinen Kopf geworfen werden". Bei zwei Armen stellt die Beurteilung kein Problem dar. Bei einer körperlichen Einschränkung kann man als Betroffener schonmal den Grenzbereich ausloten und auf die Schamgrenze des Unparteiischen setzen. Und genau das hatte dieser Junge, in meinem unschuldigen Augen, perfektioniert.
Ich war auf jeden Fall schwer angefressen. Leider weiß man auch als Jungspund, dass man sich durch lautstarkes Insistieren in einem solchen Fall höchstens Feinde schaffen kann. Deswegen sind diese Aufeinandertreffen von mir und dem dicken Jungen, dem ein Arm fehlte, bis heute nicht ausdiskutiert. Ich würde gerne wisse, was er heute macht, ob er immer noch für die SpVg Odenkirchen spielt und ob er immer noch die Einwürfe bis an den Elfmeterpunkt schleudert, weil ihn keiner daran hindert. Wenn er das hier liest, wäre ich über Aufklärung dankbar.
Es muss in der E-, D- und C-Jugend gewesen sein. Da spielte bei der SpVg Odenkirchen ein dicker Junge, dem so wie Gonzales ein Arm fehlte. Zufällig stürmte er über die linke Außenseite und ich war als rechter Verteidiger eingeteilt. Er ärgerte mich. Als 10-jähriger macht man sich die Ausmaße einer nicht vorhandenen Extremität kaum klar. Deswegen sah ich es als grobe Spielverzerrung an, dass er den Einwurf unbestraft nur mit einer Hand ausführen durfte. Er schleuderte den Ball sicher doppelt so weit, wie jeder andere auf dem Platz.
Der Schiedsrichter sah sich einer Situation gegenüber, auf die er nicht vorbereitet war. Heißt es doch in den Regeln, dass der einwerfende Spieler "beide Hände gebrauchen muss". Hätte er nun eingegriffen, wären die Stimmen der Zuschauer laut geworden: "Diskriminierung!" Dabei könnte doch auch ein Spieler mit nur einem Arm einen Einwurf wenigstens einigermaßen regelgerecht ausführen, denn der Ball muss "von hinten über seinen Kopf geworfen werden". Bei zwei Armen stellt die Beurteilung kein Problem dar. Bei einer körperlichen Einschränkung kann man als Betroffener schonmal den Grenzbereich ausloten und auf die Schamgrenze des Unparteiischen setzen. Und genau das hatte dieser Junge, in meinem unschuldigen Augen, perfektioniert.
Ich war auf jeden Fall schwer angefressen. Leider weiß man auch als Jungspund, dass man sich durch lautstarkes Insistieren in einem solchen Fall höchstens Feinde schaffen kann. Deswegen sind diese Aufeinandertreffen von mir und dem dicken Jungen, dem ein Arm fehlte, bis heute nicht ausdiskutiert. Ich würde gerne wisse, was er heute macht, ob er immer noch für die SpVg Odenkirchen spielt und ob er immer noch die Einwürfe bis an den Elfmeterpunkt schleudert, weil ihn keiner daran hindert. Wenn er das hier liest, wäre ich über Aufklärung dankbar.
Dülp - 25. Jan, 08:08
7 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Klinkinho - 25. Jan, 08:22
höh
wo war ich denn da? ich kann mich nur an den dicken jungen im tor von viktoria rheydt erinnern. das war mein freund. aber nen einarmigen? naja, was solls, wie die zeit vergeht. erinnerung weg und jetzt bin ich der dicke junge.
hoerk (anonym) - 25. Jan, 10:54
Hey Klink,
wo kann ich unterschreiben?!
wo kann ich unterschreiben?!
r0ssi - 25. Jan, 11:10
haaahahahahahaha. köstlich, klonk!
r0ssi - 25. Jan, 11:11
ach, du hättest den ruhig zusammenscheißen können. das waren die 80er, way before political correctness.
Lukas (anonym) - 25. Jan, 15:51
Ich glaub
der spielt immernoch bei Odenkirchen. Ich meine mich erinnern zu können, dass Fortunas Reserve gegen Odenkirchen 2 gespielt hat und ein Einarmiger dabei war. Ob das dein Einarmiger war, wer weiß? Jedenfalls war ich verwundert, wie gut der Fußball spielen konnte!
Dülp - 25. Jan, 22:57
Wird wohl
Wieviele Einarmige werden wohl jemals bei Odenkirchen gespielt haben?
Lukas (anonym) - 27. Jan, 17:34

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