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Dienstag, 21. März 2006

Paule lebt gefährlich

Der DFB hat doch kürzlich Maskottchen Paule vorgestellt. Heute abend sollte das Viech sich vorsehen. Die US-Nationaltorhüter fliegen tief.

Elbow Drop

Das Erbe Vogts

Seltsamerweise ist die Amtszeit Berti Vogts als Bundestrainer den allermeisten Leuten nicht als Hoch-Zeit der Nationalmannschaft im Gedächtnis geblieben. Dabei kann den Punkteschnitt des kleinen Korschenbroichers weder ein Vorgänger noch ein Nachfolger überbieten und durch den Europameistertitel hat er sogar einen hübschen Pokal mit nach Hause gebracht. Nun ja - hierzulande zählt eben nur die Weltmeisterschaft und da sah es bei ihm nicht ganz so gut aus (wobei die weitere Entwicklung das damalige Entsetzen ex post relativieren sollte).

Eine wirklich unglückliche Hinterlassenschaft der Ära Vogts ist allerdings die nationale Abneigung gegenüber Einbürgerungen. Aufgrund der deutschen Historie, die ich wohl nicht genauer erläutern muss, hatte Deutschland im Gegensatz zu Frankreich oder Holland kaum Erfahrungen mit der Integration ausländischer Spieler in die Auswahlmannschaft. Anfang der Neunziger herrschte so etwas wie Aufbruchstimmung, eine Chance Multikultur auf dem Platz zu kultivieren. Sie wurde jedoch durch Schnellschüsse im Keim erstickt, denn der deutsche Fan reagierte doch einigermaßen irritiert angesichts durchschnittlicher bis perspektivloser Kicker wie Sean Dundee und Paolo Rink. Hätten stattdessen echte Granaten das schwarz-weiße Dress übergestreift, so würde vielleicht heute auch ein Valerien Ismael mit offeneren Armen empfangen.

Marco van Basten, der holländische Bondscoach, hat keine Probleme damit, rechtzeitig zur WM einen ivorischen Nachwuchsstürmer einbürgern zu lassen. Wohlgemerkt: Holland. Ein Stürmer. Das ist etwa so, als würde der DFB einen ghanaischen Torwart holen.

Die Ironie des Schicksals und Resultat der Integrationspolitik im Allgemeinen: Jene, deren Vita deutsch genug ist, um dem prüfenden Blick aller Klinsmanns dieses Landes stand zu halten, haben gar kein Interesse, den Adler auf der Brust zu tragen: Die Altintops, Sahins und Bastürks - echte Kohlenpottkinder ohne emotionalen Bezug zu ihrem Geburtsland.

Addicted

Ich bin mal wieder von einem Spiel angefixt, das mich den ganzen Tag nicht in Ruhe lässt. Dresdner Ball Street - die Börse für die WM-Teilnehmer. Jetzt sitze ich seit vier Tagen auf 1.700 Anteilen der Elfenbeinküste und alle Idioten kaufen nur die USA. Natürlich muss ich halbstündlich die Kurse checken, um ja jeden Cent Gewinn mitzunehmen.

Zu blöd nur, dass ich es erst letzte Woche entdeckt habe, obwohl es schon seit Dezember läuft. Die Spitzengruppe ist uneinholbar vorne.

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