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Montag, 10. Oktober 2005

Schwachsinnige Fanartikel Teil 1

Fussballfans sind leider ein sehr berechenbares Volk. Man kann ihnen zum Geburtstag den letzten Scheiß schenken - solange das Wappen des Vereins der Wahl drauf ist, werden sie sich freuen wie blöd. Das wissen natürlich auch die Marketingexperten in den Vereinen und pappen das Logo auf so ziemlich alles, was es für Geld zu kaufen gibt.

Die nutzlosesten und überflüssigsten Auswüchse aus den Fanshops sollen in unregelmäßiger Regelmäßigkeit an dieser Stelle präsentiert werden. Heute: Das FC-Bayern-München-Waffeleisen



Gibt es was Appetitlicheres als den Duft frisch gebackener Waffeln? Wohl kaum. Mit diesem pfiffigen Teil schmecken sie zwar nicht anders, dafür prangt das Logo auf jedem einzelnen Backwerk. Wer in der Fankurve ganz groß raus kommen will, sollte also 40 bis 50 Stück backen, sie mit ins Stadion nehmen und unter großem Hallo an die umstehenden Supporter verteilen - das Ansehen als Die-Hard-Fan wird schlagartig steigen.

Die Nummer 2 ist zurück

Erst hielt ich es für einen Scherz, denn über Michael Skibbe macht man gerne den einen oder anderen Spruch. Doch tatsächlich, Leverkusen bewies erneut eine Affinität zu ehemaligen Bundestrainern und verpflichtete den 40-jährigen.

Wieso steckt Skibbe bei mir eigentlich so tief in der Schublade "Suppentrulli"? Sicher nicht weil er ein schlechter Trainer ist, nein. Vielmehr hat sich ein Bild ganz tief in mein Hirn eingebrannt. Ein Bild, das aus seiner ersten Saison bei Borussia Dortmund stammt. Skibbe war für einen Bundesligatrainer noch blutjung. Und er hatte einen riesigen Schneuzer. In Interviews zog er die Brauen ganz verzweifelt zusammen und guckte selbst dann traurig, wenn er gerade 5:1 gewonnen hatte. Erst Jahre eisenharten Mediencoachings und eine Typberatung konnten aus ihm den ansehnlichen Typen machen, der er jetzt ist.

Alle Vorurteile zur Seite geschoben, halte ich Skibbes Verpflichtung immer noch für einen Fehler. Grund ist die Konstellation in Leverkusen. Alle Welt horcht auf und sagt: Ganz klar, der Rudi ist der Chef, der Michael macht das tägliche Training. Vom ersten Tag an wird Skibbe nicht die Autorität haben, die er für das Amt eigentlich benötigt. Jeden Tag wird er kämpfen müssen, als eigenständige Persönlichkeit gesehen zu werden, so wie in der ersten Pressekonferenz.

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