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Sonntag, 23. September 2007

Die Rückkehr der Bauunternehmer

Es gibt eine seltsame Symbiose im Fußball. Der Sport scheint eine Einladung für mehr oder weniger erfolgreiche Baulöwen zu sein, ihre Eitelkeiten auszuleben. Ich habe in meinem Leben in vier Vereinen gespielt. In zwei davon waren eben solche Unternehmer am Start, die ihre kleinbürgerliche Existenz durch Sponsoring höchstens lokal erfolgreicher Mannschaften aufjazzten.

In den Niederungen des deutschen Fußballs läuft es mit solchen Leuten meistens nach demselbem Schema: Sie kaufen sich eine Mannschaft aus Maurern, Kfz-Mechanikern und Elektrikern zusammen, die zwei Spielzeiten lang glänzt, ein- bis zweimal aufsteigt und dann ganz übel die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit aufgezeigt bekommt. Dann kriegen die Stars des Teams "hochdotierte Angebote" (so um die 50 bis 100 Euro pro Spiel) von einem anderen Mäzen und der Laden bricht sowas von auseinander, dass es direkt die zwei Klassen wieder nach unten geht, die man zuvor hinter sich gelassen hatte (im positiven Fall) oder noch viel weiter in die Wald- und Wiesen-Ligen (im negativen Fall).

Man mag mir eine negative Einstellung solchen Stadtteil-Napoleons gegenüber unterstellen. Und wisst ihr was: Das ist richtig. Aus einem Club bin ich bereits rausgeflogen, weil ich einem Vertreter dieser Gattung ordentlich die Meinung gesagt habe. Der hatte, als es gerade wieder schwer nach unten ging, dem Vereinsnachwuchs wie mir eine echte Perspektive geboten, um eine Saison später wieder eine ganze Elf Bezirksliga-Legionäre einzukaufen um uns auf der Bank schmoren zu lassen.

Aber zurück zum Thema, warum ich eigentlich darauf komme. Manche dieser Bauunternehmer schaffen es tatsächlich in den Profi-Fußball. Warum auch immer - im Osten finden sie immer noch eine Spielwiese.

Erinnert sich noch jemand an Dieter Krein? Den Cottbusser Präsident, der mit Ede Geyer die erste Blüte Energies einleitete? Ein absoluter Provinzfürst, der den Verein an den Rande der Insolvenz führte.

Leider hat es den Verein in der Nachfolge nicht besser getroffen. In der Lausitz geht es um Eitelkeiten, um sonst nichts. Wie sonst könnte sich ein Sparkassen-Vorstand anmaßen, auf Bundesliga-Ebene Ahnung haben zu wollen. Mit solchen Ausssagen wie: "Im Interesse der weiteren erfolgreichen Zukunft des FC Energie Cottbus blieb uns letztlich keine andere Wahl, als ein Wechsel auf der Trainerposition." Hallo? Ohne Sander würde Cottbus heute mit Glück in der Regionalliga kicken.

Aber nicht nur in Cottbus dürfen solche Experten rumverwalten. Auch in Jena wachsen die Ansprüche in den Himmel. Zwei hochverdiente Trainer nacheinander zu feuern - alle Achtung. Und dann noch einen Investor anzuschleppen, der so halbseiden ist, dass die DFL die Zustimmung verweigert - gute Arbeit. Was die Fans von solchen Selbstdarstellern halten, hat Rainer Zipfel heute von der Fankurve mehr als deutlich zu hören bekommen.

Fazit: Egal ob Kreis- oder Bundesliga. Jeder Verein sollte sich vor Sonnenkönigen schützen und auch mal nein sagen. Lieber mit Würde ein paar Ligen tiefer, als abhängig von einem Arschloch.

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