Der Held der Woche ist eindeutig
Sebastian vom
Sportblog. Als ich am Mittwoch nach einem harten Redakteurs-Tag nach Hause kam, fand ich einen dicken Umschlag im Briefkasten. Adressiert war das ganze an "Bolzplatz". Moment mal. "Bolzplatz"? Who the fuck kennt meinen Scheiß. Who the fuck schickt obendrein unaufgefordert Sachen an mein kleines Blog?
Mein Misstrauen war geweckt. Ich musste irgendwelche Copyrights verletzt haben. Das musste Anwaltspost sein. Irgendeine sauteure Abmahnung, die so dick ist, dass sich der Umschlag ausbeult.
Doch Moment: Der Absender war ein Laden namens "Bellobene". Mein Misstrauen wurde umgelenkt. Dort hatte ich meiner Freundin zu Weihnachten eine wunderschöne Tasse für 15 Euro gekauft. Leider hatten die Jungs sich vier Wochen Zeit genommen, den EC-Karten-bezahlten Betrag von meinem Konto abzubuchen. Als sie es schließlich versuchten, existierte dieses Konto nicht mehr, denn ich war von der Sparkasse Mönchengladbach zur Sparkasse Mannheim gewechselt (ab jetzt sind wir in der Kategorie
"Ungeduldig und Jähzornig").
Mir war leider nicht bewusst, dass die Sparkasse das Finanzamt unter den Kreditinstituten ist. Ich hatte etwas in Anspruch genommen, was sich "Umzugsservice" nennt. "Service". Das hörte sich für mich so an, als hätte ich mit dem ganzen Scheiss nix mehr zu tun und als würden sich die beiden Sparkassen bei irgendwelchen wechselbedingten Problemchen unbürokratisch verständigen. Falsch gedacht. Den Jungs von Bellobene wurde mitgeteilt, dass mein Konto nicht mehr existiere, und für die Auskunft, wo ich wohne verlangte die Gladbacher Sparkasse satte 25 Euro. Hätte ich, sagen wir, ein Auto bei Bellobene gekauft, wären die 25 Kröten sicher kein Problem für den Laden gewesen. Bei einer Tasse für 15 Euro sah es natürlich etwas anders aus. Die Bankgebühr wurde mir zusätzlich in Rechnung gestellt. Lange Rede, kurzer Sinn, die Scheiss-Tasse hat mich 40 Euro gekostet. Und als dieser Umschlag im Briefkasten lag, war mein erster Verdacht: Verdammt! Die wollen NOCH MEHR Kohle von mir.
Weit gefehlt: Der gute Sebastian wusste von der ganzen Angelegenheit nix, sondern schickte mit völlig unbedarft ein hübsches Gimmick. Die Tipp-Kick-Torwand.
Ich krieg was umsonst? Unaufgefordert? Ohne Bedingungen? Das sind die kleinen Highlights eines tristen Lebens. Die mit diesem Präsent verbundene Herausforderung nehme ich gerne an. Also Sebastian: Das Training hat bereits einen kleinen Hornhautknubbel an meinem Zeigefinger hervorgerufen.
Und für die Nettigkeit mache ich sogar ausnahmsweise
Werbung.
Dülp - 24. Mrz, 21:15