[>>]

Samstag, 1. Juli 2006

Allez Les Bleus!

Wie konnte Brasilien so schlecht sein? Irgendwas muss hinter geschlossenen Türen ganz falsch gelaufen sein, um so eine Leistung zu erklären. Ich muss nicht schreiben, dass diese Mannschaft die besten Einzelspieler hatte. Das ist Fakt. Und diese Mannschaft war eigentlich eingespielt. Sie kannten sich schon lange und wussten, welche Waffen sie hätten einsetzen können.

Warum ein Ronaldinho niemals den Raum hatte, seine Stärken auszuspielen, kann nur Perreira erklären. Warum er mit Adriano und Ronaldo zwei Brecher bevorzugte und nicht auf Spielstärke a la Robinho setzte, kann nur Perreira erklären.

Es war schon seit dem ersten Spiel sichtbar, und es gelang nicht, die Taktik anzupassen. Die Ungefährlichkeit lag sicher nicht an Ronaldo, der nur ein Teil des Puzzles war. Bezeichnend war, dass Ronaldo niemals Raum hatte, in der er sich hätte bewegen können. Brasilien war statisch.

Frankreich hingegen erinnert mich an frühere deutsche Teams. Sie haben sich in das Turnier gekämpft, sie finden immer mehr zu ihrem Spiel und gewinnen an Selbstbewusstsein. Zu Beginn der WM hatte ich das Gefühl, dass sie von den Medien im eigenen Land niedergeschrieben wurden, deswegen kaum Selbstbewusstsein hatten und dieses Stigma mit dem heutigen Sieg überwunden haben. Durch diese Attacken von außen wird eine Mannschaft zusammengeschweißt, wenn sie unerwartet Erfolg hat.

Doch spätestens im Finale erwartet sie eine andere Mannschaft. Gegen Deutschland müsste sich Frankreich an ein anderes Tempo gewöhnen. Der Vergleich zum gestrigen Viertelfinale ist deutlich: Franreich und Brasilien haben sich Raum gegeben, das Spiel war relativ langsam, es wurde kaum aggresiv gedoppelt. Deutschland gegen Argentinien war zwei Nummern schneller, intensiver, enger. Moderner Fußball wurde gestern gespielt, heute nicht.

Don't mention the penalties

Es ist nicht erklärlich. Lampard, Gerrard - in den Trikots ihrer Vereine hauen sie 19 von 20 Elfmetern rein. Mit den drei Löwen auf der Brust versagen sie kollektiv. Sowas nennt man wohl nationales Trauma. Doch bis zu einem Elfmeterschießen hatte es nicht kommen dürfen.

Es war aber nicht der Abschied von einer schlechten Mannschaft, sondern vor allem von einem schlechten Trainer. Ich weiß nicht, wer der FA eingeflüstert hat, dass Eriksson ein guter Trainer sei. Dass man ihm 7 Millionen Euro pro Jahr zahlen müsse. Wenn es eines Gegenbeweises bedurft hat, in den letzten Wochen wurde er geleistet.

Ich weiß nicht, welche Gedanken in Erikssons Kopf rumspukten rund um die WM, aber offensichtlich war fast jede seiner Entscheidungen falsch.

Es begann bereits bei der Nominierung des Kaders. Wie kann man mit nur vier Stürmern in das Turnier gehen, wenn einer davon verletzt ist und einer noch kein einziges Mal in der ersten Liga gespielt hat? Die Quittung gab es bereits im ersten Spiel mit der Verletzung von Michael Owen. Und hätte England das Viertelfinale gewonnen, wäre auch Rooney für die nächsten beiden Spiele gesperrt gewesen.

Ein Spielsystem war nicht zu erkennen. Pünktlich zur WM stellte Eriksson auf ein 4-5-1 um, ein System, das geeignet ist, wenn man spielerisch unterlegen ist. Mit einem Mittelfeld, das zu den besten der Welt zählt, mit Gerrard, Lampard, Beckham und Cole, hatte er alle Trümpfe in der Hand, jeden Gegner zu dominieren und zwei bis drei Stürmer mit Pässen füttern zu können. Stattdessen lief der schlacksige Crouch auf, der dazu verführte, in das alte Kick and Rush zurück zu verfallen.

Die Auswechslungen bedürfen ebenfalls keines Kommentars. Bezeichnend war heute der Abgang von Cole, bis dahin einer der besten Spieler auf dem Platz.

Über allem steht die Frage, warum er eine Ansammlung von Weltklassespielern nicht zu einem Kollektiv formen konnte. Durch die Bank spielten sie alle unter ihren Möglichkeiten. Keine Ideen, keine Bewegung. Sven-Göran Eriksson war bei dieser WM ohne Zweifel der Gegenentwurf von Jürgen Klinsmann. Konservativ, mutlos, konzeptlos, visionslos. Dass ausgerechnet sein Co nun die Verantwortung übernehmen soll, nimmt jede Furcht, die ein Gegner gegenüber England hegen könnte.

Wer die Übertragung auf dem ZDF gesehen hat, kam in den Genuss des Interviews mit England-Fan Campino (ist entschuldigt, seine Mutter ist Engländerin). Selten einen Fan mit so einem Hals auf den Trainer gesehen. Und ein Punkrocker muss zum Glück keine Rücksicht auf Political Correctness nehmen.

P.S.: Wie hat das ZDF Pele dazu bewegt, zur besten Sendezeit brasilianisches Liedgut vorzutragen. Und wieso finde ich das nicht peinlich? Authentische Lebensfreude? Wahrscheinlich.

British Bulldog

Wem ich heute die Daumen drücke? Ist doch klar:

/>

Bolzplatz

"Fußball ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding!" (G. Trapattoni)

Suche

 

Unser Fußball

Bolzplatz abonnieren



Enter your Email


Powered by FeedBlitz

Aktuelle Beiträge

So nicht
Es sei auf eine Aktion hingewiesen, die vor relativ...
Eintracht-Blog.de (Gast) - 2. Sep, 18:36
Birgit Prinz ist SUPER...
Birgit Prinz sieht super aus und spielt super halt...
Linda (Gast) - 21. Jan, 11:11
DU BIST VÖÖLIG...
Was schreibst du da für einen Schwachsinn ????...
Marie (Gast) - 20. Jan, 09:37
scheiß reden kann...
Denk nach wen du so was schreibst! Das ist doch voll...
Simone (Gast) - 19. Jan, 11:25
Du bist doch so ein Trottel...
Du bist doch so ein Trottel !!!!! Birgit Prinz sieht...
Jörg (Gast) - 19. Jan, 11:23

Counter & RSS

Blogcounter

kostenloser Counter

Clustr Map

Locations of visitors to this page xml version of this page

Web Counter-Modul

Status

Online seit 1722 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2. Sep, 18:36

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Impressum

Verantwortlich gemäß § 10 Absatz 3 MDStV::
Christian Dülpers
Ernst-Barlach-Allee 56e
68163 Mannheim
E-Mail: duelp bei web.de Sollte jemand glauben, ein auf dieser Seite verwendeter Text oder ein verwendetes Bild verstoße gegen Copyright-Vorschriften, werde ich es nach entsprechender Mitteilung umgehend entfernen.