Der Trauma-Transfer
Es war 1989 als die Borussia erstmals in neue Dimensionen vorstoßen wollte. Ausbildungsverein war früher, ab jetzt sollten es Stars sein, die die Mannschaft schmücken. Aber bereits der erste Transfer sollte sich als der einer der schlechtesten der Bundesligageschichte herausstellen - in einer Reihe mit dem Engagement von Jupp Heynckes bei Eintracht Frankfurt.
Mein Gott, war das ein Empfang. Plakate wurden gedruckt, auf denen stand. "Ich bin ein BoRusse". Der, dem die Zeilen gewidmet waren, war zwar kein Russe, sondern Ukrainer, aber seinerzeit war das eine Suppe. Vor allem war er Europas Fußballer des Jahres 1986, ein Techniker vor dem Herrn und kam mit der Empfehlung eines Europapokalsiegs und eines EM-Finals. Igor Belanow sollte Gladbach in die Elite führen.
Wir waren überzeugt, das nun bessere Zeiten anbrechen würden. Diese Verpflichtung war nichts weniger als ein Zeichen.
Womit keiner gerechnet hatte: Die Versuchungen des Kapitalismus waren Ostblock-Kickern, egal wie herausragend, unwiderstehlich. Kaum ein paar Monate am Niederrhein wurde Belanow (oder seine Frau, ich weiß es nicht mehr so genau) des Ladendiebstahls überführt. Ein Mann, der mehrere hunderttausend Mark im Jahr verdiente!
Es war so ironisch, dass man es nur durch Zynismus verarbeiten konnte. Belanow war ab dem Zeitpunkt verbrannt und ein gefundenes Fressen für gegnerische Fans. Durch Leistung konnte er das Stigma nicht kompensieren, im Gegenteil: Seine Fähigkeiten schienen geschwunden.
Er lief schließlich noch zwei Saisons für Eintracht Braunschweig in der zweiten und am Ende in der dritten Liga auf. Wohlgemerkt: Nicht zum Ausklang der Karriere, sondern in der Blüte seiner Jahre.
Dieser Transfer anno 1989 war einer der Eckpfeiler, die Gladbach in die Mittelmäßigkeit geführt haben. Eine von zwei Verpflichtungen in der Vereinsgeschichte, die Aufsehen erregte, bei der alles auf eine Karte ging.
Nachdem er Deutschland verlassen hatte, kaufte Belanow einen Verein in der Schweiz und verkaufte ihn wieder, aber trat nie mehr als Fußballer in Erscheinung.
Mein Gott, war das ein Empfang. Plakate wurden gedruckt, auf denen stand. "Ich bin ein BoRusse". Der, dem die Zeilen gewidmet waren, war zwar kein Russe, sondern Ukrainer, aber seinerzeit war das eine Suppe. Vor allem war er Europas Fußballer des Jahres 1986, ein Techniker vor dem Herrn und kam mit der Empfehlung eines Europapokalsiegs und eines EM-Finals. Igor Belanow sollte Gladbach in die Elite führen.
Wir waren überzeugt, das nun bessere Zeiten anbrechen würden. Diese Verpflichtung war nichts weniger als ein Zeichen.
Womit keiner gerechnet hatte: Die Versuchungen des Kapitalismus waren Ostblock-Kickern, egal wie herausragend, unwiderstehlich. Kaum ein paar Monate am Niederrhein wurde Belanow (oder seine Frau, ich weiß es nicht mehr so genau) des Ladendiebstahls überführt. Ein Mann, der mehrere hunderttausend Mark im Jahr verdiente!
Es war so ironisch, dass man es nur durch Zynismus verarbeiten konnte. Belanow war ab dem Zeitpunkt verbrannt und ein gefundenes Fressen für gegnerische Fans. Durch Leistung konnte er das Stigma nicht kompensieren, im Gegenteil: Seine Fähigkeiten schienen geschwunden.
Er lief schließlich noch zwei Saisons für Eintracht Braunschweig in der zweiten und am Ende in der dritten Liga auf. Wohlgemerkt: Nicht zum Ausklang der Karriere, sondern in der Blüte seiner Jahre.
Dieser Transfer anno 1989 war einer der Eckpfeiler, die Gladbach in die Mittelmäßigkeit geführt haben. Eine von zwei Verpflichtungen in der Vereinsgeschichte, die Aufsehen erregte, bei der alles auf eine Karte ging.
Nachdem er Deutschland verlassen hatte, kaufte Belanow einen Verein in der Schweiz und verkaufte ihn wieder, aber trat nie mehr als Fußballer in Erscheinung.
Dülp - 6. Jun, 20:27
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