Tales from the Kreisliga Teil 7: Ein Abschiedsspiel, das keins war
Eine kurze, wenig steile Karriere im Siegener Amateurfußball neigt sich dem Ende zu. Noch nicht mal ein offizielles Abschiedsspiel bleibt mir vergönnt. Denn der kurzfristig geplante Urlaub verhindert einen letzten Einsatz am Siegener Giersberg. Stattdessen bleibt als letzter Auftritt ein unbefriedigendes 1:3 gegen einen spielerisch kaum überlegenen Gegner vor zwei Wochen in Erinnerung.
Der bittere Nachgeschmack haftet am Gaumen. Auf einem Abstiegsplatz stehend nimmt niemand gerne seinen Hut. Der Tiefpunkt trübt den Blick auf eine schöne Zeit, in der man Freunde, Spiele, Zweikämpfe gewonnen hat.
Erinnerungswürdige Momente:
Gemeinsames Fluchen, wenn man sich im strömenden Regen bei gefühlten 10 Grad minus auf einem lausigen Ascheplatz die Bälle zugekickt hat und sich fragte: Warum habe ich mir nicht ein anderes Hobby ausgesucht?
Die Antwort eine Stunde später, biertrinkend mit auftauenden Zehen in der Kabine.
Beim Hallenturnier, als man plötzlich im Finale stand, obwohl in Einschätzung des eigenen Leistungsvermögens für diese Zeit ein Tisch in der nicht weit entfernten Kneipe reserviert wurde.
Die letzte Chance, mich in die Torjägerliste des Vereins einzutragen, beim Stande von 1:2, in der 85. Minute, völlig freistehend vor dem scheinbar drei Meter breiten Torwart. Natürlich versagt.
Doppelkopfrunden, die die Mannschaftskollegen gerne mit mir gespielt haben. Das Bier war dabei stets billig für sie.
Im Trainingslager noch vor dem Frühstück im Halbschlaf über den Platz traben müssen. 17 Stunden später auf irgendeiner Privatparty in dem fränkischen Dorf am Bierfass stehend über so einen Quatsch lachen können. Am nächsten Tag Liebeserklärungen von einheimischen Teenagern unterm Scheibenwischer finden.
Schluss jetzt, ich werd noch rührselig wie eine alte Hausfrau.
Ab Dezember darf die Kreisliga B im Rhein-Neckar-Kreis zittern, wenn ich eine ähnlich gute Truppe gefunden habe. Ein wenig erfolgreicher darf sie auch sein. Aber nicht viel. Ich will schließlich einen Stammplatz ergattern.
P.S.: Sollte ich froh sein, einen Verein zu verlassen, auf dessen Gästebuch-Seite Google gerne die Werbung "Bildhübsche russische Frauen suchen Männer über 30" einblendet?
Der bittere Nachgeschmack haftet am Gaumen. Auf einem Abstiegsplatz stehend nimmt niemand gerne seinen Hut. Der Tiefpunkt trübt den Blick auf eine schöne Zeit, in der man Freunde, Spiele, Zweikämpfe gewonnen hat.
Erinnerungswürdige Momente:
Gemeinsames Fluchen, wenn man sich im strömenden Regen bei gefühlten 10 Grad minus auf einem lausigen Ascheplatz die Bälle zugekickt hat und sich fragte: Warum habe ich mir nicht ein anderes Hobby ausgesucht?
Die Antwort eine Stunde später, biertrinkend mit auftauenden Zehen in der Kabine.
Beim Hallenturnier, als man plötzlich im Finale stand, obwohl in Einschätzung des eigenen Leistungsvermögens für diese Zeit ein Tisch in der nicht weit entfernten Kneipe reserviert wurde.
Die letzte Chance, mich in die Torjägerliste des Vereins einzutragen, beim Stande von 1:2, in der 85. Minute, völlig freistehend vor dem scheinbar drei Meter breiten Torwart. Natürlich versagt.
Doppelkopfrunden, die die Mannschaftskollegen gerne mit mir gespielt haben. Das Bier war dabei stets billig für sie.
Im Trainingslager noch vor dem Frühstück im Halbschlaf über den Platz traben müssen. 17 Stunden später auf irgendeiner Privatparty in dem fränkischen Dorf am Bierfass stehend über so einen Quatsch lachen können. Am nächsten Tag Liebeserklärungen von einheimischen Teenagern unterm Scheibenwischer finden.
Schluss jetzt, ich werd noch rührselig wie eine alte Hausfrau.
Ab Dezember darf die Kreisliga B im Rhein-Neckar-Kreis zittern, wenn ich eine ähnlich gute Truppe gefunden habe. Ein wenig erfolgreicher darf sie auch sein. Aber nicht viel. Ich will schließlich einen Stammplatz ergattern.
P.S.: Sollte ich froh sein, einen Verein zu verlassen, auf dessen Gästebuch-Seite Google gerne die Werbung "Bildhübsche russische Frauen suchen Männer über 30" einblendet?
Dülp - 4. Nov, 23:51
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