Der Mob tobt in Gladbach. Jos Luhukay scheint schon nach zwei Spieltagen zum Abschuss freigegeben. Jedenfalls wenn man sich in den Fan-Foren umguckt und manche Berichte liest.
Man holt sich eben keinen holländischen Trainer um mit einem Gelsdorfschen Abwehrriegel gegen einen Aufsteiger auszulaufen. In Gladbach, und das sollte eigentlich jedem Verantowrtlichen klar sein, erwartet man diese Saison keine 1:0 gegen mediokre Gegner. Man erwartet drei Tore, selbst wenn dann auf der anderen Seite vier Stück fallen. Das Publikum ist ausgehungert. Zwei Chancen in den ersten 135 Minuten der Saison ist indiskutabel.
Indiskutabel ist allerdings auch die Heftigkeit der Reaktion. Keiner durfte erwarten, dass eine völlig neu zusammengestellte Mannschaft von Beginn an den Ball durch die Reihen laufen lässt. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.
Ob sich Luhukay allerdings einen Gefallen damit tut, die erste Offensive der Saison über die Medien zu starten und das Publikum als, überspitzt zusammengefasst,
ungeduldig, unsensibel und ahnungslos zu bezeichnen, darf bezweifelt werden. Als Sturkopf ist er längstens seit seinem Paderborner Abgang bekannt. Ob man eine völlig erfolglose Taktik allerdings noch verteidigen muss, wenn man drei Tage drüber geschlafen hat und sich das Spiel noch zweimal auf Video reinziehen konnte? Eher nicht.
Das hört sich dann so an: „Ich lasse nicht gelten, dass wir zu defensiv gespielt haben. Wir haben in der ersten Hälfte mit vier Offensiven - unseren spielerisch stärksten Akteuren - agiert: Marin, Coulibaly, Ndjeng und Rösler. Die vier kamen nicht so ins Spiel wie erhofft. Dadurch hatten wir zu wenige Chancen und es sah so aus, als ob wir offensiv nicht gut aufgestellt sind. Aber das ist totaler Blödsinn.“
Man hätte auch sagen können: "Ich hätte gerne mit Stürmern gespielt, aber leider war keiner 100prozentig fit. In der zweiten Halbzeit sah das teilweise so aus, wie ich mir das vorgestellt habe. So werden wir nächste Woche weiterspielen"
Dülp - 22. Aug, 21:46