Warum meine Freundin den Rest der WM auf dem Klo verbringen muss
Ich stehe noch unter Strom. Was ich heute gesehen habe, war nicht schön, aber intensiv. Sehr intensiv.
Argentinien spielte ein unglaubliches Pressing. Sie waren den Deutschen läuferisch klar überlegen. Bei jedem Ballbesitz standen drei Gauchos auf dem Fuß. Gegen diese unglaubliche Kraft konnte kein schönes Spiel zustande kommen. Was den Argentiniern gefehlt hat, war Torgefährlichkeit. Im Verhindern des Spielaufbaus war das Weltklasse. Im Spiel nach vorne haben sie vieles vermissen lassen, was Riquelme, Tevez und Co in der Vorrunde ausgezeichnet hatten.
Zunächst schien es, als würden sie dafür belohnt. In einem Spiel, das nur über Standardsituationen hätte entschieden werden können, nutzten sie den ersten Stellungsfehler. Ehrlich: Ich hab nicht geglaubt, dass Deutschland durch dieses Bollwerk brechen kann. Ein einziges Mal geschah es doch, und es hat gereicht. Was war passiert? Meine Freundin, die das gesamte Spiel neben mir ausgeharrt hatte, sagte "Ich muss mal auf das Klo" und war verschwunden. Keine 30 Sekunden später lag ich in den Armen wildfremder Menschen.
Nach dem Ausgleich übernahm Deutschland das Spiel, zog es in Breite. Sicher auch, weil die Gauchos platt waren. Torchancen kamen dabei immer noch nicht herum. Es kam, wie es sich bereits in der ersten Halbzeit angedeutet hatte. Elfmeterschießen.
Mein Gefühl war sauschlecht. Zu nervös hatte die Mannschaft gespielt. Vor allem in der ersten Hälfte war offensichtlich, dass sie sich zuviel vorgenommen hatten.
Ich nominierte meine Schützen im Kopf. Und ich hatte mit allen Recht, bis auf Ballack. Nach seinem Krampf sah er nicht so aus, als würde er verwandeln können. Stattdessen hatte ich Lehmann als Nr. 5 gesetzt. Doch so überzeugend, wie die Jungs die Bälle in das Tor gehämmert haben, gab es keinen Zweifel an Klinsmanns Entscheidung.
Nach diesem Spiel muss man tatsächlich von einem vorweggenommenen Finale sprechen. Ausnahmsweise muss man ein Lob an selten gelobte Leute aussprechen. Lubos Michel hat die Partie überragend geleitet. Ich habe mich nicht einmal über den Schiedsrichter aufregen müssen. Und (Trommelwirbel) Reinhold Beckmann hat wirklich gut kommentiert. Zumindest das, was ich in der Kneipe hören konnte, hatte Hand und Fuß. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das jemals schreiben würde.
P.S. Lahm gegen Rodriguez in der 86. Minute: Das war ein klarer Elfer.
Argentinien spielte ein unglaubliches Pressing. Sie waren den Deutschen läuferisch klar überlegen. Bei jedem Ballbesitz standen drei Gauchos auf dem Fuß. Gegen diese unglaubliche Kraft konnte kein schönes Spiel zustande kommen. Was den Argentiniern gefehlt hat, war Torgefährlichkeit. Im Verhindern des Spielaufbaus war das Weltklasse. Im Spiel nach vorne haben sie vieles vermissen lassen, was Riquelme, Tevez und Co in der Vorrunde ausgezeichnet hatten.
Zunächst schien es, als würden sie dafür belohnt. In einem Spiel, das nur über Standardsituationen hätte entschieden werden können, nutzten sie den ersten Stellungsfehler. Ehrlich: Ich hab nicht geglaubt, dass Deutschland durch dieses Bollwerk brechen kann. Ein einziges Mal geschah es doch, und es hat gereicht. Was war passiert? Meine Freundin, die das gesamte Spiel neben mir ausgeharrt hatte, sagte "Ich muss mal auf das Klo" und war verschwunden. Keine 30 Sekunden später lag ich in den Armen wildfremder Menschen.
Nach dem Ausgleich übernahm Deutschland das Spiel, zog es in Breite. Sicher auch, weil die Gauchos platt waren. Torchancen kamen dabei immer noch nicht herum. Es kam, wie es sich bereits in der ersten Halbzeit angedeutet hatte. Elfmeterschießen.
Mein Gefühl war sauschlecht. Zu nervös hatte die Mannschaft gespielt. Vor allem in der ersten Hälfte war offensichtlich, dass sie sich zuviel vorgenommen hatten.
Ich nominierte meine Schützen im Kopf. Und ich hatte mit allen Recht, bis auf Ballack. Nach seinem Krampf sah er nicht so aus, als würde er verwandeln können. Stattdessen hatte ich Lehmann als Nr. 5 gesetzt. Doch so überzeugend, wie die Jungs die Bälle in das Tor gehämmert haben, gab es keinen Zweifel an Klinsmanns Entscheidung.
Nach diesem Spiel muss man tatsächlich von einem vorweggenommenen Finale sprechen. Ausnahmsweise muss man ein Lob an selten gelobte Leute aussprechen. Lubos Michel hat die Partie überragend geleitet. Ich habe mich nicht einmal über den Schiedsrichter aufregen müssen. Und (Trommelwirbel) Reinhold Beckmann hat wirklich gut kommentiert. Zumindest das, was ich in der Kneipe hören konnte, hatte Hand und Fuß. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das jemals schreiben würde.
P.S. Lahm gegen Rodriguez in der 86. Minute: Das war ein klarer Elfer.
Dülp - 30. Jun, 21:19
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