Der Zweitverein
Nick Hornby hatte einen, ich habe auch einen. Wenn man der Heimatstadt den Rücken kehrt, der angestammte Platz in der Fankurve also in unerreichbare Ferne rückt, sucht man sich einen Zweitverein. Einen Verein also, den man wohlwollend begleitet, dessen Spiele man sich hin und wieder im Stadion anschaut und den man zuerst sucht, wenn man den lokalen Sportteil durchblättert. Eine Art Ersatzdroge.
Der Zweitverein wird niemals den Status erreichen, den der einzig wahre Club inne hat. Ganz im Gegenteil: Einen Zweitverein kann man wechseln wie eine Unterhose. Ihm schenkt man nicht sein Herz, sondern Aufmerksamkeit. Jedesmal wenn ich umzog, suchte ich mir einen neuen.
Um Konflikte zu vermeiden, muss der Zweitverein mindestens zwei Klassen unter dem einzig wahren Verein spielen (Verbandsliga muss es aber schon sein, sonst könnte man sich direkt selbst beim Kicken zugucken).
Mein erster Zweitverein war Preußen Münster. Ich wohnte zwar noch lockere 70 Kilometer weg, aber immerhin schon im Münsterland.
Während meiner Zeit in Siegen war die Auswahl nicht sehr groß. Außer den Sportfreunden gibt es dort nicht viel. Als ich in der Stadt ankam, spielten der Club in der Regionalliga, Tendenz fallend. Wie trübe waren die Aussichten, als sich Siegen drei Jahre später auf Aufstiegskurs befand und Gladbach im Abstiegskampf wankte. Erst- und Zweitverein in einer Liga? Nicht auszudenken. Es ging gerade noch mal gut.
Nun also Mannheim. Mannheim und Fußball, das ist gleich Waldhof. „Nimm Waldhof, Dülp“, höre ich euch sagen. Leichter gesagt als getan. Seit ich hier bin, versuche ich die Blau-Schwarzen gut zu finden. Klappt leider nicht. Denn direkt neben dem Carl-Benz-Stadion steht das ungleich kleinere Rhein-Neckar-Stadion, Heimstatt des VfR Mannheim (übrigens Deutscher Meister 1949). An eines der Kassenhäuschen ist eine rote Faust gemalt, die rebellisch dem großen Nachbarn entgegengereckt ist. Als ich das erste Mal daran vorbei radelte, hatte ich einen Deal mit dem VfR. Bis auf weiteres steht er im Zentrum meines lokalen Fußballinteresses. Mal schauen, wie viel Saisons ich und die Rot-Blau-Weißen zusammen verbringen dürfen.
Der Zweitverein wird niemals den Status erreichen, den der einzig wahre Club inne hat. Ganz im Gegenteil: Einen Zweitverein kann man wechseln wie eine Unterhose. Ihm schenkt man nicht sein Herz, sondern Aufmerksamkeit. Jedesmal wenn ich umzog, suchte ich mir einen neuen.
Um Konflikte zu vermeiden, muss der Zweitverein mindestens zwei Klassen unter dem einzig wahren Verein spielen (Verbandsliga muss es aber schon sein, sonst könnte man sich direkt selbst beim Kicken zugucken).
Mein erster Zweitverein war Preußen Münster. Ich wohnte zwar noch lockere 70 Kilometer weg, aber immerhin schon im Münsterland.
Während meiner Zeit in Siegen war die Auswahl nicht sehr groß. Außer den Sportfreunden gibt es dort nicht viel. Als ich in der Stadt ankam, spielten der Club in der Regionalliga, Tendenz fallend. Wie trübe waren die Aussichten, als sich Siegen drei Jahre später auf Aufstiegskurs befand und Gladbach im Abstiegskampf wankte. Erst- und Zweitverein in einer Liga? Nicht auszudenken. Es ging gerade noch mal gut.
Nun also Mannheim. Mannheim und Fußball, das ist gleich Waldhof. „Nimm Waldhof, Dülp“, höre ich euch sagen. Leichter gesagt als getan. Seit ich hier bin, versuche ich die Blau-Schwarzen gut zu finden. Klappt leider nicht. Denn direkt neben dem Carl-Benz-Stadion steht das ungleich kleinere Rhein-Neckar-Stadion, Heimstatt des VfR Mannheim (übrigens Deutscher Meister 1949). An eines der Kassenhäuschen ist eine rote Faust gemalt, die rebellisch dem großen Nachbarn entgegengereckt ist. Als ich das erste Mal daran vorbei radelte, hatte ich einen Deal mit dem VfR. Bis auf weiteres steht er im Zentrum meines lokalen Fußballinteresses. Mal schauen, wie viel Saisons ich und die Rot-Blau-Weißen zusammen verbringen dürfen.
Dülp - 31. Jul, 21:42
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